Piero: Probieren geht über studieren!

  • Publiziert: 26.03.2009, Aktualisiert: 08.02.2012

ZÜRICH – Als Versager, Memme oder Weichei wird Piero Esteriore nach seiner Big-Brother-Flucht bezeichnet. Doch eigentlich hat der Mann Respekt verdient.

Eine Sache ist unbestritten: Piero Esteriore ist ein Show-Talent. 2004 schafft es der Laufener Coiffeur ins Finale der ersten Staffel von MusicStar, belegt am Ende den dritten Platz hinter Siegerin Carmen Fenk und Mario Pacchioli. Diese beiden sind inzwischen von der Bildfläche verschwunden, nicht aber Piero.

Mit seinem Debut-Album «1 Secondo» schafft er es sogar kurzfristig auf Platz 3 der Schweizer Hitparade, fällt aber schon bald ausser Rang und Traktanden. Die eigentliche Chronik des Scheiterns beginnt aber 2004. Piero vertritt mit seinen ehemaligen Konkurrenten Sergio Luvualu und Tina Masafret die Schweiz am Eurovision Song Contest. Die drei Ex-MusicStars holen mit «Celebrate!» im Halbfinal keinen einzigen Punkt: «Switzerland – Zero Points!» wird daraufhin sogar zum Satz des Jahres gekürt.

Was Piero Esteriore anpackt, läuft meistens schief – sorgt aber immer für Aufsehen. Parade-Beispiel ist natürlich der Crash ins Ringier-Pressehaus 2007. Über Wochen prägte der 31-Jährige die Schlagzeilen, seinem Album «io vivo» nützte die Publicity allerdings nichts: Platz 34 in der Hitparade war das höchste der Gefühle.

Stehaufmännchen Piero

Pieros letztes Abenteuer ist der Big-Brother-Quickie. Grosses Medien-Tamtam schon Wochen vor dem Einzug, nach sieben Tagen war schon Schluss mit dem WG-Aufenthalt. Auch dieser Schnellschuss wirkt noch nach, wie ein Streifzug durch die Medienlandschaft beweist.

Der Abstecher zu Big Brother war als PR-Massnahme für die Zweitveröffentlichung von «io vivo» gedacht. Chartmässig durchgestartet ist bisher auch der erneute Versuch nicht. Aber der Titel der CD passt perfekt zu Piero Esteriore: Der Baselbieter lässt einfach nichts aus, macht alles mit und scheut vor kaum etwas zurück. Kurz: Er lebt.

Und das in vollen Zügen. Immer wieder ist Piero auf die Schnauze gefallen – und zwar hart. Aber er lässt sich nicht entmutigen, auch nicht von Hohn und Spott. Er verfolgt seinen Traum, Musiker zu werden, mit Leidenschaft und nimmt dafür grosse Opfer auf sich – und das auf höchst unterhaltsame Weise. Die meisten anderen hätten schon längst aufgegeben.

Deshalb: Hut ab vor dem Mut, Piero! (zeb)

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