100'000 «illegale» Patienten Nicht nur Polo setzt auf Cannabis

Mehr als 3500 Schweizer behandeln eine Krankheit ganz legal mit Cannabis. Doch das Mittel ist teuer. Daher geht der Bund von einer gigantischen Zahl an «illegalen» Cannabis-Patienten aus.

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Polo Hofer setzt im Kampf gegen den Krebs auf Cannabis. Peter Gerber

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Vor zwei Monaten schockierte Polo Hofer (71) die ganze Schweiz mit der Mitteilung, er sei an Lungenkrebs erkrankt. Im Kampf dagegen setzt der Mundart-Rocker nicht nur auf eine Chemo-Therapie, sondern auch auf Cannabis (BLICK berichtete). Allerdings nicht als Joint, sondern in Form von Öl, das auch keine Rauschwirkung hat. Die alternative Therapie wurde vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) bewilligt.

Der einstige Kiffer der Nation ist nicht der Einzige, der über eine solche Ausnahmebewilligung für den verboten Stoff verfügt. Über 3500 Schweizerinnen und Schweizer haben eine solche erhalten.

Polo wird die Nachfrage ankurbeln

Und immer mehr stellen ein Gesuch beim Bund. Pro Jahr würde sich deren Anzahl verdoppeln, so Markus Jann, Leiter der Sektion Drogen beim BAG, gegenüber der «Berner Zeitung». Er geht davon aus, dass «Polo National» die Nachfrage noch zusätzlich anheizen wird. 

Das Öl kann Krebs, Multiple Sklerose oder HIV nicht besiegen. Aber es kann Schmerzen, Übelkeit und Appetitlosigkeit, die oft mit einer dieser Krankheiten oder deren Therapien einhergehen, vermindern. Die Hürden für eine Ausnahmebewilligung sind allerdings hoch.

100'000 «illegale» Patienten

Und selbst wenn man eine solche bekommt, bleiben Hindernisse: Denn das Mittel ist teuer und wird von vielen Krankenkassen nicht bezahlt. Für einen Patienten kommen da im Monat mehrere hundert Franken zusammen.

Wesentlich billiger ist es daher, sich das Cannabis auf der Strasse zu besorgen oder gleich selbst anzupflanzen. BAG-Mann Jann schätzt, dass 100'000 Schweizer Patienten sich den Stoff illegal beschaffen – aus rein medizinischen Gründen. (sf)

Publiziert am 19.11.2016 | Aktualisiert am 21.11.2016
  Polo Hofer CD-Cover

Balladen aus 40 Jahren

Interlaken BE – Trotz Krankheit bleibt Polo Hofer aktiv im Geschäft. Der Mundartrock-Pionier präsentiert eine Best-of-CD mit Balladen aus den Jahren 1976 bis 2016. «Die CD-Produktion war eine Art Gesundheitstherapie», sagt Hofer, der sich zwar körperlich geschwächt, aber im Kopf «100 Prozent präsent» fühlt. Der Balladen-CD mit Ohrwürmern wie «Vermisse Di» oder «Stets i Truure» sollen weitere Compilations folgen. «Es ist eine Trilogie im Neun-Monate-Rhythmus geplant», so Hofer, «nach den Balladen sind die rockigen Songs dran, anschliessend die Klassiker.»

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3 Kommentare
  • Schoch  Hans U. 19.11.2016
    Seit Jahren steht auf jedem Cigarettenpäckli...dass Rauchen lebensgefährlich ist. Alle möglichen Todesursachen, insbesonder Lungenkrebs werde beschrieben. Dass es jetzt auch Polo Hofer trifft, ist sehr bedauerlich, aber nicht gerade überraschend. Sein Umgang mit seiner eigenen Gesundheit war gar nicht beispielhaft. Im Gegenteil. Trotzdem: für den Schweizer des Jahres hat es allemal gereicht. Was nicht gegen Polo Hofer spricht, aber den anderen wenigstens als Denkanstoss dienen könnte.
  • werner   zuercher aus Pfaffnau
    19.11.2016
    polo hofer soll zuerst über seinen zigaretten, alkahol, und drogenkonsum nachdenken! wenn man jahrzente alotria treibt mit körper und gesundheit, so sind gesundheitliche probleme im alter sehr wahrscheinlich! da hilft auch das mediale ausweinen nicht mehr! trotzdem alles gute und viel kraft!
  • Fridolin  Glarner-Walker aus Genf
    19.11.2016
    Die Cannabis-Verbotspolitik ist in den meisten Ländern gescheitert. Bei eine kontrollierten Legalisierung würde gar der Staat, wie heute mit der Alkoholsteuer, daran verdienen und den Schwarzmarkt austrocknen. Das grosse Problem ist die Pharmaindustrie die lieber teure Medikamente verkauft als dass man diese Cannabis-Konkurrenz zulässt.