Ötzi-Tell hilft den miesen, kleinen Fonduefressern

  • Publiziert: 15.08.2007, Aktualisiert: 12.02.2012
  • oliver schmuki

ZÜRICH – GopferTELLi! In seiner neuen Komödie zieht Regisseur Mike Eschmann (40) die Sage um unseren Freiheitshelden ganz schön durchs Klischee-Fondue.

Eine strippende Rekrutin und onanierende AdA – der RS-Schwank «Achtung, fertig, Charlie!» machte unser Miltär ganz schön grantig. Nach der gestrigen Pressevisionierung von Eschmanns neustem Streich «Tell» muss man sich fragen: Hauen nun Historiker und Patrioten auf den Tisch und die Österreicher uns die Nasen ein?

Ötzis stinken, lügen und furzen. Logisch, wollen sie in «Tell» die «miesen, kleinen Fonduefresser» unterjochen, uns Kultur und Anstand beibringen. Das stinkt unseren Gründungsvätern dermassen, dass sie grossbäuchiges Geschütz hervorholen: unseren Volkshelden Wilhelm Tell. Oder wie ihn Ötzis nennen: Till.

Tell, gespielt von Mike Müller (43), hat ein Problem: Er ist Österreicher. Um die ersehnte Schweizer Staatsbürgerschaft zu erlangen, soll er Gesslers Burg stürmen und die Knechtschaft beenden.

Die herbeigezogenen Klischees sind die üblichen. Die Schweizer sind listig im Geschäftswesen, langsam in der Beschlussfassung und – obwohl im Jahre 1291 – arme Opfer der Emanzipation. Die Österreicher sind eitel und einfach übers Ohr zu hauen.

Bleibt zu hoffen, dass alle ein Auge zu und ein Lachtränchen hervordrücken können, wenn die hohle Gasse als Touristenattraktion herhalten muss, Eskimo Val-Tah (Axel Stein) den Part von Klein Walter übernimmt und sich Tell in Gesslers Tochter Sissi verknallt.

CH-Filmstart: 27. September

Stützli-Strip anno 1291 – Tells Heidi heizt ein

«Min Arsch isch weg, min Ranze isch weg und mini Zellulitis!» Aufreizend streichelt Lea Hadorn (36) als Tells Freundin und Komplizin Heidi ihre Rundungen. Als professionelle Trickbetrüger wollen die beiden mit einem Verjüngungswässerchen Kohle machen.

«Mir gefällt Heidis verruchte Art», verrät Hadorn. Die Strip-Einlage sei spontan am Set entstanden. «Ich ziere mich eher vor solchen Szenen. Die Verkleidung hat aber sehr geholfen.» Dass beim Dreh nur knappe Plus-Temperaturen herrschten, merkt man der heissen Szene nicht an. Ausser, man schaut ganz genau ...

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