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Kein Gehör bei Geheimdienst-Kontrolleuren

Von Beat Kraushaar | Aktualisiert um 14:53 | 11.05.2006

BERN – Der «Moschee-Spitzel» will vor der Parlamentskommission auspacken. Doch die will ihn nicht anhören. Jetzt gibt er seine Identität preis und enthüllt: Ich war als Doppel–Agent bei den Schweizer Geheimdiensten tätig.



«Ich habe genug. Endgültig. Seit über einem Monat habe ich der Geschäftsprüfungsdelegation (GPDel) angeboten über die illegalen Praktiken des Inlandgeheimdienstes auszupacken. Sie wollen aber nur meine Dokumente und Tonbandaufnahmen. Ein Angebot mich zu treffen gibt es nicht. Das ist skandalös».

Der das sagt, kennt man bisher nur als «Maulwurf», der im Auftrag des Inlandgeheimdienstes das Genfer Islam-Zentrum ausspionierte und in Syrien undercover tätig war. Weil ihn die GPDel nicht anhören will, enthüllt er jetzt neue brisante Details:

  • «Mein richtiger Name ist Claude Covassi. Ich bin 36 Jahre alt und in Genf aufgewachsen», enthüllt der Spion erstmals seine Identität.
  • «Der Inlandgeheimdienst zahlte mir für meine Arbeit rund 15000 Franken. In Form von Spesen».
  • «Ich war als Doppel-Agent tätig. Neben dem Inland-Geheimdienst spionierte ich auch für den Ausland-Geheimdienst», so Covassi.

    SonntagsBlick liegt als Beweis ein Schreiben an Geheimdienstchef Hans Wegmüller vor sowie Protokollauszüge der Spionagetätigkeit. «Der Auslandgeheimdienst hat seinem Partnerdienst bewusst verschwiegen, dass ich für sie arbeite», sagt Covassi.

    Als der «Maulwurf» seine Spionage für den Inland-Geheimdienst öffentlich macht, wird er kurz darauf überfallen und seine Wohnung durchsucht. «Da fand der Auslandgeheimdienst ich soll abtauchen. In Kloten bekam ich von einem Geheimdienst-Mitarbeiter das Flugbillet und etwas Geld. Zur Zeit lebe ich in der Hauptstadt eines arabischen Landes», so Covassi.

    Der «Moschee-Spion» ist fest entschlossen, weitere Details zu enthüllen, wenn er nicht endlich von der GPDel angehört wird. Doch dort verhält man sich weiter passiv. «Zuerst wollen wir die versprochenen Unterlagen erhalten und einsehen können. Dann werden wir weiter sehen. Bis jetzt sind aber weder Dokumente noch Tonbänder bei uns eingetroffen», sagt GPDel-Präsident und SVP-Ständerat Hans Hofmann.

    «Der Inlandgeheimdienst hat mich wegen meinen Vorstrafen bei der Kommission als nicht vertrauenswürdig hingestellt» ist Covassi überzeugt. Und fügt er an: «Wenn Hofmann mir nicht glaubt, kann er den Auslandgeheimdienst anfragen. Die wissen über die Tonbänder und Dokumente genau Bescheid».
  • Will aussagen: Claude Covassi. (ZVG)
    Will aussagen: Claude Covassi. (ZVG)
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