
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
play
Nicht nachtragend: Polanski besucht das Jazzfestival inMontreux. (AP)
Im ersten Interview nach seiner Freilassung (mit dem Westschweizer Fernsehen) gab Polanski sich versöhnlich: «Mit meinen ersten öffentlichen Worten möchte ich mich bei meinen vielen Freunden bedanken, die mich in diesen langen Monaten unterstützt haben», sagte er. «Und natürlich bei meiner Frau und meinen Kindern.»
Er dankte auch der Bevölkerung Gstaads und erklärte, er habe Wein, Blumen und andere Kleinigkeiten erhalten, als er in seinem Chalet festsass. Auch allen anderen, welche ihn während der ganzen «Polemik» verteidigte, sprach Polanski seinen Dank aus.
Polanski zeigte sich auch gegenüber der offiziellen Schweiz versöhnlich: Das Vorgehen der Schweiz, seinen Arrest zu beenden, bezeichnete Polanski als «die richtige Entscheidung». Möglicherweise sei die ganze Angelegenheit eine Panne oder gar eine Serie von Pannen gewesen, so der Filmemacher
Den Hausarrest hat faktisch Polanskis Sohn Elvis beendet: «Mein Sohn hat mir die Fussfessel abgenommen.» Er fügte an: «Ich hätte die Fessel auch selber abstreifen und fliehen können. Daran habe ich aber nie gedacht.»
Polanski schloss das Interview mit den Worten: «Ich liebe die Schweiz.»
Im Anschluss reiste der Starregisseur ans Jazz Festival Montreux gereist. Dort gab seine Frau Emmanuelle Seigner gestern Abend ein Konzert.
«Er wird auch im Saal sein», hatte Seigner schon am Nachmittag gegenüber dem Westschweizer Radio RSR gesagt. Sie sei darüber sehr glücklich. Auch der Sprecher des Festivals, Francesco Laratta, bestätigte die Präsenz des Filmregisseurs.
«Er besucht das Festival fast jedes Jahr.»
Am Freitag hatte Claude Nobs, Gründer und Chef des Festivals, gegenüber den Medien noch gesagt, dass er nicht wisse, ob Polanksi das Konzert seiner Frau besuche. Aber: «Er ist ein Mann, der die Musik liebt. Er besucht das Festival fast jedes Jahr.»
Die Schweizer Justiz hatte Anfang Woche für Polanski abgelehnt. In der Folge wurde auch der Hausarrest für den 76-Jährigen aufgehoben. Ihm wurde die elektronische Fussfessel abgenommen und er durfte sein Chalet in Gstaad im Berner Oberland verlassen.
Roman Polanski war vor knapp 26. September bei der Einreise in die Schweiz auf Veranlassung der USA verhaftet worden. Seit dem 3. Dezember befand er sich in seinem Chalet. Polanksi hatte 1977 in den USA eine 13-Jährige unter Drogen gesetzt und vergewaltigt. Er bekannte sich schuldig, sass mehrere Tage im Gefängnis, floh später aber aus den USA. (SDA/snx)