10 Milliarden für 55 neue Kampfflugzeuge VBS bestätigt BLICK

BERN - Gestern hatte BLICK publik gemacht, dass der Planungschef der Armee erstmals konkrete Zahlen zu einem neuen Kampfflugzeug für die Luftwaffe genannt hatte. Brigadier Rolf Siegenthaler bezifferte die Kosten für 55 Jets auf 10 Milliarden Franken. Plötzlich ist das dem Verteidigungsministerium aber nicht mehr so recht.

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«10 Milliarden für neue Kampfjets»: So berichtete BLICK gestern.

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Er sorgte für ein grosses Medienecho. Die Rede ist vom Bericht von BLICK, wonach der Planungschef der Armee, Brigadier Rolf Siegenthaler, an einer Veranstaltung der Thurgauer Offiziersgesellschaft die Kosten für die Beschaffung von 55 neuen Kampfjets für die Luftwaffe auf 10 Milliarden Franken beziffert hat.

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Chef der Armeeplanung: Brigadier Rolf Siegenthaler.

Das ist dem Verteidigungsministerium von SVP-Bundesrat Guy Parmelin plötzlich nicht mehr so recht.

Obschon gerade bürgerliche Sicherheitspolitiker dem Plan etwa in der «NZZ» wie auch schon im BLICK eifrig Flankenschutz gaben, krebst das Verteidigungsministerium jetzt zurück.

Der Mut des Brigadiers passt nicht mehr ins Konzept

In einem auf der Homepage des Departmentes aufgeschalteten «Klarstellung» wird aber nicht etwa der Bericht von BLICK korrigiert, sondern vielmehr die Aussagen von Siegenthaler relativert. So als ob der Mut des Brigadiers zur Klarheit, den Strategen im VBS nicht mehr so recht ins Konzept passt.

Man legt plötzlich wolkig Wert darauf, dass «die Anzahl Maschinen und die Kosten noch in den Sternen» ständen. «Eine Expertengruppe und eine Begleitgruppe erarbeiten zur Zeit die Grundlagen für einen Kreditantrag zur Planung, Erprobung und Beschaffungsvorbereitung eines neuen Kampfflugzeuges.»

Danach soll gemäss gegenwärtiger Planung 2020 der Typenentscheid fallen, 2022 der Beschaffungskredit im Parlament beantragt und ab 2025 die neuen Flugzeuge geliefert werden. Und nochmals wird die Aussage von Siegenthaler relativiert: «Genaue Anzahl Flugzeuge und auch die Kosten werden somit erst später abgeschätzt werden können.»

Und schliesslich hält das VBS zum Auftritt vor den Thurgauer Offizieren fest: «Bei der von Brigadier Rolf Siegenthaler genannten Zahl von 55 neuen Kampfflugzeugen handelt es sich um jene, die im ‹Konzept zur langfristigen Sicherung des Luftraumes, Bericht des Bundesrates in Erfüllung des Postulats Galladé 12.4130 vom 27. August 2014› genannt wurde.»

Alles, was Siegenthaler sagte, ist offiziell abgestützt

Die Schätzung der Investitionskosten basiere auf einer Annahme: modernes Mehrzweckkampfflugzeug mit Logistikpaket und Bewaffnung inklusive Fähigkeit zum Erdkampf, so wie es das Konzept fordert.

«Diese Aussagen nehmen ausdrücklich Bezug auf den Bericht des Bundesrates in Erfüllung des Postulats Galladé und nicht auf den Inhalt eines in sich in der Redaktion befindlichen Berichts zur Beschaffung eines neuen Kampfflugzeugs», heisst es in der Klarstellung weiter.

Das bedeutet für uns Normalsterbliche: Alles, was Siegenthaler sagte, ist offiziell abgestützt. Doch leider passt der Schluss aus dem vom Planungschef gemachten Zusammenzug dem Verteidigungsministerium halt einfach politisch nicht ins Konzept.

Publiziert am 28.10.2016 | Aktualisiert am 29.10.2016
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14 Kommentare
  • Rolf  Gerber aus Zürich
    29.10.2016
    Ich denke einfach, dass bei russischen Produkten alte Vorurteile gelten. Die aktuelle, und so wie es aussieht zukünftige, Rüstungsindustrie wird die mächsten 30-40 Jahre seine Produktionskapazitäten leider ausbauen und auch modernste Waffen hervorbringen. Es ist nicht mehr die RU aus dem kalten Krieg. Ersatzteilbeschaffung ist sicher nicht mehr mit 1990 zu vergleichen. 2010 noch als "realitätsfremd" fliegt die TU-50 bereits. Vermutlich könnten wir die gleiche Anzahl für den gleichen Preis kaufen
    • Pierre  Nussbaumer aus Grolley
      29.10.2016
      Rolf, sobald im Westen von Russland erwähnt wird, ist tabu, erst recht dass das beste Kampfflugzeug Russisch ist. Nur Offerte nicht möglich die CH-Politiker scheuen Sanktionen aus USA
  • Pedro  Steinmann 29.10.2016
    11 Milliarden fliessen in den nächsten Jahren als sogenannte Entwicklungshilfe irgend wo in ausländische korrupte Regierungen, sprich sind verloren. Niemand regt sich auf.
    Diese 10 Milliarden generieren immerhin Arbeitsplätze und Gegengeschäfte. Zudem hat die Armee einen Auftrag gemäss Bundesverfassung.
  • Andreas  Meier aus Zuerich
    28.10.2016
    Es ist eine Frechheit 55 Flugzeuge kaufen zu wollen. Als sie wirklich gebraucht wurden war kein einziges verfuegbar und die Italiener mussten die Arbeit machen. Und in Luzern koennen sie Kinder nicht in die Schule schicken, weil zu wenig Geld vorhanden ist.
    • tom  tomason 29.10.2016
      Soso, Andreas Meier. Dann schau dir doch einmal an wo das Flugzeug in der Luft war und ab wann die Schweizer Luftwaffe zuständig gewesen wäre. Und dabei nicht vergessen dass bei der Landung die linke Tragfläche des Flugzeuges sogar noch über französischem Boden war.
      Warum diese Zustände in der Armee sind sind eigentlich auch schon seit Jahren bekannt. Manchmal kommt es mir vor wie " Du bekommst ein Velo sobald du damit fahren kannst, vorher nicht"
  • Hans-Jürgen  Steiniker aus Zofingen
    28.10.2016
    Was wollen wir mit den Flugis anfangen? Bevor ein Angriff bekannt wird, sind doch alle Flugplätze schon zerstört worden: wie wollen die Flugis dann noch starten? Es ist doch nur Heuchelei derer, die sich wichtig machen wollen! Schmeisst die 10MIA in die AHV/IV, dann ist dem Schweizer Volk wirklich geholfen!
    • Dritan  Ludwig aus Tallahassee
      29.10.2016
      Bravo Herr Steiniker,was sie gesagt haben ist ganz richtig. Ich wurde nichts komentieren. Sie haben das exellent gesagt: Fur was braucht die Schweiz 55 Flugzeugen,wenn jemand in der Schweiz fliegen mochte , zuerst musste er uber Deutchland , Italien , Frankreich,oder Osteriech fliegen ,so ist nicht besser dieses geld SVP fur die Schweizer Volk irgendwo deponieren ? Vielleicht SVP muss seine freunde happy machen und seine eigene tasche ausfulle aber, das ist nicht in Schweizervolk interessen
  • Ruedi  Voser 28.10.2016
    Wenn schon, gehören die 10 Milliarden in die Bildung und/oder AHV, aber sicher nicht für solche Spielzeuge. Wenn schon, dann gebrauchte Eurofighter o.ä. Wieder wird der Volkswille mit Schuhen getreten innert kürzester Zeit.