Korruption beim Astra: Beamte wegen Bestechung in Haft

Beamte des Bundesamts für Strassen sollen von Bauunternehmen bestochen worden sein. Jetzt sitzen sie in Untersuchungshaft.

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Vom Astra bevorzugt? Eine Arbeitsgemeinschaft von Bauunternehmen erhielt auffällig oft Aufträge.

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Am Donnerstag klickten die Handschellen: Beamte der Bundeskriminalpolizei (BKP) verhafteten in der Aussenstelle des Bundesamts für Strassen (Astra) in Visp VS deren Chef und den Projektleiter für die Sanierung der Simplonstrecke.

Ein Richter bestätigte am Freitag die Untersuchungshaft für die beiden Beamten. Mit ihnen soll auch ein Oberwalliser Unternehmer für drei Monate in U-Haft sitzen – bestätigen wollte die Bundesanwaltschaft dies nicht.

Die BKP durchsuchte die Büros der Astra-Aussenstelle in Visp. Offenbar verdichteten sich in den letzten Wochen die Korruptionsvorwürfe wegen der Vergabe von Aufträgen zur Sanierung der A9 am Simplon.

Offenbar konkrete Hinweise auf Korruption

Die Bundesbehörden ermitteln deswegen bereits seit Frühjahr 2015. Ihr Anfangsverdacht: Bestechung von Amtsträgern und ungetreue Geschäftsführung.

Jetzt stiessen die Ermittler des Bundes offenbar auf konkrete Hinweise für Korruption. Auslöser für die Untersuchung waren Klagen von Mitbewerbern um die Millionenaufträge zur Sanierung der in die Jahre gekommenen Bundesstrasse über den Simplonpass. Auffallend oft gingen die Aufträge an eine bestimmte Arbeitsgemeinschaft.

Die Untersuchung ins Rollen brachte 2014 die Beschwerde von Konkurrenten gegen die Sanierungsvergabe des Casermetta-Tunnels für rund 30 Millionen Franken. Die Bauunternehmen sollen damals mit Insiderwissen operiert und so ihre Konkurrenz unterboten haben.

Bei der Sanierung am Simplon geht es um Millionenbeträge. Allein für die Arbeiten 2016 reservierte das Astra 30 Millionen Franken.

Publiziert am 20.03.2016 | Aktualisiert am 26.03.2016
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6 Kommentare
  • Burkhard  Vetsch 20.03.2016
    Was denkt ihr, ist bei Mowag gelaufen?
    Keine Gegenofferte, einfach den Zuschlag bekommen.
    Der Konkurrent währe günstiger, aber gehört nicht dem Staat!
  • Martin  Aston aus Paradies
    20.03.2016
    Gibt es tatsächlich noch Leute, die Glauben irgendwo werde ein öffentlicher Aufrag erteilt ohne Bestechung?
    • Rene  Grunder aus Bern
      20.03.2016
      Ja wird es, 90 Prozent der Personen die bei der Verwaltung Aufträge vergeben, machen das nach nachvollziehbaren Kriterien mit bestem Wissen und Gewissen. Das Problem ist, dass wegen den schwarzen Schafen die Regelungen immer strenger werden, und die, die sie einhalten wollen schlicht an ihre Grenzen kommen. Eine WTO kann ein Projekt gut mal 1 Jahr verzögern. Es braucht keine strengeren Regeln, aber gute Kontrollen und harte Strafen.
  • Willi  Meier aus Saland
    20.03.2016
    100 Pro kein Einzelfall.Beweisen kann ich es nicht-aber wenn man weiss wie überall gelinkt,betrogen und beschissen wird.Sind solche Leute gegenüber niemandem verantwortlich?
    • Peter  Gerber 20.03.2016
      Sie meinen nun sicher die Baufirma? Solche Firmen sind meist nur den Aktionären gegenüber verantwortlich und denen ist es egal, Hauptsache der Gewinn ist hoch genug, damit die Aktienpreise steigen und Dividenden bezahlt werden.
    • Landre  Marb , via Facebook 20.03.2016
      Im Tessin...und anderen Kantone wäre es auch langsam an der Zeit mit der Lupe oder einfachem Wissen und Gewissen zu stöbern.