Es wird eng! 50 Prozent mehr ÖV-Passagiere bis 2040

BERN - Die Schweizer Bevölkerung wächst. Nun hat das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) mit anderen Bundesstellen berechnet, was dies in den nächsten 25 Jahren für Strasse und Schiene bedeutet. Kurz gesagt: Dichtestress.

Studie zum Schweizer ÖV: Bis 2040 gibt es 50 % mehr ÖV-Passagiere play

Sitzplatz gesucht! Der Personenverkehr steigt in der Schweiz bis 2040 drastisch.

Keystone

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  • Personenverkehr steigt um einen Viertel: Gemäss Referenzszenario, das grundlegende Entwicklungen aus der Vergangenheit fortschreibt, aber auch Tendenzen wie die alternde Gesellschaft oder neue Arbeitsformen aufnimmt, steigt die jährliche Verkehrsleistung des Personenverkehrs von 2010 bis 2040 um 25 Prozent auf 145 Milliarden Personenkilometer.
  • Güterverkehr nimmt noch mehr zu: Im Güterverkehr steigt die Leistung der transportierten Tonnen über den gleichen Zeithorizont um 37 Prozent auf 37 Milliarden Tonnenkilometer.
  • Mehr Rentner auf Achse: Treibende Faktoren für die zunahme sind vor allem die Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung. Dabei geht der Bund davon aus, dass der Anteil der Erwerbsbevölkerung zwar leicht zurückgeht, der Anteil an älteren, mobilen Menschen aber zunimmt.
  • Im ÖV wirds eng: Im Personenverkehr nehmen die Personenkilometer im öffentlichen Verkehr (ÖV) um 51 Prozent überdurchschnittlich zu. 
  • Mehr Güter von der Strasse auf die Schiene: Der Güterverkehr auf der Schiene wächst mit einem Plus von 45 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich.
  • Staus nehmen zu: Die Strasse bleibt sowohl im Personen- wie auch im Güterverkehr weiterhin der Hauptverkehrsträger und die Auslastung auf dem Nationalstrassennetz steigt weiter an. Geplante Ausbauprojekte führen zwar punktuell zu Entlastungen, Engpässe bleiben aber weiterhin bestehen.

Das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) hat zusammen mit anderen Bundesstellen – darunter die Bundesämter für Verkehr (BAV), Strassen (ASTRA), Energie (BFE) und Umwelt (BAFU) – die verkehrlichen Entwicklungen bis 2040 in Form von Szenarien errechnet.

Diese dienen als Planungsgrundlage für Infrastrukturprogramme von Strasse und Schiene sowie für verkehrspolitische und raumplanerische Entscheide. Zudem fliessen die Ergebnisse in die Energieperspektiven und in Berechnungen von Lärm- und Schadstoffemissionen ein. Die Szenarien seien überdies mit den Prognosen für den Luftverkehr des Bundesamts für Zivilluftfahrt (BAZL) abgestimmt, schreibt der Bund.

Mit Gratis-Kafi gegen überfüllte Züge 

Die neuen Zahlen bestätigen die Bestrebungen des Bundes in der Verkehrspolitik: Für den Strassen- und den öffentlichen Verkehr sind weitere Ausbauten nötig. Das ASTRA und das BAV sind daran, diese Ausbauten zu planen. Dank dem Bahninfrastrukturfonds (BIF) und dem Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds (NAF), der sich in der parlamentarischen Beratung befindet, können diese Ausbauten finanziell gesichert werden. Bei der Bahn werden dafür im Rahmen des Ausbauschritts 2025 6,4 Milliarden Franken aufgewendet, für die Nationalstrassen- und Agglomerationsprojekte sind im Rahmen des ersten Realisierungsschritts bis 2030 Investitionen von rund 6,5 Milliarden Franken geplant.

Da Ausbauten in dicht besiedelten Gebieten naturgemäss an Grenzen stossen, viel Zeit benötigen und teuer sind, ist der Bund bestrebt, die bestehende Infrastruktur besser zu nutzen. Dies realisiert er zum Beispiel durch die Umnutzung von Pannenstreifen oder mit der Ermöglichung von Mobility Pricing-Pilotversuchen in Zusammenarbeit mit interessierten Kantonen und Gemeinden. Weiter werden die Siedlungs- und die Verkehrspolitik enger aufeinander abgestimmt und die Koordination zwischen den Verkehrsträgern Strasse und Schiene sowie der Luftfahrt wird zusätzlich verbessert. (red)

Publiziert am 30.08.2016 | Aktualisiert am 18.01.2017
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  • Danni  Stufer 31.08.2016
    Die werden wohl wie in Indien auf dem Dach mitreisen müssen. Der ÖV ist heute schon MASSIV überfüllt. Gleichzeitig, wird jede Strassenentwicklung von den Rot-Grünen Demagogen vermiest und abgewürgt. Willkommen in der Hölle!
  • Manfred  Grieshaber aus Zollikon
    30.08.2016
    Eine Globalwirtschaft ohne politische Regeln ist ein dynamisches System, ohne Begrenzung. Und dynamische Systeme zeigen immer das gleiche Verhalten: die ursprünglich gleichmäßige Verteilung der Elemente verschwindet, stattdessen bilden sich kleine Räume mit extrem hoher Dichte und anderswo ist gar nichts mehr. Dies weil die unendlich große Zahl von Wechselwirkungen keiner Regel mehr unterliegt. Alle Arten von Veränderungen nehmen exponentiell zu. Ist einfach eine mathematische Gesetzmäßigkeit.
  • Ernest  Blanco 30.08.2016
    Das sind die sogenannten Nebeneffekte einer weiteren, stetigen Zuwanderung von gegen 1 Prozent pro Jahr: Weniger Komfort zu selbstverständlich höheren Preisen. Da könnte Otto Normalverbraucher ja vielleicht auf die Idee kommen, dass eine Beschränkung der Zuwanderung für Ihn effektiv mehr Vor- als Nachteile bringen könnte ?
  • alois  Leimgruber aus Villmergen
    30.08.2016
    Das ist nicht mehr das Land wo ich aufgewachsen bin. Wir stehen uns heute schon bald auf den Füssen und mit 50 Prozent mehr kaum mehr aus zu denken.
  • Hugo  Wirz 30.08.2016
    «50 Prozent mehr ÖV-Passagiere bis 2040»? Das möchte ich aber bezweifeln: Bis 2040 werden sich keine 10 Prozent mehr den öV leisten können. Ich kanns mir schon heute nicht mehr!
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