Waffeninitiative: Exklusive Umfrage 45 Prozent sagen Ja, 39 Prozent sind dagegen

  • Publiziert: 08.01.2011, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Marcel Odermatt und Reza Rafi

Eine Mehrheit der Stimmberechtigten sind zur Zeit für die Waffen-Initiative. Das zeigt eine repräsentative Umfrage. Doch reichts am Schluss auch für ein Ständemehr?

Die Initiative «Für den Schutz vor Waffengewalt» stösst bei den Stimmbürgern auf Zustimmung: Das zeigt eine repräsentative Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Isopublic im Auftrag des SonntagsBlicks durchgeführt hat.

Würde heute Sonntag abgestimmt, käme die Initiative auf einen Ja-Stimmenanteil von 45 Prozent. Nur 34 Prozent würden die Vorlage verwerfen.

Überraschendes Ergebnis: Während die SVP- und FDP-Wähler erwartungsgemäss die Initiative grossmehrheitlich ablehnen, sieht es bei der CVP anders aus: Eine relative Mehrheit von 41 Prozent will Ja und 39 Prozent wollen Nein stimmen (siehe Grafik Seite 26). Das Resultat widerspiegelt die gespaltene Position der CVP in dieser Frage. Die Mutterpartei ist dagegen, aber die CVP-Frauen sind dafür. Auch die Zürcher Kantonalpartei schert von der Parteilinie aus und unterstützt das Begehren.

Verhilft die Mittepartei der Linken zum grossen Triumph zum Auftakt des Wahljahrs 2011? Im Moment sieht es danach aus. Sicher ist, dass ein Sieg am 13. Februar vor allem auch ein Erfolg der Frauen wäre. Denn für sie ist klar: Sie wollen die Waffeninitiative annehmen. 52 Prozent sind dafür und nur 24 Prozent lehnen sie ab. Anders die Situation der Männer, die als Soldaten direkt betroffen wären. Nur 39 Prozent wollen zustimmen, 42 Prozent sagen Nein.

Doch entschieden ist der Abstimmungskampf noch nicht. Der Hauptunsicherheitsfaktor sind die Unentschlossenen: 21 Prozent der Befragten haben sich in ihrer Entscheidung noch nicht festgelegt. Doch der Vorsprung der Initianten ist mit elf Prozent ziemlich hoch. Dazu geht es beim Volksbegehren nicht um eine komplizierte Detailfrage, sondern um eine Problem, bei dem jeder mitreden kann.

Einen Strich durch die Rechnung könnten die kleinen Kantone machen. Denn neben einem Volksmehr muss für eine Annahme auch eine Mehrheit der Kantone zustimmen. Und das wird schwierig. Denn vor allem in den ländlichen Gebieten hat das Schiessen und die Armeewaffe zu Hause Tradition.

Das Volksbegehren der SP fordert, dass alle Militärwaffen ins Zeughaus verbannt werden. Zudem soll ein eidgenössisches Waffenregister geschaffen werden. Der Bundesrat und die bürgerlichen Parteien lehnen die Vorlage ab.

SVP- und FDP-Wähler sind linientreu, jene der CVP nicht