Abstimmungsbarometer SVP-Gegnern gelingt die Wende – Gotthard auf Messers Schneide

Immer weniger Bürger sagen Ja zur Durchsetzungs-Initiative. Auch für die Gotthard-Befürworter und die CVP zeichnet sich eine Zitterpartie ab.

SCHWEIZ DURCHSETZUNGSINITIATIVE SVP AUSLAENDER play
Die SVP-Politiker Gregor Rutz und Adrian Amstutz müssen über die Bücher: Ihre Durchsetzungs-Initiative befindet sich im Sinkflug. KEY

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Die Gegner der Durchsetzungs-Initiative haben das Blatt gewendet. Das zeigt die zweite SRG-Trendumfrage von Politologe Claude Longchamp. Anfang Februar sagten 49 Prozent der befragten Bürger Nein zum SVP-Volksbegehren. 7 Prozent mehr als vier Wochen zuvor. Der Trend im SVP-Lager zeigt hingegen klar nach unten: Nur noch 46 Prozent wollen ein Ja in die Urne legen. Im Januar hatten sich noch 51 Prozent für die Durchsetzungs-Initiative ausgesprochen. 

Abstimmungbefragung SRG play

Der Stimmungswandel hat vorrangig in der Bürgerlichen Mitte stattgefunden: FDP- und CVP-Wähler haben in den letzten Wochen scharenweise die Seite gewechselt. Auch im Vergleich mit der Ausschaffungsinitiative aus dem Jahr 2010 befinden sich heute mehr FDP- und CVP-Wähler im Nein-Lager.

«Die Polarisierung ist extrem»

Die Konstellation «Alle gegen die SVP», die den Abstimmungskampf kennzeichnet, dürfte also auch an der Urne vorherrschen. «Die Polarisierung ist extrem», schreiben die Demoskopen. Sie warnen aber auch: Die relative Mehrheit hat gekehrt, doch sei das Ergebnis nicht eindeutig genug, um entscheidend zu sein. 

Auch bei der Zweiten Gotthardröhre ist die Ausgangslage noch offen. Zwar hat das Ja-Lager an Rückhalt eingebüsst. Doch Anfang Februar wollten immer noch 56 Prozent der Befragten (-8 Prozent) für die Zweite Gotthardröhre stimmen. 39 Prozent (+10) lehnen die 2,8 Milliarden-Franken-Vorlage ab. 

Die CVP darf noch hoffen

Klar negativ ist der Trend bei der Heiratsstrafe-Initiative der CVP. Nur noch 53 Prozent (-14) wollen ein Ja in die Urne legen. Die Gegner holen derweil mächtig auf und lagen Anfang Februar bereits bei 38 Prozent (+17). Zwar erwarten die Forscher des Forschungsinstituts gfs.bern ein knappes Ja, durch eine starke Mobilisierung in den Zentren könnte aber auch ein Nein resultieren.

Aufatmen dürfen einzig die Gegner der Spekulationsstopp-Initiative. Nur noch drei von zehn Wählern unterstützen die Juso-Idee. 54 Prozent (+15) lehnen sie inzwischen ab.   

Für die zweite SRG-Trendumfrage hat das Forschungsinstitut gfs.bern zwischen dem 5. und dem 13. Februar 1167 Stimmberechtigte befragt. 

Publiziert am 17.02.2016 | Aktualisiert am 28.02.2016
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  • Hans-Peter  Brechbühl 19.02.2016
    Mich würde der eigentliche Grund interessieren warum
    sich Frau Doris Leuthard so für den Strassentunnel
    einsetzt obschon der Neat Tunnel bald eröffnet wird??.
    So wie wir schon vor der Abstimmung zur Neat
    informiert worden sind so sollte die Lastwagenflut
    auf der Gotthardroute nach der Eröffnung stark
    reduziert sein.
  • Jasmin  Sommer 18.02.2016
    JA zu SPEKULATIONSINITIATIVE. Im Kleinen fängt es an. Ein Zeichen setzen! Klar kann man so nicht die Welt retten. Stop mit Spepulationen mit Nahrungsmitteln. Stop der Bereicherung der Spekulierenden.
    Zitat der Initianten: "Der Finanzplatz Schweiz und die Schweizer Banken spielen eine wichtige Rolle in der Spekulation mit Nahrungsmitteln und die grössten Rohstoffunternehmen der Welt haben hier ihren Firmensitz. Der Kampf gegen das Geschäft mit Hunger muss deshalb hier beginnen. Zitatende. Genau!
  • Thomas  Hager aus Luzern
    18.02.2016
    Die Wutbürger werden am 28 wohl noch wütender. Es wird ja schon gedroht das sich Bürgerwehren bilden. Der 28 kann für die SVP eine Chance werden sich als wirkliche Volkspartei zu etablieren indem sie den rechten Rand ausschliesst. Die SVP müsste sich dann nicht mehr als extreme Rechtspartei betiteln lassen und könnte endlich mal Politik betreiben anstatt zu polemisieren und den Hetztern Unterschlupf zu bieten.
  • Walter  Staub , via Facebook 18.02.2016
    Da bin ich schon gewaltig überrascht, wieviele Leutlein es in der Schweiz angeblich geben soll, die Kriminellen gegenüber so wohlgesinnt sein sollen.
  • Beat  Schenker aus Lugano
    18.02.2016
    Haben die Leute verstanden, dass bei Annahme für den Gotthard damit dieser vier spurig befahren werden kann, genau das selbe machen müssten wie wen jemandem in den Sinn kämme die Alpeniniziative wieder abzuschaffen, nähmlich mehrheit vom Volk und Ständen.
    Noch was in der EU werden mit sehr viel Aufwand alle Nord - Süd Verbindungen ausgebaut, auch ein Basistunnel am Brenner der der NEAT konkurenz machen wird, schlussendlich will man ja die Durchganggebühren selber einsacken.