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Drei Monate harte Arbeit steckt dahinter, nächste Woche wird das Resultat an einer Medienkonferenz präsentiert: ein Manifest von über 700 Kulturschaffenden der Schweiz, darunter die Crème de la Crème, die Top-Prominenz, die sich sonst nur selten äussert (siehe rechts). Die Liste liegt SonntagsBlick exklusiv vor.
«Eine so breite Koalition hat es seit ewig nicht mehr gegeben», sagt Andy Bühler (62) stolz. Er besitzt im Bündnerland eine Kommunikationsagentur, hat die Idee zusammen mit SP-Präsident Hans-Jürg Fehr (57) ausgeheckt und umgesetzt. Die SP trägt einen grossen Teil der Kosten von 150 000 Franken, bleibt in der Kampagne aber im Hintergrund.
Politisches Engagement von Kulturschaffenden ist selten, so breit kam es seit Jahrzehnten nicht mehr vor. Warum aber jetzt? «Hier fühle ich mich dazu verpflichtet», sagt Schriftsteller Charles Lewinsky (60), der sich sonst nicht politisch äussert. «Gerade als Jude ist mir aus der Geschichte klar, wie im wahrsten Sinne des Wortes lebenswichtig eine liberale Asylgesetzgebung für bedrohte Menschen ist.»
Kabarettist und Schriftsteller Franz Hohler (63) warnt: «Jetzt geht es um die Frage, ob die Schweiz in Zukunft eine Festung oder ein menschenfreundliches Land ist. Da darf niemand schweigen.» Für Hohler ist klar: Dieses Gesetz ist «unwürdig, rückwärtsgewandt und schockierend».
Gleicher Meinung ist der damalige Expo02-Direktor Martin Heller (53). Er findet es gut, dass sich Kulturschaffende nicht zu allem möglichen äussern: «Das muss den ganz wichtigen Fragen vorbehalten sein.» Genauso sieht es Jacques Herzog (56), Architekt (Herzog & de Meuron): «Diese Verschärfungen wären ein ganz schlechtes Zeichen der Schweiz nach aussen.»
Welche Wirkung wird das Manifest haben? Organisator Bühler: «Wir erhoffen uns von den leisen Tönen der Kulturschaffenden mehr als von der üblichen ideologischen Politwerbung.»
Bis zur Abstimmung vom 24. September soll das Manifest als Inserat und Flyer im ganzen Land erscheinen. Zudem werden zwei der grossen Carl-Bucher-Skulpturen «Versteinerte» durch die Schweiz fahren und in verschiedenen Orten Halt machen. Und in 30 Städten wird der Dokumentarfilm «Ausgeschafft» von Irene Marty gezeigt.