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Auf dem Parkplatz stehen zwölf Autos mit deutschem Kennzeichen, eines mit österreichischem und fünf mit französischem. Bell beschäftigt also einige EU-Bürger – nehmen wir an. Überprüfen können wir das nicht. Die Empfangsdamen der Metzgerei blocken uns ab. Ohne Anmeldung und ohne Einwilligung der Medienstelle in Basel geht nichts, sagen sie.
«Wir verpassen unseren Mitarbeitern keinen Maulkorb», rechtfertigt sich später Kommunikationsleiter Davide Elia. Aber ein Ordnungsweg müsse eingehalten werden. Und: «Bell hat kein Bedürfnis, zum Thema Personenfreizügigkeit Stellung zu nehmen.»
Offener gibt sich Akkord-Metzger Patrick B.* (40). Wir treffen den Franzosen auf dem Parkplatz, wo er in seinem Wohnmobil Mittagspause macht. B. arbeitet über einen Vermittler bereits seit rund sieben Jahren für Bell. «Die meisten Akkordmetzger sind Ausländer», sagt er. Viele Leute kämen aus dem Osten. Neben Personen aus dem ehemaligen Jugoslawien habe es auch Ostdeutsche, sagt der vierfache Familienvater.
Die neue Konkurrenz drückt auf den Lohn. Hat der Franzose Ende der 90er-Jahre noch 7000 bis 8000 Franken netto verdient, ist es heute die Hälfte. B. wird aber weiterhin in der Schweiz arbeiten. «Mir bleibt nichts anderes übrig», sagt er. «Ich habe zu Hause Familie und ein Haus zu finanzieren.»
Bei den Gewerkschaften ist Bell kein unbeschriebenes Blatt. Stephan Wild (59), Regionalsekretär der Unia Solothurn, sagt: «Wir sind immer wieder auf der Lauer, weil wir wissen, dass Polen dort arbeiten.» Mit welcher Bewilligung, weiss die Gewerkschaft allerdings nicht. Denn bei der jüngsten Kontrolle in diesem Jahr waren die Arbeiter nicht dort.
Fazit: Verschlossene Türen, zwei Kontrollen, die keine Verstösse zutage brachten.
*Name der Redaktion bekannt
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