In der Schweiz wurden 2011 pro Tausend Einwohner 2,5 Asylgesuche gestellt. Das bedeutet unter 44 untersuchten Industrieländern Platz vier, hinter Malta, Luxemburg und Schweden.
19’440 Asylgesuche wurden hierzulande im letzten Jahr gestellt. Wie das Hochkommissariat für Flüchtlinge in Genf gestern mitteilte, liegt die Schweiz damit unter 44 untersuchten Industriestaaten auf Rang 9. Auf die Anzahl Einwohner gerechnet resultiert gar Rang 4, hinter Schweden und Luxemburg.
Zuvorderst liegt in dieser Statistik Malta mit 4,4 Gesuchen pro 1000 Einwohnern; in der Schweiz waren es 2,5. Insgesamt wurden 2011 in den untersuchten Industrieländern 20 Prozent mehr Gesuche registriert als im Vorjahr. In der Schweiz stieg die Zahl gar um 44 Prozent.
Mitentscheidend für den steilen Anstieg ist der arabische Frühling. Die Zahl tunesischer Gesuchsteller habe sich gegenüber 2010 von 900 auf 7'900 verneunfacht, schreibt das Hochkommissariat für Flüchtlinge. Und: «Drei Viertel dieser Gesuche wurden in Italien und in der Schweiz gestellt.»
Das Bundesamt für Migration registrierte 2011 laut Mediensprecher Michael Glauser 2'500 tunesische Asylbewerber. Gleichzeitig seien bis Ende letzten Jahres etwa 300 von ihnen freiwillig zurückgekehrt. Zudem wurden im Dezember zwei Tunesier per Sonderflug zurückgeschafft. In diesem Jahr sei noch kein Sonderflug durchgeführt worden, so Glauser, «aber wir planen weitere».
Über die künftige Entwicklung will er nicht spekulieren. Zwar sei die Zahl der Gesuche im Februar erstmals wieder gesunken, von einer Tendenz könne man aber nicht sprechen - «der Druck aus Afrika ist nach wie vor da».
| Land | Gesuche pro 1000 Einwohner |
| Malta | 4,4 |
| Luxemburg | 4,3 |
| Schweden | 3,2 |
| Schweiz | 2,5 |
| Belgien | 2,4 |
| Liechtenstein | 1,9 |
| Norwegen | 1,9 |
| Österreich | 1,7 |
| Zypern | 1,6 |
| Frankreich | 0,8 |
Die SVP Toggenburg will mit einer Petition öffentlich Druck gegen weitere Asylunterkünfte im Toggenburg machen. Das Tal dürfe nicht zum kantonalen oder nationalen Asylzentrum werden, schreibt sie in einer Mitteilung. Der Kanton sucht seit Wochen nach zusätzlichen Asylunterkünften. Weil die bisherigen Unterkünfte ausgelastet sind, müssen in St. Gallen Plätze für zusätzliche 200 Asylsuchende zur Verfügung gestellt werden. Fündig geworden ist man in der Gemeinde Ebnat-Kappel. Die Toggenburger Gemeinde unterstützt die Möglichkeit, ein Berghaus für drei Monate als Gruppenunterkunft für 50 Asylsuchende zur Verfügung zu stellen. Dieses «ausdrücklich temporäre Vorgehen» habe man unterstützt, schreibt die SVP Toggenburg. Dass nun am 1. Juni in einem ehemaligen Gasthaus in Ennetbühl eine weitere Asylunterkunft eröffnet werden soll, geht der Volkspartei jedoch zu weit: «Eine weitere Asylunterkunft mit bis zu 60 Personen überspannt den Bogen im Togenburg eindeutig», teilt sie mit. (sda/per)
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