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Britische Forscher haben die bislang verschollenen sterblichen Überreste von «Henri le Grand» identifiziert – fast genau 400 Jahre nach dessen Ermordung im Mai 1610. Der Zeitpunkt könnte nicht besser sein, zumal Frankreich gerade seinen «guten König» feiert. Mit Ausstellungen und Gedenkveranstaltungen.
Der Totenschädel des einstigen französischen Königs Heinrich IV. fand sich zusammen mit den Gebeinen anderer Adeliger in einem Sammelgrab der Pariser Kathedrale von Saint-Denis, berichtet das «British Medical Journal».
Bisher ein König ohne Totenschädel
Der Schädel Heinrichs des Grossen galt als verschollen – seit der französischen Revolution. Der Mob wütete damals etwas gar arg in der Basilika von Saint-Denis: Sie haben 1793 den einbalsamierten Leichnam von Henry IV. geköpft. Die königlichen Gräber wurden zerstört. Und seither war Henry IV. ein König ohne Totenschädel.
Private Sammler behaupteten in der Neuzeit im Besitz des Schädels zu sein. Doch erst jetzt konnten Wissenschaftler nachweisen, dass es wirklich der Kopf Heinrichs des Grossen war. Ein Team von Anthropologen, Biologen, Radiologen forschte neun Monate lang. Hilfreich war dabei nebst einer Radiokarbon-Analys eine elf Millimeter lange Narbe im rechten Nasenflügel sowie ein kleines Loch im rechten Ohrläppchen. Beide Merkmale weist auch der teil-mumifizierte Schädel auf.
Der beliebte König
Heinrich IV. – der gute König – kam 1589 als 35-Jähriger an die Macht. Er sicherte den französischen Protestanten mit dem «Edikt von Nantes» freie Religionsausübung zu und beendete die Hugenottenkriege, eines der dunkelsten Kapitel der französischen Geschichte.
Henry IV. wurde trotz seiner Beliebtheit in der Bevölkerung am 14. Mai 1610 im Alter von 57 Jahren von dem katholischen Fanatiker François Ravaillac erstochen. (mik)