Alle reden von Masseneinwanderung – unbemerkt verlassen Tausende Schweizer die Heimat Ausländer wollen rein, Schweizer gehen raus

Während Bern die Masseneinwanderungs-Initiative der SVP umsetzt und damit die Zuwanderung ein wenig zu drosseln versucht, wandern jedes Jahr zwischen 28'000 und 30'000 Schweizer aus. In aller Herren Länder.

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So viele Schweizer zogen 2015 ins Ausland – in diese Länder Ringier Infographics

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Bundesbern scheint nur noch ein Thema zu kennen: die Zuwanderung. Gestern feilschte der Ständerat um letzte Details bei der Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative. Heute ist der Nationalrat am Zug. 

Definitiv vom Tisch sind einseitige Abhilfemassnahmen. Und auch einen Inländervorrang wird es nicht geben, denn die Räte haben sich darauf geeinigt, dass nicht nur inländische Arbeitslose bei offenen Stellen bevorzugt behandelt werden sollen, sondern auch Grenzgänger und stellensuchende EU-Bürger. Aus dem Inländer- ist ein Arbeitslosenvorrang geworden.

Noch offen ist die Frage, wie hoch die Arbeitslosigkeit sein muss, damit Arbeitgeber verpflichtet sind, ihre Stellen ans RAV zu melden. Und wie strikte die Pflicht ausfällt, geeignete Arbeitslose zum Vorstellungsgespräch einzuladen.

Schweizer verlassen die Heimat

Sicher ist: Das Personenfreizügigkeitsabkommen (FZA) zwischen der Schweiz und der EU wird damit nicht verletzt. Das wird die EU freuen – und auch die auswanderungswilligen Schweizer. Denn ein Wegfall des FZA hätte auch für sie negative Konsequenzen.

Seit Jahren ist die Zahl der auswandernden Schweizer nämlich höher als jene der Rückkehrer. Der hohen Netto-Einwanderung bei Ausländern steht also eine Netto-Auswanderung bei Schweizern gegenüber.

2015 machten sich rund 30'100 Schweizer auf und davon – der höchste Wert seit Jahren. 26'000 kehrten zurück. Beliebtestes Auswanderungsland ist und bleibt Frankreich – obwohl 2015 nur 5216 Schweizer in die Grande Nation zogen und 5316 Personen von dort zurückkehrten.

Lyon – der helvetische Hotspot

Im laufenden Jahr jedoch gibts wieder mehr Auswanderer. Seit dem Sommer leben über 200'000 Schweizer in Frankreich. Damit ist mehr als jeder vierte der insgesamt 761'930 Auslandschweizer Wahlfranzose. Der Bezirk Lyon ist dabei ein helvetischer Hotspot. Über 100'000 Personen mit rotem Pass haben sich dort niedergelassen.

Zweitbeliebteste Auswanderer-Destination war 2015 Deutschland, gefolgt von den USA, Grossbritannien, Italien, Spanien und Thailand. Aber auch exotische Länder und selbst Krisengebiete sind attraktiv – 32 Schweizer zogen in den Irak, 53 nach Kuba und 207 in die Dominikanische Republik (siehe Grafik).

Sie müssen nicht gebannt nach Bundesbern blicken. Sie werden vom Freizügigkeitsabkommen nicht erfasst.

Publiziert am 08.12.2016 | Aktualisiert am 06.01.2017
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  • Fritzpeter  Friedli , via Facebook 09.12.2016
    Herr René Spring aus Remigen, da gebe ich ihnen die volle Unterstützung. Umvolkung ist das richtige Wort, wer sich weiter als nur im eigenen Dorf bewegt und umschaut muss es leider mit offenen Augen wahrnehmen. Sogar in schnellen Schritten von Jahr zu Jahr. Ich denke zwischen 2050- 2075 wird diese offene Wahrnehmung Tatsache sein. Erst bei der Gründung der Helvetischen Republik 1798 wurde wieder ein Bezug des schweizerischen Gebiets zu den Helvetiern hergestellt. Im 2100 endgültig verschwunden!
  • François  Wiget aus Zürich, Schweiz
    09.12.2016
    Ich habe in Paris auf der Bank gearbeitet und musste leider aus familiären Gründen zurück. Ich hatte unter dem Strich mehr Lebensqualität und Kaufkraft. Die Schweiz ist heute überbevölkert; überall Stau, Stress,hohe Kosten,Bürokratie,Amtsmissbrauch. Gehen Sie nach München. Beobachten Sie die Menschen, wenn sie zur Arbeit gehen.Schauen Sie in die Augen und machen Sie das Gleiche in Zürich, wo Sie mehrheitlich gestresste und genervte Zombies sehen und in München entspannte und glückliche Menschen
  • François  Wiget aus Zürich, Schweiz
    09.12.2016
    Es gibt Menschen, die möchten eine schöne und lebenswerte Schweiz erhalten. Fragt sich nur wie lange die Menschen bereit sind einen nimmersatten Staat zu finanzieren. In Griechenland hat es auch lange funktioniert. Der Staat blühte, während die Reichen, wie bei uns, sich langsam ins Ausland verabschiedeten zusammen mit den gut Ausgebildeten. Es sind vielleicht nur 5000 pro Jahr, aber diese werden für die Finanzierung ihres Sozialstaates fehlen, der jedes Jahr mit 30000 neuen Bezüger konfrontiert
  • François  Wiget aus Zürich, Schweiz
    09.12.2016
    Ich habe in Paris auf der Bank gearbeitet und musste leider aus familiären Gründen zurück. Ich hatte unter dem Strich mehr Lebensqualität und Kaufkraft. Die Schweiz ist heute überbevölkert; überall Stau, Stress, hohe Kosten,Bürokratie, Amtsmissbrauch. Gehen Sie nach München. Beobachten Sie die Menschen, wenn sie zur Arbeit gehen.Schauen Sie in die Augen und machen Sie das Gleiche in Zürich,wo Sie mehrheitlich gestresste und genervte Zombies sehen und in München entspannte und glückliche Menschen
  • François  Wiget aus Zürich, Schweiz
    09.12.2016
    Wer Geld hat oder gut ausgebildet ist wandert aus. Früher wanderten Arme und weniger gut Ausgebildete aus. Zurück kommen Sozialleistungsempfänger und Lohndumper. Wird die Schweiz in 10 Jahren immer noch eine AHV auszahlen können, die wenigstens zwei Drittel der heutigen Leistung entspricht? Werden die Einheimischen eine Krankenkassenprämie von 800 bezahlen können? Werden die Ergänzungsleistungen wenigstens noch die Hälfte betragen, falls sie nicht durch Sozialhilfeleistungen ersetzt wurden?