Medropharm-CEO Mike Toniolo (34) Sein Gras macht nicht high

Medropharm-CEO Mike Toniolo (34): Seine Ernte geht nicht an Kiffer, sie ist für Kranke bestimmt.

Medropharm-CEO Mike Toniolo (34) inmitten von 3000 Hanfpflanzen.  play
Medropharm-CEO Mike Toniolo (34) inmitten von 3000 Hanfpflanzen.  Sabine Wunderlin

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Die Thurgauer Medropharm GmbH zieht in Gewächshäusern Tausende Hanfpflanzen gross. «Trotzdem gibt es für Kiffer bei uns nichts zu holen», sagte CEO Mike Toniolo (34) im Oktober zu SonntagsBlick. Das Gras beinhalte weniger als ein Prozent THC. Und habe somit keinerlei halluzinogene Wirkung.
Jetzt gibt die Thurgauer Staatsanwaltschaft dem Jungunternehmer recht. Sie hatte nach einer Anzeige gegen die Firma ermittelt, Hunderte Pflanzen beschlagnahmt. Bis die Blüten reif waren, um den THC-Gehalt zu testen. «Dieser lag unter 1 Prozent», sagt Mediensprecher Stefan Haffter (49). Es handelt sich also nicht um eine Droge, sondern um simplen Industriehanf. Das Verfahren wurde eingestellt.

Die Züchtung der Medropharm soll bei Schmerzpatienten, gegen Multiple-Sklerose und andere Krankheiten zum Einsatz kommen. «Wir wollen Menschen helfen», sagt Toniolo. «Dass wir stattdessen als Kriminelle dargestellt wurden, hat unserem Geschäft enorm geschadet.» Nachdem die Razzien publik wurden, seien mehrere Partner abgesprungen. Zum Beispiel hat Paypal die Zusammenarbeit gekündigt – Kunden können nicht mehr mit Kreditkarte zahlen.

Stefan Haffter von der Staatsanwaltschaft betont, dass es Pflicht sei, die Vorwürfe einer Anzeige wie in diesem Fall zu prüfen. «Das Vorgehen der Strafverfolgungsbehörden war gesetzeskonform und verhältnismässig.»
Die Jungunternehmer selbst wollten nach dem Vorfall für mehr Verständnis sorgen. Sie luden Polizei, Staatsanwaltschaft und das Landwirtschaftsamt ein zu einem runden Tisch. «Wir wollten aufzeigen, dass wir keine Drogendealer oder Kriminelle sind, sondern seriöse Geschäftsleute», so Toniolo.

Doch der Thrugauer Regierungsrat «erachtet den vorgeschlagenen runden Tisch als nicht notwendig», wie er in einer Stellungnahme schreibt. Und bleibt offenbar skeptisch: «Die angesprochene Firma muss auch inskünftig Kontrollen ihrer Hanfanbauten gewärtigen, damit die Strafbehörden sicher sein können, dass entsprechend den massgeblichen Bestimmungen produziert wird.» 

Publiziert am 25.12.2016 | Aktualisiert am 26.12.2016
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7 Kommentare
  • Peter  Stoffel aus Rorschach
    26.12.2016
    Und das im Zeitalter der Legalisierung. Im Nationalrat ist die Legalisierung bereits seit einigen Monaten durch. Wie lange braucht Vater Staat jetzt noch?
    • Jürg  Brechbühl aus Eggiwil
      26.12.2016
      Das im Zeitalter der Kiffer, die von der Legalisierung träumen.
  • Daniel  Leuenberger aus Chisinau
    26.12.2016
    Heute gilt eben nicht mehr "Unschuldig bis die Schuld bewiesen wird". Heute gilt eher "Schuld bis das Gegenteil bewiesen ist" kommt erstmal ein Verdacht hoch. Dann ist es oftmals schon viel zu spaet, der Zug ist abgefahren, der Ruf ruiniert oder das Geschaeft sogar komplett kaputt. Leider.
  • Marco  Kälin aus Dietikon
    25.12.2016
    Nicht verwunderlich was da die Behörden loslegen. Ich kann den Unternehmern nur raten sich einige Lobbyisten in der Politik zu suchen, so wie es die Zigaretten- und Chemieindustrie tut, diese dann am Geschäft beteiligen und danach sind sie ihre Probleme los. So läuft das bei uns und leider nicht anders.
  • Roland  Meier aus St.Gallen
    25.12.2016
    Die übereifrigen Ostschweizer Behörden haben wieder einmal ihre paranoide Haltung gergenüber dem Hanf einbdrücklich bewiesen und dieser innovativen Firma massivst geschadet. Bravo!
    • Peter  Meier aus Chur
      26.12.2016
      Fragen wir doch mal bei dieser "innovativen Firma" nach, wer denn das Ganze publik gemacht hat...... Ach ja, es war ja die "innovative Firma" selbst....
      Was sagt man dazu?
  • Zara  Wyss 25.12.2016
    Der THC Gehalt von diesem Gras mag unbedeutend sein.- aber ich kann aus eigener Erfahrung - brachte ein Patient solch ein Büschel zum testen einmal mit - mir bekam das Gras gar nicht. Danach lag ich eine Woche mit Uebelkeit im Bett.