Atomausstiegs-Initiative Atom-Frage elektrisiert das Volk

BERN - Die Atomausstiegs-Initiative bewegt das Stimmvolk. Der bisherige Rücklauf in den Gemeinden deutet auf eine hohe Stimmbeteiligung hin. Claude Longchamp rechnet mit 53 Prozent.

Produziert wieder Strom: AKW Gösgen im Kanton Solothurn play
Die Atomausstiegs-Initiative dürfte für eine überdurchschnittliche Stimmbeteiligung sorgen: AKW Gösgen. Keystone

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Mit der Atomausstiegs-Initiative kommt am 27. November nur eine einzige nationale Vorlage an die Urne. Doch diese bewegt das Stimmvolk. BLICK hat bei einigen Gemeinden nachgefragt – und viele rechnen mit einer überdurchschnittlichen Stimmbeteiligung von über 50 Prozent.

Staunen in St. Gallen

In der Stadt St. Gallen liegt der Rücklauf aktuell bei 29,6 Prozent, wie Einwohneramtsleiter Stephan Wenger erklärt. Und damit sogar einige Prozente höher als bei der Durchsetzungs-Initiative im Februar, die in der Schweiz mit  62,6 Prozent für eine der höchsten Stimmbeteiligungen überhaupt sorgte.

Der hohe Rücklauf hat Wenger derart erstaunt, dass er extra nochmals überprüfen liess, ob die Hochpräzisionswaage richtig kalibriert ist, mit der die Couverts gewogen werden. «Aber sie stimmt», so Wenger. 

Atomkritisches Basel 

Eine hohe Stimmbeteiligung zeichnet sich auch im atomkritischen Basel ab. Dort haben bereits 27,5 Prozent der Stimmberechtigten brieflich abgestimmt. Bei der September-Abstimmung waren es zum gleichen Zeitpunkt erst 16,9 Prozent.

Und auch in Basel ist der Anteil bereits höher als bei der Durchsetzungs-Initiative im Februar, wo der Anteil zum vergleichbaren Zeitpunkt bei 25,3 Prozent lag.

Basel-Stadt gehört zu jenen Kantonen, welche regelmässig atomkritisch abstimmen.

AKW-Kanton Aargau mobilisiert

Doch auch im AKW-Kanton Aargau dürften mehr Stimmberechtigte an die Urne strömen als normal. In der Stadt Aarau beträgt der Rücklauf bisher rund 20 Prozent. Bei der September-Abstimmung waren es zum gleichen Zeitpunkt erst 12 Prozent.

In der Stadt Zürich liegt der Rücklauf aktuell bei knapp 19 Prozent. Das liege im Vergleich «leicht über dem Durchschnitt», heisst es bei der Stadtkanzlei.

Auch in der Stadt Luzern rechnet man mit einer überdurchschnittlichen Beteiligung. Gestern lag der Rücklauf bei knapp 15 Prozent, das sei im Vergleich «recht viel». Und im Kanton Genf liegt der Rücklauf bereits bei vergleichsweise hohen 17 Prozent.

Von den angefragten Gemeinden meldet nur Liestal, dass der bisherige Rücklauf in etwa gleich hoch sei wie bei der Abstimmung im September.

Longchamp tippt auf 53 Prozent

Politologe Claude Longchamp wagt jedenfalls eine Prognose: «Die publizierten Stimmbeteiligungen in Kantonen und Städten lassen gemittelt auf eine nationale Beteiligung von 53 Prozent schliessen», twittert er.

Eine hohe Stimmbeteiligung dürfte tendenziell den Initianten helfen, weil die Atomausstiegs-Frage gerade im Ja-Lager mit vielen Emotionen verbunden ist.

Gelingt den AKW-Gegnern die Mobilisierung tatsächlich, liegt am 27. November eine Überraschung in Reichweite.

Publiziert am 15.11.2016 | Aktualisiert am 18.11.2016
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38 Kommentare
  • Balduzzi  Sebastian aus Möhlin
    16.11.2016
    Ich verstehe das Problem mit der Importenergie nicht. So wie ich es gelehrnt habe ist der Strom ja sowieso der gleiche. Also mein Tv geht auch in Deutschland. Hab es getestet, ausser die blöden stecker;) Schweizer Benzin, und Gas habe ich auch noch keins gefunden,
    wir imporieren sogar Wasser, obwohl dasja ganz einfach aus dem Hahnen kommt und meist noch besser ist.
    Aber eben der böse Ausländische Strom.
  • Boris  Kerzenmacher 16.11.2016
    Wenn es das nächste mal kracht, dann hoffentlich nicht in der "Blauen Banane". Das heisst in England, Holland, Belgien, Deutschland, Schweiz. In dieser sehr dicht besiedelten Region stehen sehr viele Atomkraftwerke. Unter anderem Cattenom, Fessenheim oder Leibstadt. Wenn einer von denen hochgeht sind 20-50 Millionen Menschen direkt betroffen.
    Und Fehler können und werden wieder passieren. Die Frage ist nur, wie lange es dauert bis wieder ein Unfall wie in Fukushima oder in Tschernobyl passiert.
  • kurt  schlup aus Holziken
    16.11.2016
    Ich stimme aus einem Grund mit nein. Ein Beispiel aus dem Aargau zeigt auf den es wird schon wieder mit Einsprachen gegen ein Windkraftpark gekämpft. Solche Beispiele gibt es Schweizweit ein Fach zu viele führ einen Geordneten Ausstieg. Denn es sind dieselben Leute und Politiker wo führ den ausstieg sind auch die Verhinderer beim umbau der Erneuerbaren Energie. Solange man aus solche Politiker man sich Abstützt kann man nicht führ den ausstieg Stimmen.
    • Hans-Peter  Brechbühl 16.11.2016
      Herr Kurt Schlup Sie haben den Nagel auf
      einen Schlag versenkt, solche Beispiele wie
      Sie beschreiben gibt es viele, trotzdem haben
      auch die grünen ein Arsenal von Elektrogeräten
      zu Hause, aber die Hauptsache ist ja sie können
      überall protestieren.
  • Balduzzi  Sebastian aus Möhlin
    16.11.2016
    Solange die Akw`s noch laufen, wird es keine Anreize geben an dieser Situation etwas zu änder. Man sieht ja in vielen bereichen wie die Wirtschaf dänkt. Ihr ist nur das Geld wichtig, und nicht das Volk.
    die lösungen werden aber bis jetzt häufig von den Stromkonzernen blockiert, da sie dann ja weniger verdienen. das dies klappen kann sehen wir ja im Weltweit ersten autarken mfh in Brütten ZH.
    also los Schweiz, zeigen wir der Welt wie man es richtig machen kann.
    • Paul  Rohner aus Bern
      16.11.2016
      Wecher Familienvater mit Ehefrau und Kindern kündigt seine Mietwohnung, bevor er einen neuen Vertrag für eine Andere in den Händen hat. Denen würde man Verantwortungslosigkeit vorwerfen. Ich bin gerne bereit, wenn es mal eine Garantie gibt, dass der Strombedarf der Schweiz mit eigenen Mitteln, ohne EU Einfuhren gesichert ist. Bis dann gilt für mich NEIN, NEIN und nochmals NEIN.
  • Rolf  Hess 16.11.2016
    Wie wir hier lesen können, ist Mann oder Frau einfach gegen Kernkraftwerke weil man ihnen laufend Angst macht. Vernünftige Argumente dagegen suche ich im ganzen Artikel vergebens. Dass immer noch kein Endlager haben, liegt an denselben Leuten, die jetzt abstellen wollen. Sie verhindern seit 43 Jahren, dass die NAGRA endlich ein Endlager bauen kann. So viel Hinterlist zu diesem Thema von den Grünen und der SP hat mit normalem Denken nichts am Hut.
    • Moritz  Engler aus Zürich
      16.11.2016
      Ja, Herr Hess. In Tschernobyl baut man seit 30 Jahren an Hüllen und Sarkophagen. Alleine die Bauarbeiten kosten unzählige Milliarden.
      Da Sie ja keine Angst haben, werden Sie auch bereit sein hochradioaktiven Bauschutt wegzuräumen.
    • Silvio  Mayer , via Facebook 16.11.2016
      Im Falle eines gravierenden Unfalls ist die Schweiz grösstenteils unbewohnbar. Das Risiko tragen wir alle, den Profit erhalten aber die Atomkraftwerks Betreiber. Mir reicht das als Argument. (Und auch in der Schweiz kann so etwas passieren. Möchte nicht wissen, was da alles gemauschelt wurde und wird... Von der Technologie Nation Japan hätte man das ja auch nicht gedacht.)