SVP-Vorschlag findet in Baden-Württemberg Anklang 8 Millionen Deutsche wollen Schweizer werden

  • Publiziert: 24.06.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Mario Gertschen
play So könnte die Schweiz der Zukunft aussehen, wenn es nach den Plänen der SVP ginge. (Screenshot: letemps.ch)

BERN – Nachbarregionen sollen sich der Schweiz anschliessen dürfen. Das fordert SVP in einem Antrag. Der Bundesrat lehnt das ab, doch unsere schwäbischen Nachbarn scheinen Gefallen an der Idee zu haben.

Die SVP stellte vor kurzem den Antrag, dass die Angliederung einzelner Nachbarregionen an die Schweiz zu prüfen sei. Unter den Mitunterzeichnern war auch Präsident Toni Brunner. Prüfenswert seien das Elsass, Savoyen, Aosta, Vorarlberg und Baden-Württemberg.

Erstaunlich: Im deutschen Bundesland kommt dieser Vorschlag überraschend gut an. Die Zeitung «Südkurier» machte den SVP-Antrag publik und liess im Internet darüber abstimmen, ob Baden-Württemberg der 27. Schweizer Kanton werden soll. Das Resultat: 73,44 Prozent, also hochgerechnet mehr als 8 Millionen, der Baden-Württemberger finden: «Ja, die Schweizer sind uns von der Mentalität näher als die Norddeutschen.»

Besser aufgehoben in der Schweiz

In den Kommentaren verdeutlicht sich die Sehnsucht der Schwaben nach der Eidgenossenschaft. «Wenn wir unserem Baden etwas Gutes tun wollen, dann wären wir in der Schweiz besser aufgehoben als in der BRD. Unseren Firmen bliebe mehr Geld, uns Arbeitern bliebe mehr Geld... und unseren Dialekt könnten wir auch noch mehr pflegen. Eigentlich eine pure Win-Win-Situation», schreibt ein Leser.

Ein anderer schreibt: «Immer noch besser wie von den korrupten Schwachmaten in Berlin und Stuttgart regiert zu werden. Dann lieber ein Schweizer 3. Klasse mit einer stabilen Währung! Hopp Schwiiez....» Überhaupt ist die Hauptmotivation der meisten Übertrittswilligen die schwache Regierung in Berlin und die marode EU.

«Nichts wie weg von den Pleitegeiern aus Berlin. Nur beim zahlen müssen wir ‹hier› rufen – schaut euch doch nur mal die Verteilung der Gelder an Griechenland an. Jetzt darfs der kleine Mann und der Mittelstand in den nächsten Jahren absparen», kommentiert ein Leser.

«Schmutziges Geld finanziert die Schweiz»

Einige Leser sind jedoch stutzig, dass ausgerechnet die SVP eine Angliederung vorschlägt, obwohl genau diese Partei den Deutschen-Hass in der Schweiz schürt. Deshalb ist der Leser «sukijaki» auch dagegen: «Also, wer lieber in einem Land leben will, in dem nicht nur braune Hohlköpfe mitregieren, sondern auch noch das meiste mit schmutzigem Geld aus aller Welt finanziert wird, der soll ruhig dorthin gehen, doch unser schönes Ländle sollen und dürfen wir dafür nicht opfern.»

Der Bundesrat erklärte den Vorstoss zwar zu einem «unfreundlichen politischen Akt». Doch wenn sich die Baden-Württemberger der Schweiz anschliessen möchten, warum sollte man sie daran hindern?

Pikant: Angenommen der Plan der SVP würde in die Tat umgesetzt, wären die 11 Millionen Einwohner Baden-Württembergs plötzlich Schweizer. Und den «Ureinwohnern» zahlenmässig weit überlegen. Ob so eine «Schwaben-Schwemme» noch im Sinne der SVP wäre, ist mehr als fraglich.

Was halten Sie davon, dass Baden-Württemberg gerne zur Schweiz gehören würde? Schreiben Sie uns.