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Ein gesetzlicher Feiertag für Muslime im Tausch gegen einen christlichen? In Deutschland sorgt der Vorschlag für hitzige Debatten. Blick Online hat die Idee aufgenommen und die Meinung der Leser und der Kirchen eingeholt. «Ramadan statt Ostermontag?», lautete die provokativ gestellte Frage.
«Das ist nun wirklich der Gipfel hirnloser Multi-Kulti-Zwängerei», antwortet darauf Leser Ernst Ebert. Und dies ist nur eine von zahlreichen Zuschriften, die negativ auf den Vorschlag der Grünen Partei Deutschland reagieren.
Fremde Kulturen müssen sich, «ohne ihre eigene Herkunft zu verleugnen, dem Gastland Schweiz anpassen und sich hier integrieren», schreibt Walter Hasler. Damit vertritt er die Meinung zahlreicher Leser. Schliesslich seien wir ein «christliches Land», bringt es Mike Sacker auf den Punkt.
Bei den Landeskirchen reagiert man gelassen und offen auf die Frage nach einem muslimischen Feiertag. Grundsätzlich sei dies ja ein politischer Entscheid, sagt Mario Galgano, Informationsbeauftragter der Schweizerischen Bischofskonferenz. Man sei zudem mit den verschiedenen Religionen im Dialog.
«In der Schweiz gibt es historisch gewachsene christliche Feiertage», antwortet Pfarrer Markus Sahli vom Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund (SEK). «Es ist zu bezweifeln, ob die Integration eines Bevölkerungsanteils von rund 4,3 Prozent durch die Einführung eines für die gesamte Gesellschaft geltenden Feiertags gefördert wird.»
Es gebe andere, wirksamere Wege zur Integration, betonen Sahli und Galagano. So werde bei Verfassungsänderungen auf Kantonsebene die Möglichkeit diskutiert oder teilweise gar realisiert, neben den Landeskirchen auch andere Religionsgemeinschaften öffentlich anzuerkennen.
Das deckt sich mit dem Wunsch der Koordination Islamischer Organisationen Schweiz (Kios): «Das wichtigste Bedürfnis der Muslime wäre die offizielle Anerkennung des islamischen Glaubens», sagt Kios-Präsident Farhad Afshar. «Unser Bedürfnis ist nicht ein spezieller Feiertag, sondern die Respektierung der Gebetszeiten und des Ramadan.»
Einen weiteren Vorschlag macht Leser Reto Schmidlin: «Eventuell würde es Sinn machen, die religiösen Feiertage zu streichen und die Anzahl Ferientage entsprechend zu erhöhen. Somit kann jeder ganz nach Gusto und Religion selber wählen, an welchem Tag er freinehmen möchte.»