Wegen Schnellverfahren Asylgesuche aus Balkanstaaten gehen zurück

  • Publiziert: 16.09.2012

Die Einführung von Schnellverfahren für Asylsuchende aus Balkanstaaten zeigt gemäss ersten Zahlen offenbar Wirkung: Die Gesuchszahlen aus Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Serbien und Albanien sind deutlich zurückgegangen.

In den letzten beiden Augustwochen gingen aus diesen Staaten, für die seit 2009 respektive 2010 keine Visumspflicht mehr gilt, noch 70 Gesuche ein. In den beiden Wochen davor waren es 274 gewesen, wie die Statistik des Bundesamts für Migration (BFM) zeigt.

Ausserdem entscheiden sich wesentlich mehr Asylsuchende aus diesen Staaten zu einer Ausreise: Seit der Einführung des 48-Stunden-Verfahrens am 20. August reisten 432 Personen aus dem Balkan freiwillig in ihr Herkunfsland zurück, wie Michael Glauser vom BFM gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte. Er bestätigte einen Bericht der «SonntagsZeitung»/»Le Matin Dimanche».

In den Monaten zuvor sind viel weniger Menschen freiwillig zurückgekehrt. Grund für die Zunahme ist laut Glauser, dass den Asylsuchenden neu eine Einreisesperre droht, wenn sie die Ausreisefrist verstreichen lassen. Das wollen viele der meist jungen Migranten offenbar nicht riskieren.

Seit 20. August erhalten Asylsuchende aus visumsbefreiten europäischen Staaten innert zwei Tagen einen erstinstanzlichen Entscheid über ihr Gesuch. Das Schnellverfahren kam in den ersten drei Wochen 159 mal zur Anwendung.

Der Grund für die Einführung der verkürzten Verfahrens war der markante Anstieg von Asylgesuchen aus dem Balkan in den Monaten zuvor gewesen. (SDA)

Beliebteste Kommentare

  • Max  Müller , Reinach
    Na geht doch,und warum macht man dies nicht schon seit Jahren???
  •   Mark Berner , Bern
    So einfach würde es eigentlich gehen !! Sieht man wieviel Missbrauch da betrieben wird !

Alle Kommentare (17)

  • Esther  Bosshart , via Facebook
    Schon eigenartig, dass es nun geht und vorher sah man keine Möglichkeit.
    • 17.09.2012
    • 42
    • 0
  • Yvan  Buchs , Wald
    Positive Aussichten immerhin...
    • 16.09.2012
    • 85
    • 1
  • patrick  müller
    Und wieso geht das nur für visumbefreite Europa-Staaten? Das könnte man noch auf etliche andere Staaten anwenden.
    Aber zumindest mal ein guter Anfang. Jetzt nur nicht auf dem Erfolg ausruhen. Weiter so
  • Hans  Häberli , via Facebook
    Ah, hier wird offenkundig, was die Spatzen schon längst von den Dächern pfeifen; wie offensichtlich der Missbrauch im Asylbereich doch ist.
  • Barbara  Sägesser
    Frage mich auch, weshalb solches nicht bereits früher gemacht wurde.... Doch, tja, man weiss ja in welchen Händen das EJPD die letzten Jahrzehnten vor BR Sommaruga war....
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