AKW-GAU auch in der Schweiz möglich Erschüttert das Erdbeben in Japan den Schweizer Atomausstieg?

Die Welt zitterte vor einem erneuten AKW-GAU in Fukushima. Gut möglich, dass das neuerliche Erdbeben in Japan die Atomausstiegs-Abstimmung in der Schweiz entscheidet.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Positive Reaktion Burkhalter habe vor Jinping «nicht gekuscht»
2 Unternehmenssteuerreform III Gemeinden drohen mit Initiativen
3 SVP-Ständerat Alex Kuprecht «Dieses Plakat ist mir einige Niveaus zu...

Politik

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
107 shares
76 Kommentare
Fehler
Melden

Es waren bange Stunden. Menschen rund um den Globus fürchteten sich während der Nacht auf heute vor einer Katastrophe ähnlich der vom März 2011 in Fukushima. 

Damals wurde Japan von einem schweren Beben und einem gewaltigen Tsunami heimgesucht. Rund 18’500 Menschen starben. In den Atomreaktoren von Fukushima kam es zum GAU – Kernschmelze! Kurz darauf beschloss der Bundesrat, mit der Energiestrategie 2050 aus der Atomkraft auszusteigen.

Erneut Fukushima

Und nun, fünfeinhalb Jahre später, zitterte die Welt erneut. Doch das Erdbeben samt Tsunami ging glimpflich aus – es gab offenbare keine grösseren Schäden und auch keine Verletzten. Und: Die anfänglich durch die Erschütterung abgeschaltete Kühlung in einem Abklingbecken des Atomkraftwerks Fukushima lief rasch wieder.

Dennoch könnten die Erinnerungen an 2011 und die Angst vor einer AKW-Katastrophe in Europa die Atomausstiegs-Initiative der Grünen am kommenden Sonntag entscheiden. Die letzten Unentschlossenen könnten ins Ja-Lager wechseln, und die Befürworter eines raschen Ausstiegs dürften zusätzlich Zulauf erhalten.

Gegner und Befürworter liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, der Ausgang könnte ultraknapp werden. Laut GFS-Umfrage sind 48 Prozent für den Ausstieg, 46 Prozent dagegen.

«Erdbeben jederzeit auch in der Schweiz möglich» 

«Das erneute Erdbeben in Japan ist eine Ermahnung an die Welt und die Schweiz, den Tsunami und die Atomkatastrophe von 2011 nicht zu vergessen. Und es zeigt einmal mehr, dass es keine absolute Sicherheit geben kann», sagt Grünen-Präsidentin Regula Rytz.

Atomausstieg: Angst vor AKW-GAU in Schweiz wie in Fukushima? play
EQ Images

Sie verfolgt die Entwicklungen in Japan mit Sorge. Der havarierte Reaktor in Fukushima stelle weiterhin eine grosse Gefahr dar. In seiner Umgebung stünden zudem unzählige Tanks mit radioaktiv verseuchtem Kühlwasser. «Deshalb kann man sich nur wünschen, dass aufgrund des neuen Erdbebens keine zusätzlichen Schäden an den Anlagen entstanden sind», so Rytz.

«Jedes Erdbeben ist tragisch und erinnert daran, dass ein solches jederzeit auch in der Schweiz auftreten kann – mit nicht absehbaren Auswirkungen», sagt auch SP-Nationalrat Eric Nussbaumer.

Atomausstieg: Angst vor AKW-GAU in Schweiz wie in Fukushima? play
KEY

Als Energiepolitiker denke er stets an dieses Restrisiko. Deshalb sei die Aussage, unsere AKW seien sicher, ein «gefährlicher Trugschluss».

Ausgestanden ist die Gefahr in Japan nicht: Die Behörden warnten, dass es in den sieben nächsten Tagen zu weiteren Beben von ähnlicher Intensität kommen könne.

Publiziert am 22.11.2016 | Aktualisiert am 26.11.2016
teilen
teilen
107 shares
76 Kommentare
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

76 Kommentare
  • Karin  Schwegler 23.11.2016
    Japan liegt auf einer Erdbebenplatte während es in der Schweiz praktisch ruhig ist. Ich kann ja auch nicht die Hitze und Kälte der Wüste mit der Schweiz vergleichen. Logisch machen das die Linken. Am besten wenn wir dann zu wenig Strom haben bei allen Grünen die Steckdose ziehen. Die brauchen dies ja nicht. Oder wir importieren dann Atomstrom aus Frankreich. Tolles Konzept.
  • Klaus  Müller 23.11.2016
    Ein Supergau wie in Japan oder erst recht in Tschernobyl ist technisch in der Schweiz nicht möglich. Es ist unseriös, das zu behaupten und mit solcher Angst einseitig Stimmung zu machen. Die Bauart der Reaktoren ist grundverschieden, so dass in der Schweiz nicht ein Erdbeben sondern ein schmutziger Krieg mit Angriffen auf die Reaktoren das grösste Übel wäre. Eine andere Frage ist, ob man lieber CO2 Strom haben will und jedes Restrisiko tilgen.
    • Thomas  Jobs 26.11.2016
      @ KLAUS MÜLLER:
      nur zur Info: Fukushima war baugleich wie Mühleberg!
      Und noch eine Info: nach den Attentaten in Frankreich wurden Listen mit potenziellen Zielen gefunden. Darauf waren auch AKW aus der Schweiz gelistet...
  • Hans-Peter  Brechbühl 23.11.2016
    Mit unseren Atomkraftwerken wird schon der Teufel
    an die Wand gemalt. Was mich aber immer wieder
    stutzig macht ist die Kostenexplosion die da von allen
    Seiten prophezeit wird, wenn diese Abstimmung an-
    genommen werden sollte. Viele werden sich daran
    schon eine goldene Nase verdienen auf kosten von
    uns kleinen Stromkonsumenten.
  • Susanne  Reich 22.11.2016
    Hat irgendjemand ernsthaft das Gefühl, ein SuperGau könne in der Schweiz nicht passieren? Wer hat bei 9/11 damit gerechnet, dass ein Flugzeug in ein Hochhaus gesteuert werden könne? Auch wenn die Wahrscheinlichkeit bei uns kleiner sein sollte betreffs Erdbeben oder Ähnlichem, so wären die Folgen doch immens. Und wohin würden wir dann flüchten? Wollen wir dies riskieren? Anscheinend ist Atomstrom gar nicht so günstig. Vermutlich ist eher der finanzielle Profit bei den Befürwortern interessant.
    • steff  walther 23.11.2016
      Frau Reich, schwarzmalen für einen Gegner egal welcher Sache ist was leichtes. Man nehme einen negativen Medienbericht, jammert in die gleiche Spalte noch zusätzlich rein und alles ist paletti. Mitnichten. Stimmt Atom darf nicht unterschätzt werden, doch einen Vergleich mit zwei Hochhäusern und was dan passieren kann, spricht auch dafür dass Sie keine Ahnung davon haben was die Konstruktion von Objekten betrifft.
      Doch wie bei jeder Abstimmung: Ich habe recht, unrecht der andere.
  • Wobmann  René aus Hinterkappelen
    22.11.2016
    Frau Rytz, Hr. Nussbaumer, Sie wissen genau, dass der Supergau in Japan aufgrund des Tsunamis und nicht wegen des Erdbebens von 9,1 Stärke ausgelöst wurde. Weder Tsunamis noch solch starke Erdbeben sind bei uns möglich, wegen ganz andern tektonischen Platten. Japan liegt im Pazifik, in einer hoch explosiven Region, die in Neu-Seeland beginnt und sich bis nach Chile hinunter zieht.