Auch in Freiburg bringt der Kurs von Gerhard Pfister nicht die Wende CVP-Talfahrt geht weiter

Die CVP verliert auch in der Hochburg Freiburg – und musste damit in allen acht kantonalen Wahlen 2016 Federn lassen. Der konservative Kurs von CVP-Chef Gerhard Pfister verfängt nicht. Im Gegenteil.

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In welche Richtung rückt die Schweizer Politiklandschaft? Seit dem Rechtsrutsch bei den Nationalratswahlen vor einem Jahr wurde in acht Kantonen gewählt – gestern in Freiburg. Mit grosser Spannung erwartet wurde insbesondere das Abschneiden der CVP. Schliesslich ist Freiburg neben Wallis und Luzern die letzte verbliebene Hochburg der christlichen Volkspartei.

Überflügelt von der SP

Hier musste der von Neo-CVP-Schweiz-Präsident Gerhard Pfister eingeschlagene, konservative Kurs endlich einen ersten Erfolg bringen.

Die Hoffnung war vergebens. Die CVP verliert auch im Röstigraben-Kanton. Vier Sitze sind es insgesamt. Doch die tun besonders weh. Denn die CVP ist mit 27 Sitzen ab sofort nicht mehr die stärkste Kraft im Parlament. Überflügelt wird sie von der SP, die ein Mandat verliert und auf 28 Sitze kommt. Die grosse Gewinnerin ist die FDP (+4).

In acht kantonalen Wahlen verloren

Nun ist die CVP so richtig im Jammertal angekommen. In allen acht bisherigen kantonalen Wahlen war sie die grosse Verliererin. Insgesamt 15 Sitze gingen flöten. Am meisten in St. Gallen und nun in der Nicht-mehr-Hochburg Freiburg (siehe Tabelle).

Auch die BDP ging überall, wo sie Sitze besetzte, unter. In Freiburg flog sie ganz aus dem Parlament, insgesamt resultiert ein Minus von acht Mandaten. Die Mitte muss also massiv Federn lassen – und die Polparteien gewinnen. Die FDP konnte den Schwung aus den Nationalratswahlen mitnehmen und legte um neun Mandate zu. Ebenso die SVP, die insgesamt acht Sitze dazugewann. Aber auch die SP weist ein Plus von fünf Sitzen auf.

CVP erzielt bestes Ergebnis in der Exekutive

Dennoch konnte auch die CVP gestern ein bisschen jubeln. Bei den Staatsratswahlen in Freiburg verteidigte sie ihre drei Sitze überraschend bereits im ersten Wahlgang. Das beste Resultat erzielte der bisherige CVP-Staatsrat Jean-Pierre Siggen gefolgt Maurice Ropraz (FDP), Georges Godel (CVP) und dem neuen Olivier Curty (CVP).

Die verbleibenden drei Sitze, die bislang in linker Hand waren, werden im zweiten Wahlgang vergeben. Ob die Linke diese jedoch verteidigen kann, ist höchst fraglich. Denn das bürgerliche Bündnis möchte einen fünften Sitz erobern. Mit Peter Wüthrich (FDP) auf dem fünften Platz schnitt es besser ab als SP-Nationalrat Jean-François Steiert. Den siebten Zwischenrang belegt Stéphane Peiry (SVP).

Die beiden bisherigen Frauen Marie Garnier (Grüne) und Anne-Claude Demierre (SP) landeten abgeschlagen dahinter. Gut möglich also, dass die Freiburger Regierung nicht nur bürgerlicher wird, sondern auch männlicher.

Publiziert am 07.11.2016 | Aktualisiert am 06.01.2017
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  • Robert  Mueller aus Basel
    07.11.2016
    Ach, hat sich doch die CVP immer als das "Zünglein an der Waage" (Googelt mal) aufgespielt, die den Mehrheiten erst die absolute Verschaffen kann. Das ist die Quittung davon, kein Profil zu haben und nur Machtinteressen zu fokussieren. Sicher hilft sDoris auch nicht gerade bei der Glaubwürdigkeit eines Parteiprogrammes, wenn man immer nur CO2, Energie, ÖV, Treibstoff-Steuern erhöhen will. Zudem kommt noch hinzu dass die Energiestrategie 2050 als ihr Prestige Zuwenig Konsens hat. Fail!
  • News  Man 07.11.2016
    Mit Pfister und dem konservativen Kurs wird eine Wende kaum möglich sein. Die Partei ist irgendeine Mischform aus FDP und SVP ohne klarem Profil. Mit Pfister hat sich die Partei definitiv aus den Mitteparteien verabschiedet. So wird entweder FDP oder SVP gewählt. In der heutigen Form ist die CVP überflüssig.
  • Anselm-Gilbert  Karlen aus Naters
    07.11.2016
    Die CVP weiss nicht was sie will. Daher hat sie keinen Erfolg. Es braucht diese Partei auch nicht. Die Flügel sind rechts mit der SVP-FDP inder mitte mit der GLP-BDP und links mit der SP abgedeckt. So ein Chämaleon ist heute nicht mehr zeitgemäss und auch nicht gefragt. Mit Pfister marschiert diese Partei nun stramm rechts das zerreist diese Flügel und die Partei wird in sich zusammenstürzen und richtigerweise aufgelöst werden.
  • Werner-René  Zwicky aus Chur
    07.11.2016
    Für mich ist diese CVP einfach nicht greifbar. Eine richtige Wind- und Fahnenpartei. Mal flattert sie nach links dann wieder nach rechts. Eine Partei ganz nach dem Motto: Habe ich heute keine eigene Meinung, dann vielleicht morgen oder übermorgen ev. auch gar keine. Dass eine FDP (Abzockerpartei) 4 Sitze gewonnn hat, verwundert mich allerdings sehr. Sind doch eh alles geldgierige Lobbyisten.
  • Therese  Schenk 07.11.2016
    Die CVP ist ganz einfach überflüssig und nicht zeitgemäss! Andere aber eigentlich auch oder ........