Armee modernisiert den Speiseplan für 1,5 Millionen Franken Auberginengratin statt «Spatz»

ZÜRICH - Die Armee setzt bei der Verpflegung ihrer Soldaten immer stärker auf gesunde, einheimische Produkte. Dies kostet: Der jährliche Verpflegungskredit ist um 1,5 Millionen Franken erhöht worden.

Schweizer Armee: Modernisiert Speiseplan für 1,5 Millionen Franken play
Veganer wollen auch Militärdienst leisten können. Seit 2008 wird allerdings empfohlen, sie als dienstuntauglich zu erklären. (Archivbild) KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

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Liebe Soldatinnen und Soldaten, ist der Armee-Food heutzutage wirklich besser? Schicken Sie uns Fotos Ihres Essens auf redaktion@blick.ch. Bitte Ihren Namen und Beschreibung des Menüs nicht vergessen. Danke!

Was bekommen Soldaten auf den Tisch? Respektive in die Gamelle? Dies regelte das 265 Seiten starke Reglement 60.6, das Handbuch für Truppenköche und Fouriere, aus dem die «NZZ» heute genüsslich zitierte. «Die Bedeutung des Essens und des Trinkens bezüglich Motivation, Leistungsfähigkeit und Gesunderhaltung darf niemals unterschätzt werden», heisst es darin etwa.

Tatsächlich geht die Armee in Sachen Verpflegung mit dem Zeitgeist. Waren früher fettige und fleischreiche Mahlzeiten der Normalfall, wird heute mehr Wert auf Ausgewogenheit gelegt. Konkret hätten berühmt-berüchtigte Speisen wie das «Atombrot» (mit Ethanol lange haltbar gemachtes Brot) oder das Dosengericht «Johnny» (Chilli con Carne aus der Dose) fast gänzlich verschwunden.  

Und auch der «Spatz» (Eintopf aus Fleisch, Kartoffeln und Gemüse) wird immer seltener bereitet. Stattdessen kommen laut «NZZ» Gerichte wie Mah-Mee, Paella, ein provenzalischer Auberginengratin oder die «Chinapfanne» auf den Tisch. 38 verschiedene Gewürze und Gewürzmittel schlägt das Armeekochbuch vor – von der Austernsauce bis zum Zitronengras. 

Der abtretende Armeechef André Blattmann verfügte 2015, dass den Soldaten wenn möglich Lebensmittel aus der Schweiz serviert werden. Frischprodukte wie Brot, Käse, Eier, Joghurt und Milch müssen zwingend aus Schweizer Produktion stammen. Beim Fleisch wird das Label «Suisse Garantie» und beim Poulet die Bezeichnung «Schweizer Geflügel» verlangt.

Auch die Politiker sorgen sich um das Wohl der Soldaten. So verlangt SVP-Nationalrat Toni Brunner eine permanente Frischmilchversorgung für die Soldaten. Eine solche gäbe «gesundheitlich als auch geschmacklich den nötigen Kick für den strengen militärischen Alltag». Rot-grüne Nationalräte ihrerseits verlangen einen wöchentlichen «Vegi-Tag», Tierschützer gar ausschliesslich Bio-Produkte.

Dies ist in der Armee derzeit kein Thema. Bereits wegen der Umstellung auf mehrheitlich Schweizer Produkte ist der jährliche Verpflegungskredit um rund 1,5 Millionen Franken erhöht worden. Die Fouriere kalkulieren mittlerweile für Frühstück, Mittag- und Abendessen sowie Zwischenverpflegung mit 8 Franken 75 – pro Soldat und Tag, inklusive Getränken. 

Publiziert am 18.10.2016 | Aktualisiert am 22.10.2016
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25 Kommentare
  • Walter  Freimann aus Zürich
    18.10.2016
    Wenn diese lokale, ausgeglichene Küche auch nur 10 Prozent der Rekruten dazu bringt, in Zukunft auch privat Schweizer Produkte zu kaufen und zu kochen, dann haben sich diese 1.5 Millionen schon gelohnt.
  • Heinz  Nütteler 18.10.2016
    die Arme braucht Männer und keine Veganerlis! Ein Soldat muss auch Stiik und Wurst essen können und nicht Körnli und Dörrfrüchte! Dosenfleisch ist gesund und gibt Kraft!
  •   Erwin B aus brüttisellen
    18.10.2016
    Ich habe letzten Winter die RS gemacht und muss sagen, dass ich im grossen und ganzen zufrieden war mit der Verpflegung. Was in diesem Artikel zu wenig zur Sprache kommt ist, dass in jeder Kompanie immer noch der KüC und der Fourier massgeblich entscheiden, was auf den Tisch kommt. Es ist nicht der Armeechef, der den Speiseplan diktiert. Unser Kadi sorgte zudem dafür, dass 2 Malzeiten in der Woche vegetarisch waren. Und ich habe es überlebt ;) Älplermakkaronen z.B. sind tip top zur Abwechslung
  • Rex  Schweizer 18.10.2016
    Wenn bei Schnee, Regen und Kälte draussen auf dem Feld und durchfroren ist, dann ist der Spatz immer noch das beste Essen, oder das berühmte Ghackets mit Hörnli. Im Militär hat Vegi und Vegan überhaupt nichts zu suchen, dieses Zeugs gibt niemals die Energie um einen langen Marsch, Nachtübungen etc durchzuhalten. Und Ausländisches Zeugs brauchen wir auch nicht im Militär.Sondern gute alte kraftvolle Hausmannskost.Nimmt mich nur Wunder welcher Oberindianer das kranke Vegi/Vegan Virus hat....
    • Heiniger  Silvia 18.10.2016
      @Rex Schweizer: Dem Spatz sehe ich auch nur Positives, jedoch die Hörnli (Teigwaren) sollten nicht aus Weizen bestehen, sondern aus Dinkel/Roggen-Mehl, auch gut ist das Emmer Mehl.
      Weizen entzündet genau gleich wie die Nachtschattengewächse. Viele bekommen oder haben deswegen Darmproblemen etc. Heute gibt es gute Möglichkeiten Teigwaren mit viel Eiweiss, die unserem Körper gut tun, (zB. Edamama Teigwaren) zu konsumieren.
      Vegan und Vegetarismus schwächt nur den Köper auf lange Sicht. -1
    • Michael  Strässle aus Zürich
      18.10.2016
      @HEINIGER SILVIA
      Wer keinen Weizen nicht verträgt hat in der Armee nichts verloren.
      Das ist keine Mensa oder Kantine die niemand diskriminieren soll.
      Hier geht es um ein Logistik die auch unter Feuer funktionieren soll.
    • Heiniger  Silvia 18.10.2016
      @Michael Strässle: Sie meinen das aber nicht im Ernst? Medizinisch geht oft wertvolle Zeit verloren, bis Zölliakie oder andere Unverträglichkeit fest gestellt werden kann.
      Eine abwechslungsreiche ausgewogene Mahlzeit kann auch Kostengünstig produziert werden, ohne Grossaufwand.
      Leider gibt es immer mehr, die unbewusst auf Nahrungsmittel reagieren, und die Schulmedizin geht überhaupt nicht darauf ein.
      Jeder Mensch reagiert anders, und es wäre fatal,solche M-Mitglieder aus zu schliessen.
    • Heiniger  Silvia 18.10.2016
      @Michael Strässle: Hoffentlich werden Sie im Laufe Ihres Lebens, mit Weizen oder Nachtschattengewächse keine Probleme kriegen.
      Dies kann lange dauern, bis man wirklich Probleme oder SCHMERZEN bekommt. Kann nur empfehlen mal zu googeln, dann staunen Sie echt. "Nachtschattengewächse und Weizenunverträglichkeit".
    • Markus  Hunziker aus Chur
      18.10.2016
      sowohl schweizer Essen als auch "ausländisches Zeugs" kann nahrhaft sein und gut schmecken. Auch vegetarisches Essen wie ein Teller Spaghetti mit Tomatensauce, Risotto oder Fondue schmecken lecker. Und ich bin kein Vegetarier.
    • Shimu  Trachsel 18.10.2016
      @Silvia Heiniger. Haben Sie wirklich das Gefühl, in der Armee könne man auf jede vorhandene oder eingebildete Unverträglichkeit Rücksicht nehmen? Laktose- / Fruktose- / Histaminintoleranz, Zöliakie, Allergie auf Nüsse, Sellerie, Tomaten, Auberginen, Hefe um nur einige zu nennen. So gesehen, darf wohl gar nichts mehr auf den Tisch kommen.
    • Heiniger  Silvia 19.10.2016
      @SHIMU TRACHSEL: NEIN, das habe ich ich NIE gesagt.
      Michael Strässle hat geschrieben, wer keinen Weizen verträgt, hat im Militär NICHTS verloren. Finde ich übertrieben.
      Meine Ansicht, es gibt immer einen Weg, um solche Schwierigkeiten zu meistern. Einige Produkte mal pro Woche zu konsumieren, die einem nicht behagen, löst kurzzeitig noch keine gravierende Nachteile aus. Jedoch auf LANGE Sicht schon.
      Habe 2 Söhne, (gelernter Koch), die im Militär so ihre Erfahrungen machten.
  • Annemarie   Setz 18.10.2016
    Hoffentlich nicht noch vegane Küche fürs Militär! Zum Auberginen-Gericht. Gerade die Aubergine ist eine Frucht (oder Gemüse) die vielen Menschen Probleme schafft, die gewisse Nachtschattengewächse und deren Früchte nicht ertragen. Also findet ein paar bessere vegetarische Gerichte, wenn es denn schon unbedingt sein muss.