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Eine strippende Rekrutin und onanierende AdA – der RS-Schwank «Achtung, fertig, Charlie!» machte unser Miltär ganz schön grantig. Nach der gestrigen Pressevisionierung von Eschmanns neustem Streich «Tell» muss man sich fragen: Hauen nun Historiker und Patrioten auf den Tisch und die Österreicher uns die Nasen ein?
Ötzis stinken, lügen und furzen. Logisch, wollen sie in «Tell» die «miesen, kleinen Fonduefresser» unterjochen, uns Kultur und Anstand beibringen. Das stinkt unseren Gründungsvätern dermassen, dass sie grossbäuchiges Geschütz hervorholen: unseren Volkshelden Wilhelm Tell. Oder wie ihn Ötzis nennen: Till.
Tell, gespielt von Mike Müller (43), hat ein Problem: Er ist Österreicher. Um die ersehnte Schweizer Staatsbürgerschaft zu erlangen, soll er Gesslers Burg stürmen und die Knechtschaft beenden.
Die herbeigezogenen Klischees sind die üblichen. Die Schweizer sind listig im Geschäftswesen, langsam in der Beschlussfassung und – obwohl im Jahre 1291 – arme Opfer der Emanzipation. Die Österreicher sind eitel und einfach übers Ohr zu hauen.
Bleibt zu hoffen, dass alle ein Auge zu und ein Lachtränchen hervordrücken können, wenn die hohle Gasse als Touristenattraktion herhalten muss, Eskimo Val-Tah (Axel Stein) den Part von Klein Walter übernimmt und sich Tell in Gesslers Tochter Sissi verknallt.
CH-Filmstart: 27. September