Aus Angst vor Inflation Gold-Franken als Alternativ-Währung?

Nützlich oder unnötig? Die von Ulrich Schlüer lancierte Idee eines «Goldfrankens» für Kleinsparer stösst in der Wirtschaftskommission auf wenig Interesse.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Bundesrat muss in der Fragestunde antraben SP-Meyer ärgert sich über...
2 #EsGeht Warmduscher Girod
3 Babyboom im Bundeshaus Die Väter machen den Anfang

Politik

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
3 Kommentare
Fehler
Melden

Alt Nationalrat Ulrich Schlüer (SVP/ZH) konstatierte vor einem Jahr einen «einer Diskriminierung von Kleinsparerern nahekommenden Missstand». Der Grund: Bei einem Goldpreis von rund 45'000 Franken – heute liegt er bei über 47'000 – werde es diesen «ungebührlich erschwert, Teile ihres Vermögens Schritt für Schritt in Gold anzulegen und damit vor befürchteter Entwertung abzusichern».

Weil die Schweizerische Nationalbank die Geldmenge mehr und mehr ausdehne, sei die Inflationsgefahr seither sogar noch gestiegen, sagt Lukas Reimann (SG). Tatsächlich könnte die Euro-Grenze von 1.20 Franken dereinst zu einer Inflation führen.

Reimann hat den Vorstoss von seinem abgewählten Parteikollegen Schlüer übernommen und gestern Dienstag während über einer Stunde vor der nationalrätlichen Wirtschaftskommission verteidigt.

Ziel ist, Münzen mit einem geringen Goldanteil im Gegenwert von ungefähr 5 Franken als Zweitwährung zu schaffen. «gesunde Währung» nennen Schlüer und Reimann ihre Aktion.

Ohne Erfolg. Mit 17 zu 7 Stimmen sprach sich die Kommission gegen die Initiative aus. Dass der Bund «einen offiziellen Schweizer Goldfranken schafft», wie diese verlangt, hält die Mehrheit der Kommissionsmitglieder für unnötig. Auch für Kleinsparer gebe es bereits genügend Möglichkeiten, Gold zu erwerben.

«Es fehlt der Mut zu Innovationen»

Reimann will dieses Argument nicht gelten lassen. «Gold zu kaufen ist für Kleinsparer schwierig und mit sehr hohen Aufschlägen verbunden», sagt er.

«Vielen Politikern fehlt der Mut zu Innovationen, die dem Land nützen», beklagt der SVPler. Der Schweizer Goldfranken mit verfassungsmässig garantierter Zahlungsfunktion würde weltweit auf Interesse stossen und so den Druck auf den Schweizer Franken lindern, ist er überzeugt.

Um den parlamentarischen Vorstoss auf die Strasse zu bringen, wollen die Initianten im Juni eine Volksinitiative starten. 

Publiziert am 23.05.2012 | Aktualisiert am 23.05.2012

Der Goldpreis ist unter Druck

An den Finanzmärkten steht der Goldpreis massiv unter Druck. Vor gut zwei Wochen war er erstmals seit vier Monaten unter die Marke von 1600 Dollar gerutscht, derzeit liegt der Preis für eine Feinunze (rund 31 Gramm) bei 1554 Dollar.

Experten nennen mehrere Gründe für den Sinkflug am Goldmarkt, insbesondere die hohe Unsicherheit wegen der fragilen politischen Lage beim grössten Euro-Sorgenkind Griechenland.  

Normalerweise gilt Gold als krisensichere Anlage. In den letzten Monaten hat der Wind aber gedreht. Experten begründen diese Entwicklung zum einen damit, dass viele Anleger Verluste in anderen Anlageklassen durch den Verkauf von Gold ausgleichen wollen, was die Goldpreise unter Druck setzt.

Zum anderen scheint der Bedarf an sehr kurzfristig verfügbaren Vermögenstiteln aktuell sehr gross zu sein - auch ein Resultat der grossen Unsicherheit. (sda/per)

teilen
teilen
0 shares
3 Kommentare
Fehler
Melden
Goldmünzen sind bei Sammlern begehrt (Symbolbild) play
Komplizierte Geldanlage? Lukas Reimann will einen Goldfranken für Jedermann. sda
Lukas Reimann, Nationalrat SVP, zeigt Freunden aus Frankreich und letzte Woche Freunden aus Norwegen die Ostschweiz, St. Gallen, den Säntis, den Bodensee und den Rheinfall. play
Lukas Reimann: sorgt sich um die Kleinanleger. ZVG

Braucht die Schweiz eine alternative Währung zum Schweizer Franken?

Abstimmen

TOP-VIDEOS

3 Kommentare
  • Zwahlen  Rudolf , via Facebook 23.05.2012
    Ich würde sofort einige Gold-Tausender kaufen.Einesteils als Wertanlage,andererseits stabilisiere ich den Franken,weil eine Deckung in Gold dafür besteht und erst noch in der Schweiz gelagert.
  • Kurt  Aerne aus Wattwil
    23.05.2012
    Nehmen wir mal einen Goldtaler zum Goldpreis von Fr.45000 in zwei
    Jahren sinkt dieser auf Fr.16000,wer trägt den Verlust? Der Goldfranken soll ja stabil bleiben.Wieder eine Schlüersche Milchbüchleinrechnung
  • Pascal  Meister , via Facebook 23.05.2012
    Man kann einfach Gold-ETF-Anteile von der Zürcher Kantonalbank kaufen, die Bank hat dafür echtes Gold im Tresor. Übrigens, der Goldpreis in Schweizer Franken schwankt viel weniger als gemessen in US-Dollars, von daher ist der Goldpreis aktuell überhaupt nicht unter Druck...