Unternehmenssteuerreform III Nur die Grossen profitieren

Eine neue Studie der Gegner der Revision der Unternehmenssteuerreform warnt davor, dass Grosskonzerne einseitig Geld sparen würden. KMU's dagegen würden vom Anliegen nicht profitieren.

USR III Faktencheck: Wer profitiert wirklich von der Steuerreform? play
Finanzminister Ueli Maurers Ziel für die USR III: «Wettbewerbsfähig bleiben!»

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Wer profitiert von der Unternehmenssteuerreform III (USR)? Welche Firmen führen künftig weniger an den Fiskus ab, wenn das Volk am 12. Februar der Vorlage zustimmt? Zu dieser entscheidenden Frage hat das gegnerische Komitee eine Studie durchgeführt.

SonntagsBlick durfte die Resul­tate in Augenschein nehmen; sie bieten reichlich Zündstoff: Auf mindestens 2,7 Milliarden Franken ­beziffern sie die Mindereinnahmen bei Bund und Kantonen. Will heissen: Unternehmen können durch die USR III 2,7 Milliarden an Steuern sparen.

Allerdings dürften 52  Prozent aller Firmen von den Anpassungen gar nichts spüren – ihre Ge­winne sind zu ­gering, sie zahlen schon heute nichts an den Staat. 38 Prozent der Unternehmen dürfen sich insgesamt auf Erleichterungen von rund 100 Millionen Franken freuen, 9 Prozent zahlen 460 Millionen weniger.

1 Prozent der Unternehmen kassiert fast 80 Prozent der Steuererlasse

Besonders profitieren die ganz Grossen: Ein Prozent der Unternehmen – etwa Roche oder Novartis – behauptet das gegnerische Komitee, würde durch die neue Unternehmenssteuerreform 2,14 Milliarden ­weniger Steuern zahlen! Anders ausgedrückt: Wer hohe Gewinne schreibt, profitiert stärker als andere von der USR III.

USR III Faktencheck: Wer profitiert wirklich von der Steuerreform? play
SP-Nationalrätin Jacqueline Badran (55, ZH): «Die Reform ist eine Fehlkonstruktion.»

Grundlage der Berechnungen ist die Statistik der Steuerverwaltung für das Jahr 2013. KMU-Besitzerin und SP-Nationalrätin Jacqueline Badran (55, ZH) sagt: «Die Reform ist eine Fehlkonstruktion. Es kann doch nicht sein, dass Grosskonzerne, die es gar nicht nötig haben, geschenkte Gewinne bekommen.»

Das Geld fliesse statt in die Staatskasse zu Dreiviertel in die Tasche ausländischer Aktionäre. «Am Schluss bekommen Scheichs vom Golf Millionen, weil sie grosse Teilhaber von hiesigen Firmen sind. Das ist doch total absurd», so Badran weiter.

Wer viel verdient, profitiert

Ob diese einseitige Bevorteilung von Grosskonzernen der Sinn dieser Revision ist? Im Prinzip geht es darum, dass die Schweiz Sonderbesteuerungen abschaffen will. Bisherige Steuerprivilegien sollen wegfallen. Dafür will der Bund international mit der USR III akzeptierte steuerliche Abzüge für Firmen einführen.

Das sei nötig, betont SVP-Finanzminister Ueli Maurer (66), damit die Schweiz im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig bleibe.

Das Problem ist aber ganz offensichtlich, dass nur profitiert, wer viel verdient – unabhängig von der Grösse, von der Zahl der Arbeitsplätze und der damit verbundenen Wertschöpfung für die Schweizer Volkswirtschaft.

Publiziert am 04.12.2016 | Aktualisiert am 18.01.2017
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  • Fliederotto  Silkonbort aus Rheintal
    05.12.2016
    Wie jetzt? Ihr habt geglaubt das ist für die breite Masse? Das ist für die oberen den die können immer drohen sie ziehen ab. Und wenn sie es machen nehmen sie die ganzen Importte mit - das wäre auch was für die #MEI. Lobbyismus pur aber sicher nicht im Sinne der Bevölkerung - die muss es bezahlen
  • Martin  Schmid aus Möriken
    05.12.2016
    Es ist wie bald mit allem in der Schweiz! Für die Reichen und Grossen wird alles getan damit die noch mehr Geld scheffeln können, wofür auch immer ? Mitnehmen können Sies ja eh nicht... und der Mittelstand wird Stück für Stück an die Wand gefahren von unseren Super Politikern! Möchte dann mal wissen woher die Umsätze kommen, wenn sich kaum mehr jemand was kaufen kann?!
    • Marco  Weber 05.12.2016
      Wiso "bald" Herr Schmid? In der Schweiz regiert seit jeher das Geld! Und das Volk unterstütz die "Super Politiker" ja auch noch in dem es immer so stimmt wie es die Reichen wollen weil diese dem Volk glauben machen es nütze allen!
  • Werner  Strüby aus Reinach BL
    05.12.2016
    Die Unternehmenssteuerreform III ist ein ebenso grosser Betrug am Mittelstand wie der seinerzeitige "Bschiss" des Bundesrates HR Merz.
    Die Dividendenbezüger aus den Golfemiraten und die grössten Unternehmen wie Novartis, Roche und EMS profitieren; die KMU, die Kantone, die Städte, die Gemeinden und Kirchen sind diesmal die grossen Verlierer. Ausbaden müssen die Steuerausfälle die mittleren Einkommen!
    • Hanns  Hermann aus Heerbrugg
      05.12.2016
      Bei der Unternehmensstuerreform II hiess es, es koste nur 200 Mio Steuereinnahmen zu Lasten des Mittelstandes. Tatsache ist, wir haben jährlich über eine Milliarde weniger Steuereinnahmen. ..... und das zu Gunsten der Reichen und zu Lasten des Mittelstandes.
      Ich kann mir vorstellen, dass wir die Unternehmenssteuerreform III annehmen, aber nur wenn die Unternehmenssteuerreform II rückgängig gemacht wird......oder eben, die Reform III muss steuerneutral sein.
  • Hans-Peter  Brechbühl 04.12.2016
    Sind wir Stimmbürger nicht selber schuld dass wir kleinen
    Bürger immer mehr zur Kasse gebeten werden. Wir
    wählen ja die gutbetuchten Politiker/innen die schauen
    und regeln schon dass sie nicht zu kurz kommen und
    dafür belangen sie finanziell immer mehr uns Steuer-
    zahler. Nicht jeder Reiche und Geschäftsmann ist ein
    Bürgernahe Politiker oder Politikerin. Hoffen wir dass
    da wieder einmal Gerechtigkeit einkehrt.

  • Ewald  Rindlisbacher aus Grayland
    04.12.2016
    Grundsaetzlich kommt es dem Konsument zu gute mit tieferen Preisen, wenn die Geschaefte weniger besteuert werden. Saemtliche Kosten (incl.Steuern) werden auf den Preis des Konsumgutes abgewaelzt.
    • Sonja  Zwicker 05.12.2016
      Aha - und darum ist der Einkaufstourismus ins nahe Ausland so verpönt?! Der Normalbürger soll also den Unternehmern immer noch mehr Vergünstigungen einräumen, oder die Ware teuer zahlen!? Und die Moral von der Geschicht: Gar so dämlich sind wir nicht!