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Weisse Sandstrände, türkisfarbenes Meer und luxuriöse All-Inclusive-Hotel-Resorts: Das ist die Dominikanische Republik. Eines der Lieblingsferienländer der Schweizer.
Zerstörte Städte, über 200000 Tote und Hoffnungslosigkeit: Das ist Haiti. Das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Die beiden Länder könnten gegensätzlicher nicht sein. Und doch grenzen sie aneinander und teilen sich die Insel Hispaniola.
Blick.ch fragte bei Schweizer Reiseveranstaltern nach, ob das Erdbeben in Haiti Reisen in die Dominikanische Republik beeinflusst habe. «Schweizer Urlauber haben ihre Karibik-Ferien wegen der Katastrophe nicht abgesagt», erklärt Kuoni-Sprecherin Andrea Müller. Und auch bei TUI gab es bis jetzt keine Absagen bei Karibik-Reisen, wie Sprecher Roland Schmid sagt.
Eine Absage der Reise nütze der Bevölkerung von Haiti ebenso wenig wie den Menschen in der Dominikanischen Republik, so Schmid weiter. «In diesem Land würde der Verzicht auf Ferien zu grossen wirtschaftlichen Schwierigkeiten führen.»
Gewisse Bedenken vorhanden
Doch in die Ferien zu fliegen, nur wenige Stunden von einem Katastrophengebiet apokalyptischen Ausmasses entfernt, das gebe vielen zu denken. Andrea Müller kann die moralischen Bedenken gut verstehen: «Doch es ist besser, man fährt in die Ferien und geniesst diese auch. Aber engagiert sich dafür mit etwas Geld bei Unicef oder den anderen Hilfswerken vor Ort. Die Reise abzusagen, davon hat ja niemand was.»
Und die Schweizer wollen auch helfen. «Viele Urlauber erkundigen sich beim Reiseveranstalter, was sie vor Ort oder finanziell tun können, um den Menschen in Haiti zu helfen. Es ist schön zu sehen, wie unsere Kunden Anteil nehmen», so Sprecherin Müller.
Kuoni weist die Kunden dann auf die Zusammenarbeit mit Unicef hin und rät zu Geldspenden. «Das Hilfswerk weiss am besten, was wo benötigt wird. Sie haben auch einen Link, der anzeigt, wieviel Geld für was benötigt wird.» Und auch TUI unterstützt ein Hilfswerk. «Wir machen unsere Kunden konkret auf die Sammelaktion der Glückskette aufmerksam», sagt Sprecher Schmid.
Katastrophe vereint Hispaniola
Die beiden Staaten Haiti und die Dominikanische Republik verbindet eine Hass-Liebe. Man mag sich nicht besonders. Doch das verheerende Erdbeben hat sie angenähert. So haben dominikanische Bauunternehmer umgehend alle verfügbaren Bagger und Planierraupen nach Haiti geschickt, wie «Spiegel Online» berichtet. Dort sind die Maschine Mangelware, obwohl sie jetzt so dringend gebraucht werden.
Hunderte Dominikaner machten sich nach dem Beben auf den Weg nach Haiti. Sie spendeten Essen und Kleider. Andere halfen bei der Bergung von Toten und Verletzten. Junge dominikanische Mütter gingen nach Haiti, um dort Babys zu stillen, die ihre Mütter beim Erdbeben verloren. Und der Staatschef der Dominikanischen Republik sagte Haiti sofort Millionenhilfe zu. Obwohl der dominikanische Staat auch nicht gerade reich ist.