Darbellay bekämpft Teile von Schneider-Ammanns Agrarreform Ab heute gehts um die Zukunft der Bauern

Fertig Sommerferien: Die Wirtschaftskommission des Nationalrats entscheidet über die Zukunft der Bauern.

  • Publiziert: 13.08.2012
  • Von Irène Harnischberg

Ab heute geht es in der nationalrätlichen Wirtschaftskommission um die Wurst. Auf der Traktandenliste steht die Zukunft der Landwirtschaft.

Es gibt viel zu diskutieren über die Agrarreform, für die Bundesrat Johann Schneider-Ammann in den Jahren 2014–2017 knapp 14 Milliarden Franken ausgeben will.

Auf dem Tisch der 25 Kommissionsmitglieder liegen 133 Anträge, wie WAK-Präsident Chris­tophe Darbellay gestern im SonntagsBlick sagte.

Heftig umstritten ist Schneider-Ammanns Plan, künftig nur noch jenen Bauern Direktzahlungen aufs Konto zu zahlen,  die über ein Berufsdiplom verfügen. Für Darbellay ist dieser Vorschlag falsch. Der Walliser will ihn rückgängig machen.

Kleinbauern sind auf Quereinsteiger angewiesen

«Nicht die Ausbildung des Bauern ist ausschlaggebend, sondern die Qualität der Leistung und der Produkte, die er generiert», sagt der CVP-Präsident. Unterstützung erhält er von den Kleinbauern. Sie warnen davor, dass damit die Chancen von Quereinsteigern, auf die die Landwirtschaft dringend angewiesen ist, massiv sinken.

Anderer Meinung ist Andreas Aebi, SVP-Nationalrat und Bauer im Emmental. «Ich bin gegen eine Schnellbleiche», sagte der Anwärter auf das Präsidium des Schweizerischen Bauernverbands im BLICK-Interview vom Samstag. Einzig für die Bauern in Berggebieten ist er offen für einen Kompromiss.

Doch nicht nur das Ausbildungsthema sorgt für einen heis­sen Agrar-Herbst. Auch die Fragen, wie viel die Bauern produzieren sollen und die Höhe der Einkommen, werden viel zu diskutieren geben.

Auch Bauern sitzen in der Kommission

In der Kommission sitzen auch einige Bauern, darunter der St. Galler Markus Ritter (CVP), der wie Aebi Kandidat für das Amt des Bauernpräsidenten ist.

Die Konsumenten sind mit Prisca Birrer-Heimo (SP, LU), der Präsidentin der Stiftung für Konsumentenschutz, prominent in der WAK vertreten.

Beliebteste Kommentare

  • Stefan  Zehnder , Fraubrunnen
    Selbstversorgung darf ruhig etwas kosten. Natürlich muss die Leistung dahinter auch stimmen. Wenn man sieht, wie gewisse Länder im Lebens- und Futtermittelbereich von Exporteuren zu Importeuren mutieren, weil sie den Eigenbedarf nicht mehr selber decken können, werden wir einmal froh sein, wenn wir auf eine eigene, gesunde Landwirtschaft zurückgreifen können. Sind die Landwirte und ihr Land einmal weg, werden sie nicht mehr so schnell wiederkommen.

Alle Kommentare (6)

  • rolf  sulzer
    ich werde bauer, dann habe ich ein "gesichertes" einkommen, weil man mich braucht.
    • 13.08.2012
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  • Klaus  Rangelov
    Wird höchste Zeit, dass auch in diesem Wirtschaftssektor endlich endlich der Markt zum Tragen kommt. Geschützte Werkstatt kanns nicht sein, vor Allem nicht zu diesem Preis. Im Jammern sind die Bauern ja Weltmeister. Natürlich Alles protegiert von ausgerechnet jener Partei, die normalerweise den Staat verteufelt und den Kapitalismus überhöht. Lustig, dass dieser "Partei" ausgerechnet bei der Landwirtschaft die eigenen Prinzipien scheissegal sind. Verständlich zwar, Wählerstimmen kosten halt was...
    • Köbi  Karrer
      Man müsste den CH Bauern nur die gleichen Rahmenbedingungen geben wie im Ausland, zB. Legebatterien für Hühner, Gentechveränderter Futter und Dünger, Antibiotika für Hühner und Schweine, etc. dann können die auch so billig produzieren.
      • 13.08.2012
      • als Kommentar auf Klaus  Rangelov
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  • Stefan  Zehnder , Fraubrunnen
    Selbstversorgung darf ruhig etwas kosten. Natürlich muss die Leistung dahinter auch stimmen. Wenn man sieht, wie gewisse Länder im Lebens- und Futtermittelbereich von Exporteuren zu Importeuren mutieren, weil sie den Eigenbedarf nicht mehr selber decken können, werden wir einmal froh sein, wenn wir auf eine eigene, gesunde Landwirtschaft zurückgreifen können. Sind die Landwirte und ihr Land einmal weg, werden sie nicht mehr so schnell wiederkommen.
    • benjamin  sommer
      Die Selbstversorgung ist doch bereits schon lange Geschichte. Ob man nun Lebensmittel importiert oder Fahrzeuge oder Treibstoff oder Düngemittel ist doch unterm Strich egal. Die Schweizer Bauer sind zu 100 Prozent äbhängig vom Ausland und das seit Jahren. Das ist nun einmal die globaliserte Welt. Alles andere ist Clientelpolitik.....
      • 13.08.2012
      • als Kommentar auf Stefan  Zehnder , Fraubrunnen
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  • Peter  Ransom , Zürich
    Die Anforderungen werden immer höher und es wird immer schlimmer was den Verantwortlichen noch alles einfällt um uns Bauern den Beruf zu vermiesen.
    Aber für all dies ist es laut einigen Leuten nicht nötig diesen Beruf zu lernen. Kann man einfach so, da ist ja jeder der Bauer lernt ein idiot.
    Ich will jetzt Pilot werden gebt mit ein klein Flugzeug. Ich will kleinpilot sein!
    Ausserdem gibt es für die ganz kleinen eh nix weil sie die minimale nötige Arbeitszeit nicht erreichen. Z, b bekommt ein kleiner der lediglich 20 Schafe hat kein Geld, ob gelernt oder nicht.
    Wer mehr will soll es lernen, so wie schon 10000ende vor ihm!

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