Schatten über der spektakulären Eröffnungsfeier Olympische Winterspiele eröffnet

  • Publiziert: 13.02.2010, Aktualisiert: 10.02.2012
  • Von Martin Arn aus Vancouver

Der Schweizer Fahnenträger Stéphane Lambiel platzt fast vor Freude. Doch die Olympia-Eröffnung wird überschattet durch den Tod eines georgischen Rodlers.

Sechs Stunden nach dem Tod des georgischen Rodlers Nodar Kumaritaschwili beginnen in Vancouver offiziell die Olympischen Spiele. IOC-Präsident Jacques Rogge widmet die Eröffnungszeremonie dem verstorbenen Athleten. Als die georgische Mannschaft einläuft, erheben sich die 55 000 Zuschauer, spenden minutenlang Beifall. The games must go on!

Um Punkt 19.07 Uhr Ortszeit (4.07 Uhr MEZ) betritt der Schweizer Fahnenträger Stéphane Lambiel das BC Place Stadium. Lambiel platzt fast vor Freude. Er schwenkt die rote Fahne mit dem weissen Kreuz so wild, dass er damit fast die Teamkollegen am Kopf trifft.

Nach dem Einlauf der Mannschaften der nächste Höhepunkt: Die kanadischen Superstars Bryan Adams und Nelly Furtado schmettern einen Olympia-Popsong ins Oval. Furtado trägt ein atemberaubendes, kurzes blaues Kleid. Adams hat sich eine schwarze Krawatte um den Hals gebunden.

Den Rahmen für die dreistündige Show bildet eine Zeitreise, mit der Kanada seinen einst vertriebenen Ureinwohnern die Hand reichen will. 4000 Freiwillige sorgen mit folkloristischen Tänzen und historischen Kostümen für die Farbtupfer im eisblauen Stadion.

Weisse Papierschnitzel und Ahornblätter regnen vom Hallendach. Ein 20 Meter hoher Eisbär taucht aus dem Boden auf. Vom Dach sinkt ein Eisberg herab. Die Zuschauer haben hellblaue Papierüberzüge angezogen und schwenken 50 000 weisse, und blaue Taschenlampen.

27 Millionen Franken hat das Spektakel gekostet, das erstmals in der olympischen Geschichte in einer Halle stattfindet. «Wir haben einem weltweiten Publikum die Geschichte unseres modernen Landes erzählt », sagt John Furlong, Präsident des Organisationskomitees.

Um 20.30 Uhr erklärt Kanadas Generalgouverneurin Michaëlle Jean die XXI. Olympischen Winterspiele für eröffnet. Es folgt eine Schweigeminute für den verstorbenen Nodar Kumaritaschwili.

Dann der Moment, auf den 34 Millionen Kanadier gewartet haben: Eishockeylegende Wayne «The great one» Gretzky entzündet das olympische Feuer. Es ist der Schlusspunkt einer emotionalen Eröffnungsfeier.

Panne beim Höhepunkt

Die Eröffnungsfeier endet mit einer kleinen Panne. Zusammen mit Wayne Gretzky sollen drei weitere kanadische Sportstars (Basketballer Steve Nash, Skifahrerin Nancy Greene, und Eisschnelläuferin Catriona Le May Doan) das olympische Feuer entzünden. Doch nur drei der vier riesigen Eiszapfen, auf denen das Feuer brennen soll, können aus dem Boden ausgefahren werden.

Gretzky bringt das Feuer anschliessend zu seinem permanenten Standort nach Coal Harbour, in der Bucht vor Vancouver. (M.A.)

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