Attraktive Schweiz Asyl-Rekordjahr – weltweit auf Rang 4

In der Schweiz wurden 2011 pro Tausend Einwohner 2,5 Asylgesuche gestellt. Das bedeutet unter 44 untersuchten Industrieländern Platz vier, hinter Malta, Luxemburg und Schweden.

  • Publiziert: 27.03.2012
  • Von Peter Brühwiler

19’440 Asylgesuche wurden hierzulande im letzten Jahr gestellt. Wie das Hochkommissariat für Flüchtlinge in Genf gestern mitteilte, liegt die Schweiz damit unter 44 untersuchten Industriestaaten auf Rang 9. Auf die Anzahl Einwohner gerechnet resultiert gar Rang 4, hinter Schweden und Luxemburg.

Anstieg um 44 Prozent

Zuvorderst liegt in dieser Statistik Malta mit 4,4 Gesuchen pro 1000 Einwohnern; in der Schweiz waren es 2,5. Insgesamt wurden 2011 in den untersuchten Industrieländern 20 Prozent mehr Gesuche registriert als im Vorjahr. In der Schweiz stieg die Zahl gar um 44 Prozent.

Mitentscheidend für den steilen Anstieg ist der arabische Frühling. Die Zahl tunesischer Gesuchsteller habe sich gegenüber 2010 von 900 auf 7'900 verneunfacht, schreibt das Hochkommissariat für Flüchtlinge. Und: «Drei Viertel dieser Gesuche wurden in Italien und in der Schweiz gestellt.»

Migrationsamt plant Sonderflüge

Das Bundesamt für Migration registrierte 2011 laut Mediensprecher Michael Glauser 2'500 tunesische Asylbewerber. Gleichzeitig seien bis Ende letzten Jahres etwa 300 von ihnen freiwillig zurückgekehrt. Zudem wurden im Dezember zwei Tunesier per Sonderflug zurückgeschafft. In diesem Jahr sei noch kein Sonderflug durchgeführt worden, so Glauser, «aber wir planen weitere».

Über die künftige Entwicklung will er nicht spekulieren. Zwar sei die Zahl der Gesuche im Februar erstmals wieder gesunken, von einer Tendenz könne man aber nicht sprechen - «der Druck aus Afrika ist nach wie vor da».

«Top Ten» der Asyldestinationen:

LandGesuche pro 1000 Einwohner
Malta4,4
Luxemburg4,3
Schweden3,2
Schweiz2,5
Belgien2,4
Liechtenstein1,9
Norwegen1,9
Österreich1,7
Zypern1,6
Frankreich0,8

Petition gegen Toggenburger Asylunterkunft

Die SVP Toggenburg will mit einer Petition öffentlich Druck gegen weitere Asylunterkünfte im Toggenburg machen. Das Tal dürfe nicht zum kantonalen oder nationalen Asylzentrum werden, schreibt sie in einer Mitteilung. Der Kanton sucht seit Wochen nach zusätzlichen Asylunterkünften. Weil die bisherigen Unterkünfte ausgelastet sind, müssen in St. Gallen Plätze für zusätzliche 200 Asylsuchende zur Verfügung gestellt werden. Fündig geworden ist man in der Gemeinde Ebnat-Kappel. Die Toggenburger Gemeinde unterstützt die Möglichkeit, ein Berghaus für drei Monate als Gruppenunterkunft für 50 Asylsuchende zur Verfügung zu stellen. Dieses «ausdrücklich temporäre Vorgehen» habe man unterstützt, schreibt die SVP Toggenburg. Dass nun am 1. Juni in einem ehemaligen Gasthaus in Ennetbühl eine weitere Asylunterkunft eröffnet werden soll, geht der Volkspartei jedoch zu weit: «Eine weitere Asylunterkunft mit bis zu 60 Personen überspannt den Bogen im Togenburg eindeutig», teilt sie mit. (sda/per)

Beliebteste Kommentare

  • Domenig  Wilhelm
    Wer wundert sich dabei. Die Schweiz als das Flüchtlingsparadies in allen sozial schwachen Länder weit bekannt. Welches Land wird uns einmal aufnehmen, wenn wir ausgequetscht sind wie eine Zitrone? Oder wenn die Schweizer aus ihrem eigenen Land flüchten müssen wegen Platzmangel oder nicht anpassen an die Ausländer?
    • 27.03.2012
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  • Hugo  Ehrismann
    Wenn unsere Behörden im Asylwesen nicht schnell etwas ändern an diesen unhaltbaren Zuständen die wir haben dann wird ein Teil der CH Bevölkerung bald einmal zu Rassisten.Unsere Grenzen sind löchrig wie ein gewisser CH - Käse.Egal was die marode EU und Brüssel dazu sagen,die Schweiz hat keinen Platz für noch mehr Scheinasylanten und Wirtschaftsflüchtlinge.Geht man in grössere Bahnhöfe am Abend wird man meistens dumm angemacht von diesen Typen und das könnte irgendwann mal eskalieren.Ich warte auf den Tag wo der erste Zusammenstoss stattfindemn wird - und der kommt der Tag das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.Macht die Grenzen dicht - keiner soll mehr ins Land kommen das Fass ist schon am überlaufen nur merken das gewisse Politiker nicht in Bern.
    • 27.03.2012
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Alle Kommentare (15)

  • Hugo  Ehrismann
    @ Frank Bussmann,Solothurn - ich sage nicht wir hätten keinen Platz für echte Flüchtlinge - was auch immer sie darunter verstehen mögen.Die Nordafrikaner aus Tunesien - Libyen usw.sind grösstenteils keine echten Flüchtlinge sondern Wirtschaftsflüchtlinge und Scheinasylanten.Auch für die echten Flüchtlinge hat die Schweiz irgend wann keinen Platz mehr.Die Schweiz ist nicht die USA - wir haben nur beschränkt Platz.Wir kommen uns im eigenen Land schon als Ausländer vor und das kann doch nicht sein.Der Knall der kommt - verlassen sie sich drauf Herr Bussmann.
    • 27.03.2012
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  • Barbara  Sägesser
    Ich versuche es nochmals und danke Blick für die Veröffentlichung: Wir haben es zumindest teilweise in der Hand wieviele Flüchtlinge generiert werden und wohin sie ziehen. Ebenso haben wir es in der Hand, ob diejenigen die hier sind zu unserer Gesellschaft beitragen oder "schmarozen". Also tun wir doch unser möglichstes dazu keine Kriege direkt oder indirekt unterstützen - Handy und Coltan, resp. Waffenverkauf z.B., Perspektiven möglichst in den Heimatländern erhalten anstelle Abkommen abschliessen um die eigene Wirtschaft anzukurbeln etc.Entsprechendes gilt auch für sauberes Wasser und genügend Nahrung.vor Ort.
    • 27.03.2012
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  • Hugo  Ehrismann
    Wenn unsere Behörden im Asylwesen nicht schnell etwas ändern an diesen unhaltbaren Zuständen die wir haben dann wird ein Teil der CH Bevölkerung bald einmal zu Rassisten.Unsere Grenzen sind löchrig wie ein gewisser CH - Käse.Egal was die marode EU und Brüssel dazu sagen,die Schweiz hat keinen Platz für noch mehr Scheinasylanten und Wirtschaftsflüchtlinge.Geht man in grössere Bahnhöfe am Abend wird man meistens dumm angemacht von diesen Typen und das könnte irgendwann mal eskalieren.Ich warte auf den Tag wo der erste Zusammenstoss stattfindemn wird - und der kommt der Tag das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.Macht die Grenzen dicht - keiner soll mehr ins Land kommen das Fass ist schon am überlaufen nur merken das gewisse Politiker nicht in Bern.
    • 27.03.2012
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    • Frank  Bussmann , Solothurn , via Facebook
      Und die echten Flüchtlinge stehen bereits vor den Toren. Diese wird man dann nicht einfach abwimmeln können. Respektive die Scheinflüchtlinge besetzen deren Unterkünfte. Die einen notabene bereits seit 20 und mehr Jahren.
      • 27.03.2012
      • als Kommentar auf Hugo  Ehrismann
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  • Rolf  Wittwer
    Dass Schweden noch vor der Schweiz rangiert, dürfte viele überraschen. Wer diese "Szene" ein bisschen medial verfolgt, wird feststellen, dass punkto Probleme das Land dem unsrigen mindestens ebenbürtig ist. Bezeichnenderweise für die Situation im Norden ist die Tatsache, dass sich viele einheimische Frauen ihre Haare dunkel färben lassen, damit sie nicht so schnell als "Freiwild" erkennbar sind. Im Uebrigen werden z.B. in Norwegen praktisch sämtliche Vergewaltigungen und ebensolche Versuche von Asylanten verübt. In den jeweiligen einheim. Bevölkerung brodelt es gewaltig. Diese Fakten werden von Medien wohlweislich bagatellisiert und deshalb verschwiegen. Also da ist nicht mehr viel mehr vorhanden vom einst schönen, freien Schweden.
    In ganz Europa dieselben Immigrations-Probleme. Und diese werden in Zukunft noch um Einiges grösser werden!
    • 27.03.2012
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  • Tanja  Wenzel , via Facebook
    Nur weiter so. Mit unserer Politik werden wir Platz 1 in den nächsten Jahren sicher erreichen.
    • 27.03.2012
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