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Verteidigungsminister Ueli Maurer (59) präsentierte sich vergangene Woche als Aufräumer. In seiner Bilanz zum ersten Amtsjahr meinte er stolz: «Wir haben einen ganzen Armeestab abgebaut. Einfach gestrichen!»
Zusammen mit Armeechef André Blattmann (53) war Maurer nach seinem Amtsantritt zum Schluss gekommen, dass der Planungsstab der Armee schlicht überflüssig sei. Die beiden kündigten im Frühling an, diverse Stäbe in der Armeeführung zusammenzulegen – übrig bleiben deren zwei.
Damals hiess es, dass die Armee so 30 Stellen einsparen könne. Erst jetzt wird bekannt, dass die Straffung für sehr viel mehr Berufsmilitärs Konsequenzen hat. «200 Offiziere sind arbeitslos respektive werden neu eingeteilt», sagte Maurer letzte Woche.
Etwa die Hälfte der Berufsoffiziere hat bereits einen neuen Job; für den Rest steht die Versetzung in den kommenden Monaten an. Statt in der Berner Zentrale an der künftigen Armee zu planen, müssen sie ihren Kollegen an der Front zur Hand gehen.
Dutzende Militärkarrieren erhalten damit einen Knick. «Ein Grossteil der betroffenen Offiziere ist in den Graden Major, Oberstleutnant oder Oberst», sagt Armeesprecher Christoph Brunner.
Die meisten kommen in Zukunft in der Ausbildung zum Einsatz – in den Rekrutenschulen und den Lehrverbänden. Laut Armeesprecher Brunner werden sie vor allem mit «konzeptionellen Aufgaben» betraut. Grund für den Bedarf in der Ausbildung sei die Umstellung von zwei auf drei Rekrutenschulen pro Jahr. Dadurch sei es seit 2004 zu einer Mehrbelastung der Berufsoffiziere im Bereich Ausbildung gekommen.
Ein Teil der umgeteilten hohen Militärs soll im Problembereich Logistik die teilweise chaotischen Zustände verbessern helfen – oft erhalten die Truppen viel zu wenig Material.
Im Armeestab verbleiben rund 420 Mitarbeiter. Die Anzahl der Berufsoffiziere und -unteroffiziere ist auf rund 20 geschrumpft. Der Rest sind zivile Mitarbeiter.