Abstimmung-Vorlagen kurz erklärt: Sollen wir die Spekulation mit Nahrungsmitteln verbieten?

Das Schweizer Volk stimmt am 28. Februar 2016 über die Spekulationsstopp -Initiative ab. Das Video von easyvote zeigt ganz simpel, um was es bei der Abstimmung geht.

Die Spekulationsstopp-Initiative

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Nahrungsmittel wie Weizen, Reis, Soja, Zucker oder Kaffee werden weltweit an der Börse gehandelt. Ihre Preise können stark schwanken. Es ist umstritten, was alles einen Einfluss auf Preisschwankungen hat. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass der Preis eher steigt, wenn viele Personen dieses Produkt kaufen und/oder es wenig davon gibt (z.B. weil ein Unwetter die Ernte zerstörte). Andererseits sinken die Preise eher, wenn zu viel produziert wird und/oder das Produkt nicht so oft gekauft wird.

Um zu vermeiden, dass man z.B. seinen Reis zu einem Zeitpunkt kaufen muss, wenn dieser sehr teuer ist, ist es den KäuferInnen wichtig, den Preis für die Nahrungsmittel im Voraus zu kennen und zu vereinbaren. Deswegen kann man beispielsweise heute vereinbaren, eine bestimmte Menge Reis zu einem festgelegten Preis in drei Monaten zu kaufen oder zu verkaufen. So können sich einerseits KäuferInnen und VerkäuferInnen gegen unerwartete Preisschwankungen absichern und die Termine planen. Andererseits werden so aber auch spekulative Geschäfte mit Nahrungsmitteln möglich (siehe Infobox zu spekulativen Geschäften am Schluss).

Wird die Initiative angenommen, sind spekulative Geschäfte mit Nahrungsmitteln in der Schweiz verboten.

Weiterhin möglich ist, einen Preis oder Termin im Voraus zu vereinbaren. Dies aber nur, wenn das Unternehmen keine spekulativen Geschäfte mit den Nahrungsmitteln macht.

Die Schweiz setzt sich zudem dafür ein, dass spekulative Geschäfte mit Nahrungsmitteln auch weltweit bekämpft werden.

 

Das sind die Argumente der Befürworter

- Wenn Unternehmen spekulative Geschäfte mit Nahrungsmitteln machen, steigen die Preise für Nahrungsmittel. Viele Leute, die diese Nahrungsmittel zum Leben brauchen, können sie sich dann nicht mehr leisten und leiden Armut und Hunger.

- Nahrungsmittel sind sehr wichtige Produkte. Es müssen darum sehr klare Regeln gelten, wie man mit diesen handeln darf.

Das sind diejenigen der Gegner

- Ein Verbot von spekulativen Geschäften ist für die Bekämpfung von Armut und Hunger nutzlos, da das Verbot nur in der Schweiz gilt und nicht dort, wo die meisten spekulativen Geschäfte gemacht werden. 

- Verschiedene Studien zeigen auf, dass durch spekulative Geschäfte die Nahrungsmittelpreise nicht steigen.

Das sagen Parlament und Bundesrat

Nationalrat: dagegen (58 Ja, 130 Nein, 5 Enthaltungen)

Ständerat: dagegen (11 Ja, 31 Nein, 1 Enthaltung)

Bundesrat: dagegen

 

Das versteht man unter spekulativen Geschäften

Bei spekulativen Geschäften steht nicht das Produkt im Vordergrund, sondern das Ziel, durch das Kaufen und Verkaufen des Produktes einen Gewinn zu machen. Es wird auf steigende Preise spekuliert.

Machen wir ein konkretes Beispiel, wie ein spekulatives Geschäft ablaufen kann:

Ein Unternehmen geht davon aus, dass der Preis für Zucker steigt. Deswegen kauft es diesen an der Börse. In drei Monaten verkauft es den Zucker wieder. Ist der Preis zu diesem Zeitpunkt tatsächlich gestiegen, kann das Unternehmen den Zucker zu einem höheren Preis verkaufen. Es macht einen Gewinn.

 

Mehr Infos unter www.easyvote.ch

Publiziert am 13.02.2016 | Aktualisiert am 13.02.2016
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2 Kommentare
  • Michael  Rudolf 14.02.2016
    Zum Beispiel: In drei Monaten verkauft es den Zucker wieder. Ist der Preis zu diesem Zeitpunkt tatsächlich gestiegen, kann das Unternehmen den Zucker zu einem höheren Preis verkaufen. Es macht einen Gewinn.
    ... und sorgt in diesem Moment dafür das das Angebot grösser wird, also der Preis nicht weiter steigt oder sogar sinkt.
  • Gieri  Caviezel 14.02.2016
    Die JUSO kämpft mit dieser Initiative nicht gegen den Hunger in der dritten Welt, sondern gegen den in ihren Augen so bösen Kapitalismus in der ersten Welt. Das Hungerproblem wird nur als Vorwand benutzt, um nicht informierte Wähler zu einem Ja zu bringen. Eigentlich ziemlich einfach zu durchschauen.