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Die Familie des Knaben hat nun zwei Wochen Zeit, um zu überlegen, ob sie die neuen Experten, darunter ein Tessiner Kinderpsychiater und zwei italienische Psychologen, akzeptiert.
Das Dossier sei implizit seit dem 15. November 2010 offen, als er entschieden habe, eine Zeichnung des jüngeren Bruders von Luca von Experten beurteilen zu lassen, sagte der stellvertretende Staatsanwalt Nicolas Dubuis am Donnerstag an einer Medienkonferenz in Sitten.
Vor dem Justizgebäude demonstrierten rund 50 Personen und verlangten auf Transparenten Gerechtigkeit für Luca und seine Familie, die zu dem Anlass nach Sitten gekommen war. Die Mutter von Luca sagte vor Journalisten, sie wolle Gerechtigkeit und dass die Walliser Justiz ihre Fehler eingestehe.
Der stellvertretende Staatsanwalt erklärte, er habe immer Zweifel gehabt, dass die Wunden an Lucas Körper allein von einem Hund stammen könne. Die Justiz habe das Dossier dann aber schliessen müssen, weil die Version am wahrscheinlichsten gewesen sei und nicht habe bewiesen werden können, dass Luca von Menschen traktiert worden sei.
Er habe damals auf einen Rekurs der Familie gehofft, sagte der stellvertretende Staatsanwalt. Dieser sei aber ausgeblieben. Weshalb, wüsste er gerne.
Das Drama um Luca, das inzwischen eine internationale Dimension erreicht hat, ereignete sich im Februar 2002. Der damals sechsjährige Knabe wurde von der Mutter halb entkleidet, verletzt und unterkühlt im Schnee liegend aufgefunden. Der inzwischen 16-jährige Junge ist seither blind und gelähmt.
Experten waren zum Schluss gekommen, dass das Kind vom Hund der Familie angefallen worden war. Die Walliser Justiz schloss die Akte deshalb im Jahr 2004. Fünf Jahre später verlangte die Familie, die inzwischen in Italien lebt, die Wiederaufnahme des Verfahrens.
Eine drei Jahre nach den Ereignissen gemachte Zeichnung des zwei Jahre jüngeren Bruders soll den Verdacht der Familie stützten, dass Lucas Verletzungen durch Menschen verursacht wurden. (SDA)