Der AHV drohen millionenschwere Ausfälle, weil sich Gutverdiener aus der Beitragspflicht tricksen. Weitere Schlupflöcher sind schon geplant.
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Wir das Geld im Alter knapp?
(Thinkstock)Gut zwei Millionen Menschen in der Schweiz beziehen eine AHV-Rente. 2011 wurden 37,1 Milliarden Franken Rentengelder ausbezahlt. Doch jetzt droht der AHV grosses Unheil:
Die Unternehmenssteuerreform II verursacht massive Beitragsverluste. Immer mehr gut verdienende Selbständigerwerbende wie Ärzte, Anwälte oder Architekten gründen eine Aktiengesellschaft oder eine GmbH. Damit schaffen sie es, dank eines tiefen Lohns und hoher Dividenden die AHV-Beiträge zu umgehen.
Beispiel ist der Fall eines Obwaldner Architekten, der sich über mehrere Jahre nur einen Jahreslohn von 44 000 Franken ausbezahlt hatte, gleichzeitig aber eine jährliche Dividende von 160 000 Franken bezog. Das Bundesgericht stellte sich vergangenen Donnerstag hinter dieses Vorgehen. Andreas Dummermuth, Vizepräsident der Konferenz der kantonalen Ausgleichskassen, rechnet damit, dass auf diese Weise der AHV in den nächsten Jahren Hunderte von Millionen Franken entgehen. «Das ist für die Altersvorsorge mit Blick auf die demografische Entwicklung ein gefährlicher Weg», warnt Dummermuth.
Selbständigerwerbende haben die Möglichkeit, Einkäufe in die Pensionskasse von der AHV-Beitragspflicht auszunehmen. Davon wird ebenfalls vermehrt Gebrauch gemacht.
Arbeitgeber, die einen Wohlfahrtsfonds errichtet haben, machen jetzt Druck. Sie wollen das Gesetz so ändern, dass die sogenannten Ermessungsleistungen nicht mehr AHV-pflichtig sind. Fulvio Pelli, Tessiner Nationalrat und ehemaliger FDP-Präsident, kämpft an vorderster Front dafür.
Die drohenden Löcher in der AHV rufen nun auch die Parteien auf den Plan. So hält die CVP in ihrem Positionspapier zur 1. Säule ganz klar fest: «Abzockerei zulasten der AHV darf nicht sein. Am Prinzip «Die Reichen haben die AHV nicht nötig, aber die AHV die Reichen» dürfe nicht gerüttelt werden, so die CVP.
Für SP-Nationalrätin Silvia Schenker (BS) ist klar: «Zuerst müssen die Beitragslöcher gestopft werden, bevor das Rentenalter erhöht oder die Renten gekürzt werden.»
Die FDP dagegen kümmert sich nicht um die Löcher, sondern um das Frauenrentenalter, das auf 65 erhöht werden soll. Die Delegierten verabschiedeten am Samstag in Thun BE eine Resolution dazu.
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