SP-Nationalrätin Ada Marra reagiert auf Plakat gegen erleichterte Einbürgerung «2000 Franken Finderlohn für jede Burka-Trägerin»

BERN - Das umstrittene Burka-Plakat der Einbürgerungs-Gegner schreckt das Ja-Lager auf. Die Burka-Kampagne sei «völlig absurd», sagt SP-Nationalrätin Ada Marra. Provokativ meint sie: Wer eine junge Drittgeneratiönlerin finde, die tatsächlich eine Burka trage, bekomme von ihr 2000 Franken.

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Bisher verlief der Abstimmungskampf um die erleichterte Einbürgerung für die dritte Ausländergeneration flau. Stattdessen dominierte die Unternehmenssteuerreform III die politische Agenda.

Doch dann machten die rechten Hardliner um SVP-Nationalrat Andreas Glarner (AG) mit einem umstrittenen Burka-Plakat gegen die Einbürgerungs-Vorlage mobil – und rufen nun die Befürworter auf den Plan.

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Befürworter mobilisieren

Diese wollen ihr Engagement in den kommenden Wochen verstärken – und ebenfalls an Bahnhöfen Plakate schalten. «Unser Ja-Komitee verfügt allerdings nur über 5000 Franken», sagt SP-Nationalrätin Ada Marra (VD), welche die Einbürgerungs-Vorlage mit einem Vorstoss initiiert hatte.

Deshalb werde man sich vor allem auf Deutschschweizer Kantone wie Zürich, Bern, die beiden Basel oder Aargau fokussieren. Da die Romandie jeweils ausländerfreundlicher abstimmt als die Restschweiz, müssen sich die Befürworter auf die Deutschschweizer Kantone konzentrieren.

Marra: «Das Ständemehr ist die grösste Hürde.»

Operation Libero sammelt Geld 

Auch andere Organisationen machen mobil. Die Gewerkschaft Unia plant für den 21. Januar einen schweizweiten Aktionstag. Und die Operation Libero, welche sich bereits stark gegen die SVP-Durchsetzungs-Initiative engagiert hatte, sammelt derzeit Geld für den Kampagnenschlussspurt – allerdings ist das Sammelziel mit 7000 Franken bescheiden.

«Wir hoffen natürlich auf deutlich mehr», sagt Co-Kampagnenleiter Stefan Egli. «Wir dürfen das Feld nicht alleine der SVP überlassen und werden für ein liberales Bürgerrecht mobilisieren.» Unter dem Motto «Schweizerinnen und Schweizer. Punkt», werde man Plakate schalten und insbesondere auf Social Media Präsenz markieren, so Egli.

Burka-Sujet «absurd»

Nur: Die Bemühungen kommen spät – vielleicht gar zu spät? Haben die Befürworter die Kampagne schlicht verschlafen? «Nein, dass die Vorlage bisher nicht mit zu viel Emotionen und Leidenschaft thematisiert wurde, ist eher ein Vorteil», sagt Marra.

Doch jetzt bringt das umstrittene Burka-Plakat genau diese Emotionen in die Debatte. «Das Sujet ist völlig absurd. Wir müssen aufzeigen, dass die Vorlage nichts mit radikalen Muslimen zu tun hat», sagt Marra.

Und sie macht ein Beispiel: «Fast 99 Prozent der Betroffenen stammen aus dem europäischen Raum – alleine die Italiener und Spanier machen zwei Drittel aus.»

2000 Franken Finderlohn

Marra ist sich so sicher, dass sie dem Schweizer Stimmvolk ein Angebot macht: «Ich bin bereit, jener Person 2000 Franken zu bezahlen, die eine Jugendliche der dritten Ausländergeneration im Alter von 9, 10, 11 oder gar 25 Jahren findet, die eine Burka trägt.»

Marra hofft, dass sich das Burka-Plakat für die Gegner kontraproduktiv auswirken wird.

Publiziert am 11.01.2017 | Aktualisiert am 18.01.2017
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142 Kommentare
  • Hans  Betschart 12.01.2017
    Frau Marra darf sich gern über das Plakat aufregen. Das rechtfertigt aber nicht, dass sie hier völlig falsche Zahlen verbreitet! Nicht 99 Prozent der Betroffenen stammen aus Europa, sonder lediglich gut 58 Prozent (davon 17 Prozent aus dem Balkan und derTürkei). Italiener und Spanier machen nicht wie Marra behauptet zwei Drittel aus sondern lediglich
    gut 29 Prozent - also nicht einmal einen Drittel (Quelle admin.ch, erleichterte Einbürgerungen 2015)
    • Roger  Bonjour 13.01.2017
      Wenn sie schon Quellen angeben, dann rechnen Sie auch. Auf admin.ch nachgeschaut, den Bericht geöffnet und auf Seite 26 die Zahlen einmal selber in Prozente umgerechnet (nicht so schwierig, das schaffen Sie) und tadaa.... sind wohl doch 99 Prozent und zwei Drittel...
      http://www.ejpd.admin.ch/dam/data/ejpd/aktuell/abstimmungen/2017-02-12/161211-studie.pdf
  • Rolf  Büchler aus Biel
    12.01.2017
    Frau Marra gute Idee ,ich werde meiner Frau ein Burka kaufen und Sie auf die Strasse schicken, Fotos machen und Sei Ihnen Senden .Auch so kann ich zu Geld kommen oder wie war das doch mit dem Angebot?
  • Christian  Meiergruber aus Winkel
    11.01.2017
    Hört hört, hoffe dass viele auch denken leicht verdiente Geld und sich mit Burak melden. Soll der Frau eine Lehre sein.
    • Dracomir  Pires aus Bern
      12.01.2017
      Die Sozialistin wird ihr Versprechen brechen. Sie macht auf blanken Populismus.
    • Istvan  Gorowich aus Switz
      12.01.2017
      @Pires. Versuchen können wir es trotzdem, dann haben wir schwarz auf weiss, wer die Lügner sind. Na gut, die Mainstream-Medien werden das natürlich nicht publizieren wollen, sondern unter den Teppich kehren. Gut gibts noch Facebook, Twitter und Co.
  • reno  winter 11.01.2017
    Ein Pass ist OK. Mehrere unglaubwürdig. Und JA ich hätte auch gerne mehrere Pässe, um "figgi und Müli" zu haben.
    • Marco  Weber 12.01.2017
      Herr Winter was haben Doppelbürger denn so für Vorteile? Wiso soll das unglaubwürdig sein?
    • Jeanette  Müller 12.01.2017
      @M. W Vielleicht mal nachdenken? Und da das nachdenken vielleicht nicht hilft, helfe ich gern auf die Sprünge. Ein Doppelbürger wird sich nie wirklich integrieren, weil er eben durch die Doppelbürgerschaft nicht auf die Schweiz angewiesen ist. Er MUSS sich nicht integrieren. Wir müssen aufhören, Integration vom WOLLEN abhängig zu machen. Integration sollte ein MUESSEN sein. Und dazu gehört auch, die Doppelbürgerschaft abzuschaffen.
    • Hugo  Stiglitz aus Frankreich
      14.01.2017
      Frau Mueller, denken Sie doch auch mal nach, bitte. Beispiel: Kosovare mit 2 in die Schweiz gekommen und da aufgewachsen. Die Wurzeln bleiben eun Leben lang! Hier entspricht die Doppelbuergerkeit genau dem Leben dieses Menschen. Was haben Sie denn fuer ein Problem damit? Noch was: Vielen solchen Leuten wird in der Schweiz lebenslang erwaehnt, dass sie keine echten Schweizer sind. Umso mehr sollen die beide Rechte behalten koennen. Swhr komisch, dass daa ein Problem sein soll..
  • Burkhard  Vetsch 11.01.2017
    Es haben noch nicht alle begriffen, das es hier um die Einbürgerung über den Bund geht, oder Kt. und Gemeinde.
    In einer Gemeinde kennen wir die Leute und können auch sagen, das sie integriert sind. Bern kennt die Menschen nicht.
    Einbürgerung auf gemeindeebene ist OK.
    Da kann jeder Bürger seine Meinung ab geben