Verteidigungsminister Ueli Maurer: «Armee ist bei den Schweizern kein Thema mehr»

WINTERTHUR – Die Schweizer wissen zu wenig über ihre Armee, findet Bundesrat Ueli Maurer. Das will er ändern, damit die Armee wieder nach vorne marschieren kann.

  • Publiziert: 29.01.2010, Aktualisiert: 14.01.2012
play Ueli Maurer will die Armee vorwärts bringen. (Keystone/Reuters)

Bundesrat Ueli Maurer will die Schweizer Bevölkerung für die Armee begeistern. Nie hätten die Schweizer so wenig über ihr Militär gewusst wie heute, sagte er heute an einem Jahresrapport in Winterthur.

«Wir sind bei den Schweizerinnen und Schweizern schlicht kein Thema mehr», sagte der Verteidigungsminister vor rund 1000 Offizieren der Logistikbrigade 1. Die Armee sei nicht mehr in den Dörfern präsent, es werde nicht über das Militär diskutiert und die Kinder würden ihre Väter nicht mehr ins Militär gehen sehen.

All dies führe dazu, dass die Schweizer noch nie so wenig über ihre Armee gewusst hätten wie heute. Seiner Meinung nach muss sich dies ändern – denn nur wenn das Volk mitziehe, also das nötige Geld zur Verfügung stelle, könne die Armee vorne weitermarschieren.

Geld muss her

Mehr finanzielle Mittel sind laut Maurer denn auch dringend nötig. Den derzeitigen Zustand der Armee bezeichnete er als «dramatisch». Mit so wenig Geld könne man die Sicherheit der Schweiz nicht aufrechterhalten.

Die Offiziere rief er deshalb dazu auf, in ihrem Umfeld, beispielsweise am Arbeitsplatz, «mit Leidenschaft für die Armee einzustehen» und sie wieder zum Gesprächsthema zu machen. Dabei dürfe ruhig auch Kritik geäussert werden. «Es gibt schliesslich viel zu verbessern.»

Ein Beispiel fand der Bundesrat gleich selber mit einem Blick zur Decke, wo das Zürcher Kantonswappen verkehrt herum aufgehängt war. «Das ist nun schon das zweite Mal, wo ich diesen Fehler an einem solchen Anlass antreffe.» Hier bestehe eindeutig Steigerungspotenzial. (gca/SDA)

TV-Tipp Am Dienstag, 2. Februar 2010 behandelt der «CLUB» auf SF 1 das Thema Armee.