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Die Schweizer Exporte nach Libyen sind fast komplett eingebrochen. Im Februar wurden gerade noch Waren für 4 Millionen Franken ausgeführt. Verantwortlich für die Eiszeit ist wohl, dass Diktator Muammar Gaddafi Ende Februar zum heiligen Krieg gegen die Schweiz aufgerufen und anschliessend ein «totales Handelsembargo» verhängte. Bereits kurz nach dem Ausbruch der diplomatischen Krise im Sommer 2008 hatte Gaddafi verkündet, Libyen werde der Schweiz kein Öl mehr liefern.
Bei der Eidg. Zollverwaltung gibt man sich zugeknöpft zum Thema Gaddafi: «Die Höhe der Exporte schwankten von Monat zu Monat auch in der Vergangenheit sehr stark», sagte Matthias Pfammatter von der Zollverwaltung heute. So habe es in früheren Monaten auch schon tiefere Exportwerte gegeben. «Der niedrige Wert könnte auch ein Zufallsergebnis sein», sagte Pfammatter.
Insgesamt hat der Handel mit Libyen unter der Krise stark gelitten. Die Exporte sanken 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 45 Prozent auf 156 Millionen. Die Schweiz exportierte vor allem Maschinen und Pharmaprodukte in das nordafrikanische Land.
Dagegen fliesst weiter Öl aus Libyen in die Schweiz; im vergangenen Monat im Wert von 51 Millionen Franken. Laut Pfammatter sei der Wert jedoch im Vergleich zu den Vorjahren doch gering. «Zu Spitzenzeiten wurde pro Monat Öl für 300 bis 350 Millionen Franken importiert." (SDA)