Nach dem Botschafter-Mord in der Türkei Polizei verhaftet Familie des Täters

ANKARA - Die türkische Polizei geht vehement gegen die Familie des Botschafter-Mörders vor. Sogar seine Eltern wurden abgeführt.

Mevlüt Mert Altintas erschoss Andrej Karlow bei der Eröffnung einer Kunstausstellung.  play
Mevlüt Mert Altintas erschoss Andrej Karlow bei der Eröffnung einer Kunstausstellung.  AP

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Nach dem Mord am russischen Botschafter Andrej Karlow (†62) am Montag in Ankara hat die türkische Polizei sechs Personen verhaftet. Es handelt sich laut türkischen Medien um die Eltern, die Schwester und zwei weitere Verwandte des Attentäters Mevlüt Mert Altintas (†22), der nach dem Anschlag selber erschossen wurde. Ebenfalls festgenommen wurden Altintas' Mitbewohner. Ob sie mit der Tat etwas zu tun haben, ist noch nicht bekannt.

Blumen für den erschossenen Botschafter vor dem Aussenministerium in Moskau.  play
Blumen für den erschossenen Botschafter vor dem Aussenministerium in Moskau.  AP

Der Attentäter arbeitete seit zweieinhalb Jahren bei der Bereitschaftspolizei in Ankara. Geboren wurde er am 24. Juni 1994 im Distrikt Söke in der westtürkischen Provinz Aydin. Er besuchte die Polizeiakademie in der westtürkischen Metropole Izmir, die er im Jahr 2014 abschloss.

Welche Verbindungen Altintas hatte, wird nach Angaben des Innenministeriums untersucht. Die türkische Regierung macht nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu die Gülen-Bewegung für das tödliche Attentat verantwortlich. Auch Altintas Imam wurde verhaftet.

Nach dem Attentat auf Karlow wurde auch Mevlüt Mert Altintas (22) erschossen. play

Nach dem Attentat auf Karlow wurde auch Mevlüt Mert Altintas (22) erschossen.

Die Regierung wirft der Bewegung des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen vor, für den Putschversuch in der Türkei von Mitte Juli verantwortlich gewesen zu sein.

 

Videos vom Attentat zeigen, wie Altintas «Allahu Akbar» – Gott ist gross – skandiert. Auf Türkisch ruft er ausserdem «Vergesst nicht Aleppo» und «Vergesst nicht Syrien». Unmittelbar nach den Schüssen sagte er auf Arabisch: «Wir sind diejenigen, die dem Propheten Mohammed Treue und dem Dschihad Treue schwören.»

Diesen Satz rufen auch syrische Extremisten, wenn sie ins Gefecht ziehen. (gf)

Publiziert am 20.12.2016 | Aktualisiert am 20.12.2016
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6 Kommentare
  • mike  dahl aus bern
    21.12.2016
    ich finde das coole (action)fotos, die da aus kürzester distanz live geschossen wurden! ein held, wer während einer solchen tat selbstlosen mut und eine ruhige hand behält solch totte (und ausgelichtete) bilder zu schiessen. ich bewundere den fotografen! (bin selbst einer und würde nicht eine sekunde daran denken in diesem moment todessehnsüchtig ein bild zu schiessen. was wäre wohl die nächst handlung..?
    • Ernst  Schwarz 21.12.2016
      Das ist kein Problem, wenn der Fotograf weiss, dass es nur Platzpatronen sind. Wo ist bitte das Blut des Botschafters? Wieso merken denn hier nur wenige, was wieder einmal gespielt wurde?
  • Georgio  Alberone aus Basel
    20.12.2016
    Und mal wieder soll die Schuldzuweisung an die Gülen-Bewegung davon ablenken dass eigentlich Erdogan dafür verantwortlich ist da er islamistische Bewegungen wie Al Quaida in Syrien massiv unterstützt. Und hat gleich wieder einen Grund für eine Massenverhaftung...
  • Arton  Avdiu 20.12.2016
    Iergendwie hab ich zweifel an diese Drama! Warum hört man an solche akustische raum Kein Ton von Patronenhülsen die runterfallen !!? 2 Kein tropfen blut ... es sind noch vieles mer die mir zweifel bereiten !! vieleicht liege ich falsch!
  • Hans  Scheidegger 20.12.2016
    Zur sich immer schneller drehenden Gewaltspirale in der Türkei stelle ich mit Martin Luther King fest:
    "Der alte Grundsatz Auge um Auge macht schliesslich alle blind!"
    (Gilt natürlich nicht nur für die Türkei.)
    • Max  Stirni 21.12.2016
      Wir haben die nun hochkochenden Probleme jahrzehntelang vor uns hergeschoben und unsere Verantwortlichen (Politik und Medien) waren Meister im Wegsehen. Das macht eben genauso blind. Irgendwann muss man den Tatsachen ins Auge sehen und die Situation bereinigen. Der Zeitpunkt ist wohl nicht mehr fern. Das wird nicht nicht schmerzlos gehen aber danach ist dann wenigstens wieder 50 Jahre lang ruhe und unsere Kinder haben eine lebenswerte Perspektive.