Milchpreis Bauern verdienen viel weniger

  • Publiziert: 02.09.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Werner Vontobel
play Am 12. Juli diesen Jahres demonstrierten Bauern in Bern für einen fairen Milchpreis. (Keystone)

BERN - Jetzt ist es offiziell: Vielen Milchbauern droht beim aktuellen Milchpreis die Pleite. Doch der Bundesrat bleibt hart.

Neue Zahlen aus Bern zeigen: 2009 sank das landwirtschaftliche Einkommen der Milchbauern trotz massiv höheren Direktzahlungen um 8,7 Prozent. Umgerechnet auf 13 Monatslöhne heisst das: Die Hälfte der Milchbauern verdient weniger als 2400 Franken.

«Damit ist die erwartete Einkommenskatastrophe eingetreten», kommentiert Christoph Grosjean vom Verband Schweizer Milchproduzenten (SMP).

Es kommt noch schlimmer. 2010 ist der Milchpreis erneut um rund 8 Prozent gesunken. «Immer mehr Milchbauern können ihre Rechnungen nicht bezahlen», sagt Grosjean.

Grund für den Preiszerfall: der starke Anstieg der Milchmenge seit 2008. Der SMP fordert deshalb eine allgemeinverbindliche Mengensteuerung. In seiner Sitzung hat nun aber der Bundesrat gestern eine entsprechende Motion zurückgewiesen.

Inzwischen erklärt sich auch die Migros-Tochter Elsa bereit, den von der Branchenorganisation Milch empfohlenen Richtpreis von 65 Rappen je Liter zu zahlen. Allerdings nur bei 90 Prozent der Milchmenge. Für die restlichen 10 Prozent zahle man den «marktüblichen Preis». Wie viel das sei, will Elsa-Chef Gilles Oberson nicht verraten. Das sei ein Betriebsgeheimnis.

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Politik

Muss der Milchpreis-Zerfall gestoppt werden?»

  • 49,7% Aber sicher. Die Milch ist uns lieb und teuer.
  • 47,1% Wer zu viel Milch produziert, den bestraft das Leben.
  • 3,2% Milch macht mich sauer.