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Spitzel-Affäre: Moschee-Spion warnt vor Attentat in Genf

VON BEAT KRAUSHAAR UND HENRY HABEGGER | Aktualisiert um 16:16 | 12.05.2006

BERN – Moschee-Spion Claude Covassi will auspacken. Doch in Bern mag ihn niemand anhören – obwohl er sogar vor einem Attentat warnt. Jetzt veröffentlicht BLICK exklusiv seine Spionage-Rapporte.



Dieses Dokument von Covassi (Babylone) ist an den Kontaktmann im SND (Michel) adressiert. Es warnt vor einem Anschlag auf ein israelisches Flugzeug. (Beat Kraushaar)
Dieses Dokument von Covassi (Babylone) ist an den Kontaktmann im SND (Michel) adressiert. Es warnt vor einem Anschlag auf ein israelisches Flugzeug. (Beat Kraushaar)
«Babylone an Michel» steht auf dem Dokument vom 12. Dezember 2005. Babylone ist der Codename von Moschee-Spion Claude Covassi (36). Michel derjenige seines Kontaktmannes beim Strategischen Nachrichtendienst (SND).

Der Inhalt ist brisant: Im Dokument warnt der Moschee-Spion vor einem Attentat auf ein israelisches El-Al-Flugzeug in Genf. Dieses soll von einem Algerier und einem Syrier mit einer Panzerfaust RPG-7 abgeschossen werden. Das Schreiben kennen auch Bundeskriminalpolizei und eine Genfer Spezialeinheit. Es enthält Namen und Handynummern der Terroristen.

Und was meint das Bundesamt für Polizei dazu? «Zu operativen Tätigkeiten geben wir keine Auskunft», sagt Info-Chefin Danièle Bersier.

Das Beispiel zeigt: Claude Covassi, der für den Inlandgeheimdienst das islamische Zentrum in Genf und dessen Leiter Hani Ramadan ausspionierte, hat Kenntnis von hochsensiblen Vorgängen. Der Moschee-Spion war nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland tätig. Er führte Aufträge in Syrien und anderen arabischen Ländern aus – als Agent für den Schweizer In- und Ausland-Geheimdienst.

Seit er seine Spitzel-Tätigkeit öffentlich machte, ist Covassi im Ausland abgetaucht. In seinen diversen Verstecken wartet er seit Wochen, dass er vor der Geschäftsprüfungsdelegation (GPDel) des Bundesparlaments auspacken darf. Vor allem darüber, dass der Inland-Geheimdienst Informationen an ausländische Partnerdienste weitergibt, die zu Verhaftungen und Folter führen können. Und dass dieser Hani Ramadan unbedingt mit terroristischen Kreisen in Verbindung bringen wollte.

Doch die GPDel will den Moschee-Spion erst anhören, wenn er die versprochenen Akten liefert. Dieser wiederum sagt, er habe sie geschickt. Seither herrscht Funkstille zwischen den zwei Parteien.

Dabei hat nur die GPDel die Kompetenz, Covassis Akten an die Adresse des Inland-Geheimdienstes zu überprüfen (s. Interview).

In einem Dossier bringt BLICK exklusiv, was die GPDel brennend interessieren sollte: die Geheim-Rapporte des Moschee-Spions
Artikel aus der Zeitung
Moschee-Spion Claude Covassi (Babylone). (Beat Kraushaar)
Moschee-Spion Claude Covassi (Babylone). (Beat Kraushaar)

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Die untenstehenden Dokumente können Sie herunterladen:

Interview mit Nationalrat Leuenberger
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