SVP-Knatsch um Natalie Rickli eskaliert Amstutz oder Kuprecht: Wer lügt?

  • Publiziert: 01.02.2012
  • Von Marcel Odermatt
play Natalie Rickli gegen SVP-Kollegen: «kein Füdli».

Nach den Verbalattacken von Natalie Rickli («krank», «kein Füdli») gegen interne Gegner rücken nun zwei SVP-Männer ins Rampenlicht: Adrian Amstutz und Alex Kuprecht: Einer von ihnen sagt die Unwahrheit.

Bisher drehte sich der SVP-Streit um die Wahl oder eben Nicht-Wahl von Nationalrätin Natalie Rickli (ZH) und um ihre Facebook-Empörung über Parteikollegen (Blick.ch berichtete).

Doch jetzt bekommt der Knatsch um den Posten des SVP-Vize-Fraktionspräsidiums eine neue Dimension. SVP-Ständerat Alex Kuprecht (SZ), der die Wahl gegen Rickli zwar gewann, dann aber seine Kandidatur zurückzog, bezichtet den neuen Fraktionschef Adrian Amstutz (BE) indirekt der Lüge.

Was ist passiert?

Auf «Tele Züri» hatte Rickli erklärt, die SVP-Ständeräte hätten gar keine Kandidatur für das Fraktionspräsidium vorgelegt. Und bezog sich damit auf die offizielle Version der SVP-Spitze.

Der neue Fraktionschef Amstutz hatte letzten Freitag nämlich in einer offiziellen Stellungnahme mitgeteilt: «Der Fraktionsvorstand hatte auch eine Beteiligung der Ständeräte im Vizepräsidium diskutiert, in Absprache mit den Vertretern des Ständerates aber auf eine Nomination ins Vizepräsidium verzichtet, nachdem bereits zwei Ständeräte von Amtes wegen im Vorstand vertreten sind.»

Am letzten Samstag sei dann in der Fraktionssitzung der Antrag gestellt worden, dass auch ein Ständeratsvertreter im Vizepräsidium Einsitz nehmen sollte.

Wer sagt jetzt die Wahrheit?

Kuprecht sagt nun aber genau das Gegenteil. «Am 24. Dezember 2011 wurde dem Generalsekratariat eine entsprechende Kandidatur gemeldet. Ständeratssprecher Hannes Germann hat dann sowohl an der Sitzung des Fraktionsvorstandes am 16. Januar als auch an der eigentlichen Fraktionssitzung am 22. Januar einen entsprechenden Antrag eingereicht und diesen mündlich ausführlich und sachlich begründet», erklärte Kuprecht gestern in einem Interview mit «20min.ch».

Jetzt stellt sich die Frage: Wer sagt die Wahrheit? Kuprecht oder Amstutz?

Aufstand gegen die Blocher-Fraktion?

Stimmt die Version von Amstutz, dann geht es im Streit um einen internen Machtkampf zwischen unzufriedenen SVP-Parlamentariern wie Alex Kuprecht gegen die in der SVP immer noch dominante Blocher-Fraktion. Ein Richtungsstreit.

Stimmt die Version von Kuprecht, hat die SVP ein massives Problem: Bei seiner ersten Amtshandlung als Fraktionspräsident hätten Amstutz und sein Vorgänger Caspar Baader ihre Kollegen im Stich gelassen. Sie hätten die Fraktion offenbar nicht darüber informiert, dass die Ständeräte eine Kandidatur planten und einbringen würden.

Zerfleischung statt Geschlossenheit

Die SVP wollte nach ihren Wahlniederlagen Ende letzten Jahres Geschlossenheit markieren. Doch nach den öffentlichen Anschuldigungen und internen Widersprüchen muss der neu gewählte Fraktionschef Amstutz jetzt aber zuerst mal versuchen, den Zerfleischungsprozess zu stoppen.

Cyberwar gegen Natalie Rickli

Der Streit um Natalie Rickli treibt auch im Internet immer wildere Blüten. Rickli-Hasser haben ihre Internet-Seite lahmgelehgt (siehe Screenshoot). Thomas Brühwiler, Leiter Kommunikation bei Hostpoint bestätigt: «Die Homepage von Natalie Rickli wurde von unbekannten Hackern mit einer sogenannten D-DoS-Attacke angegriffen.» Bereits gestern hatten Unbekannte zudem einen Twitter-Account mit dem Namen «Natalie Zickli» eröffnet.

Kommentare (23)

  • Habib  Ameur , Zürich
    Wenn die SVP ihr Imageschaden wieder hochpolieren will, dann muss sie eine fähige und qualifizierte Person, in so einem Gremium Fraktion mit einbeziehen.
    Es genügt nicht, wenn man nur schön aussieht, ein grosses Maul hat und mit Vitamin B hochgejubelt wird, sondern, es braucht ein gewisses Ausbildungsgrad, kompetent und eine gute Führungserfahrung.
    • 02.02.2012
    • 2 Gefällt mir
  • Thomas A.  Wicky
    Sehr geehrte gewählte und verantwortliche SVP Vorzeige Politikerinnen und Politiker. Es wird langsam mühsam, Euch noch Glauben zu schenken, habt Ihr Eure Wahlversprechen bereits vergessen! Es ist ein wenig beschämend, wenn man im Ausland lebt, dann diese Uneinigkeit feststellen muss und Ihr nichts anderes wisst, als in Foren Euren gegenseitigen Frust loszuwerden. Also, zieht Euch zurück und vertritt anschliessend eine gegenseitig übereinstimmende Meinung, die der Partei wieder Glauben und Zukunft verspricht. Eure Parteianhänger haben das verdient und keinen internen Knatsch.
    • 02.02.2012
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  • Bernhard  Rüede
    Jetzt lasst doch endlich mal Natalie in ruhe
    • 01.02.2012
    • 1 Gefällt mir
  • Erika  Blöchlinger
    Stoppt Attacken gegen die SVP! Adrian Amstutz lügt nicht! Ein Politiker dem wir vertrauen. Frau Rickli halten sie durch! Reden sie weiter Klartext! Kuprecht und Jenny BDP einfach. Mit Grunder, Haller und EWS glaubten wir den Weizen von der Spreu getrennt zu haben. Irrtum! Noch immer ist die Partei infiltriert mit negativen Einflüssen.
    Schade! Abwarten und Nespresso trinken.
    • 01.02.2012
    • 1 Gefällt mir
  • Sandy  Patatra , Sonstwo
    Um die Titelfrage zu beantworten: keiner von beiden - denn in ein linkes Mikrofon zu wiederholen, was ihnen einer der Christophs zur Volchs-Erbauung vorgekaut hat, kann doch nicht gelogen sein, oder?

    Oder vielleicht doch eher: Beide! wenn sich denn daraus politisches Kapital schlagen lässt....
    • 01.02.2012
    • 0 Gefällt mir
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