Atomausstiegs-Initiative Frauenpower gegen Atomstrom

Das Rennen um die Atomausstiegs-Initiative ist wenige Tage vor der Abstimmung noch offen. Klar ist aber: Kommt die Initiative durch, dann dank der Frauen. Diese stellen sich mehrheitlich hinter das Anliegen – und damit gegen Atomministerin Doris Leuthard.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Unternehmenssteuerreform III Gemeinden drohen mit Initiativen
2 Vorerst keine weiteren Reformen geplant Oberste Erziehungsdirektorin...
3 CVP- und FDP-Ständeräte im Einbürgerungs-Dilemma Im Boot mit dem...

Politik

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
99 Kommentare
Fehler
Melden

Atomministerin Doris Leuthard droht am 27. November der Super-GAU. Den Grünen könnte mit ihrer Atomausstiegs-Initiative der Überraschungscoup gelingen, das zeigen zwei neue Umfragen. Gemäss jener von Tamedia sagen derzeit 57 Prozent Ja und 42 Prozent Nein. Die SRG-Umfrage kommt auf 48 Prozent Ja- und 46 Prozent Nein-Anteile.

Gardi Hutter play
«Alle wollen wir billigen Strom, aber die Folgekosten überlassen wir grosszügig unseren Kindern und Kindeskindern.» Clownin Gardi Hutter (63) STEFANO SCHROETER

«Die Initiative führt zu einer übereilten Abschaltung, die Energiestrategie 2050 bringt eine bessere Lösung», erklärt CVP-Frau Leuthard ihren Einsatz für ein Nein.

Frauen mehrheitlich für Initiative

Doch ausgerechnet die Frauen könnten Leuthard einen Strich durch die Rechnung machen. Im Gegensatz zu den Männern stimmen diese der Initiative mit 56 Prozent mehrheitlich zu.

Dass sich die Frauen stärker mit der Initiative identifizieren, zeigt sich in der Kampagne. Zwar treten bei den Gegnern bürgerliche Politikerinnen und Wirtschaftsfrauen – so etwa BKW-Chefin Suzanne Thoma – gegen die Initiative an. Doch die Befürworter wissen ein breites Frauenkomitee hinter sich, dem sich über 1200 Frauen – von der Hausfrau bis zur Umweltwissenschaftlerin – angeschlossen haben.

Hinzu kommt weibliche Prominenz ausserhalb von Politik und Wirtschaft: Umweltschützerin Vera Weber, Ex-Miss-Schweiz Lolita Morena, Fernseh-Legende Helen Issler oder Clownin Gardi Hutter engagieren sich für den rascheren Atomausstieg.

Frauen sensibler für Umweltanliegen

«Mit jedem Tag, den die AKW länger am Netz bleiben, wird mehr Atommüll produziert, den niemand haben will und dessen sichere Endlagerung bis heute nicht gewährleistet ist», sagt Weber zu BLICK. Sie verspricht sich nach einem Ja neuen Schub für die Solarstrom-Förderung – hier habe die Schweiz die Entwicklung «völlig verschlafen».

Dass die Frauen bei der Atomausstiegs-Initiative den Ausschlag geben könnten, weiss Weber aus ihrem Kampf für die Zweitwohnungs-Initiative. Frauen seien sensibler und offener für Tier-, Natur- und Umweltschutzanliegen als Männer. «Sie denken an die Kinder, die in Zukunft auch in einer lebenswerten, sicheren Welt leben möchten.»

  play
Ex-Miss-Schweiz Lolita Morena: «Die Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima haben mich etwas gelehrt: Das Spiel ist den Einsatz nicht wert.» ZVG

Das bestätigt Ex-Miss Morena: «Für unsere Kinder, für die Umwelt und aus Verantwortung gegenüber den zukünftigen Generationen stimme ich Ja zum geordneten Atomausstieg», sagt die Westschweizerin. «Die Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima haben mich etwas gelehrt: Das Spiel ist den Einsatz nicht wert.»

Und Fernseh-Legende Issler warnt: «Ein Atomunfall würde das schweizerische Mittelland für Jahrhunderte unbewohnbar machen.»

atom2.jpg play
Fernsehlegende Helen Issler: «Ein Atomunfall würde das schweizerische Mittelland für Jahrhunderte unbewohnbar machen.»

Männerkraft oder Frauenpower? 

Bundesrätin Leuthard wird bei ihren Geschlechtsgenossinnen also noch viel Überzeugungsarbeit leisten müssen. Oder darauf hoffen, dass Männerkraft die Frauenpower bodigt.

Publiziert am 17.11.2016 | Aktualisiert am 22.11.2016
teilen
teilen
0 shares
99 Kommentare
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

99 Kommentare
  • Michael  Meienhofer aus Ostermundigen
    17.11.2016
    Eines hat der Schweizer-Raclettkäse mit dem Atomaustieg gemeinsam . beide ziehen lange Fäden. Tschernobil vergessen? Da gelobte man bald auszusteigen - Fukushima : man sollte endlich aussteigen - Marode KKWs - mann soll nicht mehr aussteigen, denn : bei einem nuklearen GAU in der Schweiz brauchen wir sie danach nimmer - das ist die einzig sichere Sache ! Man beträufle die Stimmbürger weiterhin mit Alternativmethoden, mit Stromsparen und mit fadenscheinigen Garantien...
  • Renato  Besomi 17.11.2016
    Was wissen diese sogenannten Promis vom Sparen!!! Aber in der Schweiz ist es immer dasselbe, wir produzieren keinen müll sondern lassen es von unseren Nachbarn machen und entsorgen. Bei Umfragen benützt keiner das Auto und alle Heizen extrem Umweltfreundlich. Warum haben wir den soviele Staus. Diese AKWs werden laufend kontrolliert und sind somit sicher. Der Energie konsum steigt stetig und mit mehr Einwanderungen noch schneller.
  • Reto  Schneider aus Kleindöttingen
    17.11.2016
    Die Elektrogeräte werden immer sparsamer. Wer ein neues Gerät besitzt weiss aber auch das sie für die selbe Arbeit immer länger brauchen. Mit der Annahme der Initiative würde auch die Spitzensperrung (Stromsperre für Waschmaschine etc. in der Mittagszeit) wieder eingeführt. So....Man stelle sich vor man wohne in einer Mietwohnung und klann im besten Fall 1x pro Woche waschen. Wenn es hoch kommt bringt man dann noch 2 Maschinen durch....Liene Hausfrauen, wollt Ihr das?
  • Wil  Vonier , via Facebook 17.11.2016
    Da ist Frauen-power ist hier nicht gefragt. Die CH AKWs sind sauber-sicher- und werden laufen kontrolliert. Fukushima war ein Ungluecksfall durch Naturkastrophen. Warum wohl bauen die Japaner weiterhin neue AKWS?? und warum sollen die Schweizer bei einem
    CH AKW Ausstieg den Strom im Ausland holen, ua aus AKWs.
    Deshalb NEIN zu solchen Initiativen. In 20 Jahren sieht es moeglicherweise anders aus.Bis dann sind-vielleicht - die erneuerbaren Energien einiges weiter!
  • Gian  Zender , via Facebook 17.11.2016
    Das ist bestimmt ein kontroverses Thema, nur liebe Grünen, zuerst AKW verbieten wollen, dann Sturm laufen, wenn man Windparks bauen will mit teilweise haarsträubenden Argumenten (Ameisenschutz). Fakt ist, werden AKW abgeschaltet, gibt es einfach dreckigen Kohlestrom aus dem Ausland. Was ist Euch lieber?
    • Antonio  Retica aus Nussbaumen
      17.11.2016
      Nein nein Herr Zender gemäss Frau Rytz ist es kein Problem nach einem JA erneuerbare Energien für 3 Atomkraftwerke zu finden. Diese Energie steht sozusagen auf Abruf und nur die bösen Atomkraftwerk-Betreiber verhindern die Ausbreitung. Dabei ist es so, dass in Frankreich für diesen Winter Dunkelheit und Kälte in Paris vorausgesagt wird weil Frankreich ein Stromproblem hat (siehe Artikel im Online Spiegel). Wieso steht nichts davon in den CH-Medien?