Ampel- statt Vierbeiner-Kampagne: Wird die Milchkuh gemetzget?

Seit Jahren führen die Strassenkämpfer die Milchkuh als Symbol für geschröpfte Autofahrer ins Feld. Im Abstimmungskampf verschwindet sie zunehmend. Kampagnen-Koordinator und SVP-Nationalrat Gregor Rutz sagt, warum.

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Die Autofahrer als Milchkühe der Nation – der Strassenlobby ist es gelungen, dieses Bild in der Bevölkerung zu verankern. Der Hintergrund: Ein grosser Teil der Einnahmen aus der Mineralölsteuer wandert heute in die Bundeskasse – und nicht direkt in den Strassenbau.

(milchkuh-initiative.ch) play
Hat die «Milchkuh» als Kampfvehikel ausgedient?

Das soll mit der Milchkuh-Initiative geändert werden. Nur: Die Promotoren des Anliegens scheinen das tierische Bild zunehmend zu vermeiden. Wer auf «milchkuh-initiative.ch» surft, wird automatisch auf «faire-verkehrsfinanzierung.ch» weitergeleitet.

VOLKSINITIATIVE, ABSTIMMUNG, VERKEHRSFINANZIERUNG, play
Weit und breit keine Milchkuh an der Medienkonferenz zur Lancierung des Abstimmungskampfes «Für eine faire Verkehrsfinanzierung». CYRIL ZINGARO

Das ist auch die neue Losung in der Kampagne. In der Auftakts-Medienmitteilung von dieser Woche wird die Milchkuh mit keinem Wort mehr erwähnt. Das ist kein Zufall, wie Gregor Rutz bestätigt.

Der SVP-Nationalrat konzipiert und koordiniert mit seiner Agentur den Abstimmungskampf und sagt zur «Milchkuh»: «Das Bild hat in einer ersten Phase ausgezeichnet funktioniert. Im Abstimmungskampf müssen wir der Bevölkerung nun aber erklären, dass bei einem Ja alle Verkehrsteilnehmer profitieren.»

Schliesslich würden sich auch Fussgänger und Velofahrer freuen, «wenn genügend Geld vorhanden ist, um Umfahrungs-Strassen zu bauen.» Das erhöhe ihre Sicherheit.

Ausserdem profitiere auch der ÖV von guten Strassen. Rund 75 Prozent der beförderten Personen seien nämlich auf der Strasse unterwegs – in Trams und Bussen.

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«In der Kampagne werden wir vor allem auf grüne Ampel setzen, um unser Anliegen klarzumachen», sagt SVP-Nationalrat Gregor Rutz.

Das heisst: Die Befürworter der Initiative gehen wohl davon aus, dass die Milchkuh zu sehr mit der Autolobby verknüpft ist und in der Bevölkerung nicht mehrheitsfähig ist.

Rutz: «In der Kampagne werden wir vor allem auf grüne Ampel setzen, um unser Anliegen klarzumachen.»

Dennoch sei ihm die Milchkuh «sehr sympathisch» und sie lebe noch. Das Tier werde im Abstimmungskampf noch «da und dort auftauchen», versichert der SVP-Mann.

Publiziert am 24.03.2016 | Aktualisiert am 08.04.2016
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21 Kommentare
  • Peter  Leo 25.03.2016
    Was will die Strassenlobby mit dem vielen Geld? Land im Ausland kaufen für neue und breitere Autobahnen? In der Schweiz ist ja bald alles zubetoniert. Oder wollen sie bei der chemischen Industrie Stauauflöser entwickeln lassen? Bitte einmal den Landbedarf für eine vier- oder sechsspurige Autobahn mit dem Landbedarf für eine sechsspurige Bahnlinie vergleichen. Zudem kann man ja vielen Automobilisten keinen Tunnel zumuten.
  • Heinrich  Uhlmann aus Mollis
    25.03.2016
    Wir haben nicht primär ein Strassen- sondern ein generelles Verkehrsproblem, das es zu lösen und zu finanzieren gilt. Die Strasse würde ohne OEV kollabieren und umgekehrt der OEV ohne Strasse auch. Es ist doch sinnlos, das eine gegen das andere auszuspielen und die eigenen Gartenzäune höher zu ziehen. Ein Bundesrat hat einmal gesagt, "jeder hat sein Brett vor dem Kopf, es kommt nur auf die Distanz an". Recht hatte er! Drum Bretter weg, gemeinsam planen und finanzieren!
  • Walter  Nef aus Niederweningen
    24.03.2016
    Ich staune über all die Besserwisser!
    Werden 20000 Staatsangestellten von ihren Sesseln vertrieben und in die Wüste geschickt können Milliarden eingespart werden ohne Nachteile für uns Bürger.
    Entwicklungshilfe an die Diktatoren streichen , werden nochmals 3 Milliarden gespart.
    Hört endlich auf abzulenken.
    Hauptsache gegen die SVP !
  • Laurent  Meier aus Biel
    24.03.2016
    Es ist nicht nur die Mineralölsteuer, es sind ebenfalls Bussengelder, Strassensteuern u.s.w. u.s.f. die im Bundesfinanzsumpf versickern, ich werde ganz klar ja stimmen. Die Ausgaben des Bundes kennen nur eine Richtung, nach oben, es wird Zeit, dass auch der Bund lernt was es heisst zu sparen!
    • Marco  Weber 24.03.2016
      Und wann kann man darüber abstimmen? Die Milchkuhinitiative hat mit sparen ja eigentlich nichts zu tun!
  • Gerry  Studer 24.03.2016
    Ich bin überzeugter Autofahrer. Trotzdem werde ich - wie alle anderen Parteien - dieser Initiative nicht zustimmen. Die Initiative ist absolut nicht praxistauglich und schiesst massiv über das Ziel hinaus! Für den Strassenbau würde dann definitiv zuviel Geld zur Verfügung stehen, währenddem es in anderen Bereichen einmal mehr zu massiven Kürzungen kommt. Deshalb lehnen sogar der SVP nahestehende Verbände wie der Bauernverband und economiesuisse diese Schnapsidee ab.
    • Marco  Weber 24.03.2016
      Schön das mal wieder jemand mitdenkt! Leider aber wird auch diese Initiative zu emotional geführt! Und alle denken nur an sich selber.....
    • Cellso  Pavarotti 24.03.2016
      Herr Studer
      Zu viel Geld für den Strassenbau stünde mit Garantie nicht zur Verfügung. Gegebenenfalls könnte man halt fairerweise die Beiträge der Autofahrer kürzen.
      Es kann doch nicht sein, dass die Autofahrer einfach die Dofen sind und für alles bezahlen..
    • Marc  Steiger 24.03.2016
      Bei Anahme gäbe es Kürzungen bei Armee (300 Millionen Franken), Landwirtschaft (200 Millionen), Bildung und Forschung (400 Millionen), Beziehungen zum Ausland (200 Millionen) und regionalem Personenverkehr (150 Millionen). Ist ja klar, wehren sich da die eh schon hochsubventionierten Bauern und es gibt nicht den geringsten Grund, dass der MIV auch noch für Bildung, Armee und "Beziehungen zum Ausland" zur Kasse gebeten wird! Deshalb JA! und allfällige Lücken mit +0.8 Prozent MwSt. stopfen.