Levrat skizziert Plan B für Unternehmenssteuerreform III SP-Chef will sich mit Pharma arrangieren

BERN - SP-Präsident Christian Levrat skizziert seinen Plan B, sollte das Stimmvolk die Unternehmenssteuerreform III ablehnen. Die Linke sei zu Kompromissen bereit.

Plan B für die USRIII: SP-Christian Levrat will Arrangement mit Pharma play
SP-Chef Christian Levrat. Peter Gerber

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Im Abstimmungskampf um die Unternehmenssteuerreform III geht es hart auf hart. Das Rennen ist offen, wie die jüngsten Umfragen zeigen. Beflügelt von der Aussicht auf einem Abstimmungserfolg zeigt sich SP-Chef Christian Levrat nun gegenüber der von links sonst viel gescholtenen Pharmabranche versöhnlich, sollte das Stimmvolk die Vorlage tatsächlich ablehnen.

«Wir brauchen ein Arrangement mit den Pharmafirmen», skizziert der Freiburger Ständerat im Interview mit der «Aargauer Zeitung» seinen Plan B. International akzeptierte Ersatzmassnahmen könnten durchaus eingeführt werden. «Zum Beispiel eine enge Patentbox – diese ist wichtig für Basel.»

Höhere Dividendenbesteuerung

Ebenso klar macht Levrat, wie eine allfällige Neuauflage daherkommen müsste – nämlich «ohne zinsbereinigte Gewinnsteuer, ohne Superabzug auf Forschungs- und Entwicklungskosten und mit einer höheren Besteuerung der Dividenden».

Die jetzige Reform sei eine Blackbox, warnt Levrat – und nennt ein Beispiel: «Die zinsbereinigte Gewinnsteuer wurde in Belgien 2003 eingeführt. Man rechnete mit Verlusten von 500 Millionen Euro, ein paar Jahre später wurde sie abgeschafft, weil dem Staat 5 Milliarden entgingen.»

Ebenso klar ist für Levrat, dass die Steuerprivilegien für Statusgesellschaften abgeschafft werden müssen. Damit diese Firmen aber nicht abwandern, sei auch die Linke zu Kompromissen bereit, betont Levrat. «Wir verschliessen uns einer Reform nicht. Sie muss einfach gegenfinanziert und sozial ausgewogen sein.» (rus)

Publiziert am 09.01.2017 | Aktualisiert am 20.01.2017
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9 Kommentare
  • Beat  Küng aus Bellinzona
    09.01.2017
    "...mit einer höheren Besteuerung der Dividenden?" Falls es Levrat noch nicht bemerkt hat, die Dividenden werden gar nicht besteuert, weil diese als Gewinne bereits in der Unternehmung besteuert wurden. Wer so einen Schwachsinn von sich gibt sollte als unzurechnungsfähig erklärt und in einer Anstalt versorgt werden.
  • Clélia  Morand aus Vernayaz
    09.01.2017
    Herr Levrat meint immer er hätte die besten Ideen! Langsam sollte er daran denken den Beruf zu wechseln und dann wird er sehen wie das wirkliche Leben in der Schweiz aussieht.Die Politiker in Bern sind alle zuviel verwöhnt :hohe Löhne und alles drum und dran und sind auf einer anderen Dimension als das Volk.
  • Roger  Riger , via Facebook 09.01.2017
    ich stimme (fast) immer das Gegenteil von dem was Levrat sagt und bin damit bisher immer gut gefahren - das Gleiche gilt auch mehrheitlich für die Schweiz. Und jetzt merkt Levrat, dass sogar aus der eigenen Partei der Gegenwind weht und schon dreht er sich wieder und schafft "ganz freiwillig" neue SP-Lösungen! Ergo: Wenn Theoretiker, Gewerkschafter, Vollzeitpolitiker und Ideologen die Schweiz politisch führen würden, dann hätten wir schon längstens den Laden schliessen und dicht machen können.
  • Christa  Rothen aus Zürich
    09.01.2017
    kriegt Herr Levrat jetzt kalte Füsse? Glaubt er wirklich die Pharma-Branche hat keinen Plan B. Diesen Plan B hat er und die SP zu verantworten und niemand anders! Ich höre jetzt schon das Gejaule von der Unia und Gewerkschaftsbund über den Stellenabbau.
  • Urs  Schaad aus Zürich
    09.01.2017
    Unternehmenssteuern sind aus Sicht der Unternehmen Kosten, die der produktive Arbeiter in diesen Firmen für den Fiskus zusätzlich erarbeiten muss. Den Sozialisten dienen diese Steuern der Verschleierung der wahren Kosten, welche ihre expansive Politik verursacht. Um die eigenen Besserverdiener zu entlasten zockt man gerne mit den üblichen Argumenten die Arbeiter ab. Ausser in Basel. Für die linken Geldverschwender und Abgreifer will Levrat die Pharma schonen, damit Basel nicht pleite geht....