Gegen aussen gab sich Ex-Bundesrat Blocher kämpferisch. Politisch und juristisch ging er 2007 gegen angebliche Komplott-Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Rücktritt des damaligen Bundesanwaltes Valentin Roschacher vor. Er warf seinen Gegnern vor, ihn mit falschen Unterstellungen aus dem Amt drängen zu wollen.Als
Bundesrat ist er nicht wieder gewählt worden. Und juristisch hat Christoph Blocher diese Woche den Kampf auch verloren, wie das Bundesstrafgericht mitteilte.Zehnmal stärker als ValiumDas Bundesgerichtsurteil deckt aber in den Nebensätzen Erstaunliches auf: Die damaligen Vorfälle haben dem SVP-Tribun offensichtlich schlaflose Nächte bereitet. Und zwar in solchem Ausmass, dass er vom Arzt das Beruhigungsmittel Rohypnol verschrieben bekam.Rohypnol ist nicht irgendein Schlafmittelchen, sondern etwas vom Stärksten, was auf dem rezeptpflichtigen Markt zu haben ist.Rohypnol ist ein Beruhigungsmittel, das rund zehn mal stärker ist als Valium. Die Pille wirkt je nach Dosis 10 bis 70 Stunden lang und macht rasch süchtig.In den USA verbotenIn den USA ist Rohypnol als Vergewaltigungs-Droge verrufen und streng verboten. Dies weil die Pille in
Getränke gemischt wird, um Frauen willenlos zu machen und um sie zu vergewaltigen. Die Opfer können infolge der extrem starken Wirkung des Medikaments sich meistens an keine Details der Tat erinnern. Darum nennt man das Medikament im Volksmund auch K.o.-Tropfen.Dass Christoph Blocher von seinem Arzt das K.o.-Mittel verschrieben bekam, dürfte mit seinen schon vor dem Komplott-Vorwurf bestehenden Schlafverhalten zu tun haben. Der SVP-Politiker kokketierte immer wieder damit, dass Schlafen «Luxus» ist und er mit «drei bis vier Stunden Schlaf pro Nacht» auskomme. Da stellte sich medizinisch die Frage: Wie hilft man jemandem, der praktisch nicht schläft und dennoch über Schlaflosigkeit klagt?Da wird sich sein Arzt gesagt haben: Da hilft nur das stärkste vom Stärksten – Rohypnol.