Klima-Professor warnt «Wissenschaft wird ignoriert!»

  • Publiziert: 09.11.2006, Aktualisiert: 03.01.2012

ZÜRICH – Die Welt hat Fieber. Und die Politik schläft. Der Schweizer Klima-Experte Thomas Stocker beantwortete im Chat die brennenden Fragen unserer Leser. Lesen Sie hier seine Antworten.

Marc Müller, Bangkok: Sehr geehrter Herr Stocker, ich habe erst kürzlich in eine Wohnung in Bangkok investiert. Nachdem ich den hervorragenden Film von Al Gore gesehen habe (A unconvenient truth) bin ich mehr echt am überlegen, ob es falsch war in der Nähe vom Meer (Bangkok liegt sehr Nahe am Meer und hat erst noch einen völlig überfüllten Fluss der zur Zeit zu viel Wasser von den höher gelegenen Bergen in Thailand bringt) in eine Wohnung zu investieren. Denken Sie in 20 Jahren oder so werden viele Städte anliegend an Meeren unter Wasser liegen?? Uebrigens der Film von Al Gore muss man gesehen haben. Denke er unterstreicht auch sicherlich Ihre hervorragende und so wichtige Arbeit. Denke die Politiker sollten mehr auf Leute wie Sie hören, und endlich was unternehmen! Würden Sie eher aufs Flachland ziehen und eine solche Wohnung wieder verkaufen? Besten Dank – Gruss aus der Hitze!

Thomas Stocker: Lieber Herr Müller
Der Anstieg des Meeresspiegel hat bereits begonnen, geht aber sehr langsam. Ihre Wohnung können Sie sicher in den nächsten 20 noch geniessen, sollten sich aber bemühen (durch die von Al Gore aufgezeigten Massnahmen) aktiv zum Klimaschutz beizutragen, um somit die Erwärmung und den Anstieg möglichst gering zu halten.
MfG, TS

Marco Schirmer Meilen: Wird die Welt eines tages Unter gehen?

Thomas Stocker: Lieber Herr Schirmer
Auf jeden Fall – wenn wir an den Lebenslauf von Sonnensystemen denken. Allerdings dauert das noch einige Milliarden Jahre! Der Klimawandel, zusammen mit weltweitem Wassermangel und dem Bevölkerungswachstum, gehört zu den grössten Herausforderungen der Menschheit in den kommenden 20 Jahren!
MfG. TS

Patricia, Dielsdorf: Sehr geehrter Herr Stocker, was würde passieren, wenn alles so weitergehen würde wie bisher?

Thomas Stocker: Liebe Patricia
Die Erwärmung geht weiter, Hitzewellen werden häufiger, der Meeresspiegel wird langsam ansteigen, in der Schweiz werden sich die Gletscher zurückziehen und in ca. 50 Jahre wird die Schweiz nur noch einzelne wenige eisbedeckte Flächen aufweisen. Die Arktis wird dann im Sommer eisfrei sein. Doch: die Menschheit hat heute noch die Wahl, mit diesen oder aber viel geringeren Auswirkungen der Klimaänderung zu leben.
MfG, TS

heller franz, abtwil: sind die autoabgase mitverantwortlich für die klimaerwärmung?

Thomas Stocker: Lieber Herr Heller
Selbstverständlich – der Auto/LKW/Flugverkehr gehört neben der Hausheizung und den Industrieprozessen zu den drei Hauptverantwortlichen. Zudem ist due Zuwachstrate im Verkehr mit Abstand am grössten.
MfG, TS

vanesa mürner pfaffheusen: kann die welt unter gehen wegen diesen schlechten klima

Thomas Stocker: Liebe Frau Mürner
Die ganze Welt geht nicht unter, allerdings wird der Meeresspiegel ansteigen (und somit gehen tatsächlich einzelne Landstriche unter!). Vorallem werden aber die Lebensbedingungen weltweit schwieriger (Dürre, Ueberflutungen, Hitzewellen, etc.).
MfG, TS

heller franz, abtwil: wie ernst ist die lage wirklich? fünf vor zwölf?

Thomas Stocker: Lieber Herr Heller
Seit über 20 Jahren predigt die Wissenschaft. Ihre Meldungen wurden ignoriert. Nun ist die Zeit zum handeln gekommen, weil die Anzeichen der Veränderungen offensichtlich geworden sind, und weil die Abschätzungen der Zukunft recht präzise gewoerden sind. Je länger wir warten, desto schwieriger werden die Anpassungen, und desto weniger Handlungsspielraum bleibt uns.
MfG, TS

Borer, Martin Basel: Hallo Herr Stocker... Welche Rolle spielt bei der aktuellen Klimasituation die «globale Verdunkelung"?

Thomas Stocker: Lieber Herr Borer
Diese kommt von den kleinsten Stuabteilchen, die bei der Verbrennung ebenfalls in die Luft gelangen. Allerdings werden diese auch wieder schnell durch den Regen ausgewaschen, so dass zB Partikelfilter diesem Problem sehr effizient begegnen können.
MfG, TS

Struchen Joel Luthern: Schneit es in 20 Jahren noch? Oder regnet es bis dahin nur noch?

Thomas Stocker: Lieber Herr Struchen
Voraussagen über den Wasserkreislauf sind generell schwierig. Kurz gesagt: dort wo es bereits heute trocken ist, wird es trockener, dort wo es häufig regnet, wird es mehr regnen. In der Schweiz erwarten wir weniger näuft Regen im Sommer (dafür stärkere), im Winter mehr als heute. In den höchsten Lagen, zB über 2000 m wird es immer noch schneien im Winter.
MfG, TS

huberandrea9500wil sh: hallo herr stocker ich mache mir um unser planet grosse sorgen.und das niicht erst seit gestern,ich finde es sehr schade das wir diesem planet nicht besser schauen.ich selber fahre kein auto u.s.wgiebt es noch hoffnung das unsere,erde wieder gesund wirt?ich würde es mir wünschen.gruss andrea huber

Thomas Stocker: Liebe Frau Huber
Sie sind auf dem richtigen Weg und leisten bereits einen Beitrag. Werden Sie nun auch aktive, indem Ihr Anliegen zu den Politikern getragen wird. Es ist noch nicht zu spät, aber eine globale Erwärmung unter 2°C zu halten, ist bereits sehr schwierig geworden. Je länger gewartet wird, desto weniger Handlungsspielraum haben wir.
MfG, TS

heller franz, abtwil: Was ist Co2 eigentlich und warum ist dies so schädlich?

Thomas Stocker: CO2 kommt natürlich in der Luft vor und ist ein wichtiges Spurengas (zB beziehen Pflanzen ihren Kohlenstoff von CO2). CO2 absorbiert aber auch Wärmestrahlung und verstärkt den Treibhauseffekt. Zuviel wird also eine Erwärmung erzeugen, bgei der auch mehr Wasserdampf in die Luft gelangt. Zusammen sind diese beiden Gase verantwortlich für die Erwärmung. Der Schaden kommt nicht direkt vom CO», sondern von der Erwärmung und den dadurch angestossenen Effekten.
MfG, TS

sarah meyer luzern: Wie kann man die Erde retten, oder ihr helfen ?? Oder auch etwas dagegen tun, dass die Erde nicht noch mehr Fieber bekommt ??

Thomas Stocker: Liebe Frau Meyer
Massnahmen von PolitikerInnen fordern, und diejenigen, die solche verhinder, zur Rede stellen (und nicht mehr wählen), weniger Autofahren, leichtere und verbrauchsärmere Autos fahren, Flugreisen vermindern, Heizung im Haus erneuern, neue Technologien erfinden, Forschung fördern, .....
MfG, TS

Erwin Oberhänsli, Druckerei Feldegg,Zollikerberg: Wir drucken als erste Druckerei in der Schweiz klimaneutral. Der CO2-Ausstoss wird kompensiert mit Emissionsminderungszertifikaten. Was sagen Sie grundsätzlich zu dieser Lösung?

Thomas Stocker: Lieber Herr Oberhänsli
Gratulation für Ihr Vorwärtsgehen. Diese Entscheidung wird Signalwirkung haben. Allerdings genügt das Einkaufen von Zertifikaten nicht. Langfristig müssen Produktionsprozesse effizienter gestaltet werden. Wo und bei wem Sie Ihr Papier einkaufen, wird von grosser Bedeutung sein, da dort viel «graue Energie» versteckt ist. Gut, aber nur ein erster Schritt.
Viel Erfolg!
MfG, TS

heller franz, abtwil: welches ist ihrer meinung nach das vorbildlichste land in sachen klimaschutz?

Thomas Stocker: Lieber Herr Heller,
Schwierige Frage, da ich die Zahlen nicht kenne. Die Schweiz steht nicht schlecht da, wenn wir den Anteil erneuerbarer Enerigien (Wasserkraft) anschauen. Andererseits werden wir mit den ggw Massnahmen die Kyoto Verpflichtungen nicht erreichen – müssen uns also äussert Mühe geben. Leider spüre ich davon nichts in der Politiklandschaft.
MfG, TS

Johannes Tobler, Zürich: Ich denke, das mit dem Klima und Erderwärmung ist eine konstruierte Panikmache, die politisch missbraucht wird. Das Klima unterlag schon immer einem Zyklus, und das CO2 ist nicht daran schuld.

Thomas Stocker: Lieber Herr Tobler
Ich weiss nicht, wo der politische Missbrauch ist – bisher ist Klimaschutz ja von den Politikern weitgehend ignoriert worden. Sie müssen die Fakten anschauen. CO2 ist heute 28% höher als je zuvor in den letzten 650000 Jahren. Die 12 wärmsten Jahre der letzten 125 Jahre traten alle nach 1990 auf. Diese Entwicklungen sind zahlenmässig durch den Anstieg von CO2 in der Luft schlüssig erklärt. Die natürlichen Temperaturschwankungen kennt man sehr genau für die letzten 1000 Jahre. Was wir heute messen übersteigt die normalen Schwankungen bereits deutlich.
MfG, TS

Hansueli Zwahlen, Bern: Herr Stocker, eigentlich sind die Verursacher der Klimaerwärmung schuld. Warum tut sich Ihrer Meinung nach die Gesellschaft so schwer, etwas dagegen zu Unternehmen und sich einzuschränken?

Thomas Stocker: Lieber Herr Zwahlen
Der CO2 Ausstoss betrifft sämtliche Lebensbereiche (Wohnen, Transport, Industrie, Landnutzung) – deshalb ist es eine sehr viel grössere Herausforderung, Massnahmen zu vereinbaren. Wir müssen aber erkennen, dass Warten diese Herausforderungen nur noch vergrössert.
MfG, TS

Roth Ulrich Uster: Der Klimawandel ist doch völlig normal in der Erdgeschichte. Wir können nicht einfach nur die letzten 150 Jahre beobachten.


Thomas Stocker: Lieber Herr Roth
Die Klimarekonstruktionen der Klimaforscher gehen nicht 150 Jahre zurück sondern (für die Temperatur) mindestens 1000 Jahre, in der Antarktis sogar 800000 Jahre. Die Resultate haben also eine feste Basis.
MfG, TS

Bregy, Olivier Bern: Guten Tag Herr Stocker! Wenn Sie mir einen Ort zum Leben in 50 Jahren empfehlen würden:

Thomas Stocker: Lieber Herr Bregy
Bern ist gut! Aber inzwischen setzen Sie sich für den Klimaschutz ein.
MfG TS

Roth Ulrich Uster: Haben wir nicht die sonnennächste Umlaufbahn erreicht, das sich alle 13000 Jahre wiederholt und das der wahre Grund für die Erwärmung ist?

Thomas Stocker: Lieber Herr Roth
Nein, die Lage der Erdbahn und Erdachse ist so, dass die Sommereinstrahlung in der Nordhemisphäre heute sogar viel geringer ist als noch vor 10000 Jahren – und trotzdem messen wir eine Erwärmung in den letzten 100 Jahre. Teil davon (bis ca 1960) kann der natürlichen Schwankung von Jahrzehnt zu Jahrzehnt zugeschrieben werden, ab 1960 hat der zusätzliche Treibhauseffekt durch den Anstieg von CO2 Ueberhand genommen.
MfG, TS

Bregy, Olivier Bern: Falls ich in 50 Jahren noch im Wallis lebe, empfehlen Sie mir eher Boden im Tal oder irgendwo in den Bergen?

Thomas Stocker: Lieber Herr Bregy
Nich zu nahe bei Flüssen (Ueberschwemmungsgefahr), nicht zu hoch (Gefahr von Hangrutschungen) – aber ich dachte Sie blieben in Bern ...
MfG, TS

Priska,Thun: Herr Stocker, aber was tun gegen die Abgase und die Industrie, wenn die Grossmächte wie zb die USA nicht mitziehen. Was kann der KLEINE tun?

Thomas Stocker: Liebe Priska
Die USA muss so schnell wie möglich mitmachen – heute ist ja ein wichtiger Schritt mit den Wahlen gemacht worden! Als kleines Land haben wir Signalwirkung, wir können «zeigen wie mans macht». Dank unserem Technologievorsprung kann man damit sogar noch Geld verdienen, wenn man diesen geschickt einsetzt.
MfG, TS

Weber André, Riken: das autofahren, fliegen wird man ja nicht verbieten können, was wäre eine mögliche lösung um der umwelt weniger schaden zuzufügen?


Thomas Stocker: Lieber Herr Weber
Energie effizienter nutzen, Transport verändern, Transportwege drastisch verkürzen (Birnen aus der CH, nicht aus Südafrika, etc).
MfG, TS

Moos Martin, Zürich: Guten Tag, mein 9-jähriger Sohn war wirklich schockiert als er letzte Woche las, dass es u.U. in 50 Jahren nicht mehr regnen soll auf der Erde. Könnte diese Prognose stimmen? Was kann er (und ich) dagegen machen? (Wir haben schon jetzt kein Auto, fliegen nicht, recyclen alles mögliche etc.) Besten Dank

Thomas Stocker: Lieber Herr Moos
Regnen wird es immer auf der Erde, solange Wasser in flüssiger Form vorkommt. An vielen Orten wird es jedoch trockener, bzw an anderen feuchter. Gehen Sie weiterhin mit gutem Beispeil voran, und wählen Sie aktiv PolitikerInnen, die das Thema zu Ihrer Sache machen!
MfG, TS

Dominik Heeb Diepoldsau: Es ist noch nicht lange her, da war eine der Hauptsorgen die ausweitung des Ozonlochs... von linksgrüner Seite wurden diesbezüglich Horrorszenarien beschrieben. Doch das Ozonloch ist sich am schliessen...

Thomas Stocker: Lieber Herr Heeb
Ozon is weiterhin ein Problem (ohne Parteifärbung übrigens), aber das Problem ist erkannt (von Wissenschaftern) und die Weltgemeinschaft hat entsprechende Massnahmen ergriffen. Diesen haben es wir zu verdanken, dass solche Szenarien nicht eintreten werden. Es wird jedoch noch mindestens 50 Jahre dauern, bis sich die Ozonschicht erholt hat.
MfG, TS

Hermann Zobrist, Unterentfelden: Sind die 14000 Wissenschaftler alle Deppen, die gegen das Kyoto-Protokoll unterschrieben haben? Die erkannt haben, dass die Sonnentätigkeit der massgebende Faktor der Klimaerwärmung ist?

Thomas Stocker: Lieber Herr Zobrist
Nich die Wissenschafter unterscheiben das Kyotoprotokoll, sondern einzelne Staaten, zB die Schweiz. Die Sonnenaktivität ist **nicht** der massgebende Faktor der Erwärmung, wie viele Studien zeigen. Ginge es nach der Sonne, so sollten wir eine Abkühlung messen!
MfG, TS

Oliver, Bern: Welche alternativen Energiequellen wären sinnvoll?: Welche alternativen Energiquellen wären sinnvoll?

Thomas Stocker: Lieber Oliver,
Wasserkraft, Wind, Sonnenenergie, Erdwärme, und noch neue Prozesse, die eine neue Generation von Ingenieuren erst noch erfinden muss!
MfG, TS

Michael Schudel St. Gallen: Stimmt es das wir in etwas 10 Jahren den Point of no return erreichen werden, dass heisst wenn nichts getan wird können wir die Klimaveränderung nicht mehr aufhalten?

Thomas Stocker: Lieber Herr Schudel
Nein, das ist falsch. Allerdings wird es mit jedem Jahr schwieriger, bestimmte Ziele zu erreichen, bsp die Erwärmung nicht über 2°C steigen zu lassen.
MfG, TS

hansruedi koller brunnen sind Flug-Kerosin-Abgase gleich schädlich wie Autoabgase ?: weiss nicht, ob meine Frage angekommen ist ? Ist Flug-Kerosin-Abgas gleich oder schädlicher als Auto-Abgas ?

Thomas Stocker: Lieber Herr Koller
Pro Kopf ist der Ausstoss beim Fliegen um Faktoren grösser.
MfG, TS

I. Sadkowsky, Männedorf: Ist mit Temparaturen über 40 C in der Schweiz zu reichnen? Wenn ja, ab wann? Wie hoch können temparaturen lokal maximal auf der Erde erreichen?

Thomas Stocker: Lieber Herr Sadkowsky
Lokal kann eine solche Rekord-Temperatur sicher ab ca. 2050 in der Schweiz an einzelnen Stationen erreicht werden.
MfG, TS

Weidmann, Nicolas, Zürich: Wie schätzen Sie zukünftig die Rolle von Fahrzeugen ein, die mit Bioethanol (z.B. E85) angtrieben werden?


Thomas Stocker: Lieber Herr Weidmann
Nahrungsmittel für transport zu benutzen ist unklug (Wasserproblem!), aber Pflanzenabfälle ist eine wichtige Massnahme.
MfG, TS

Thomas Stocker: Lieber Leser
Der Ansturm war gross, und ich kann nicht so schnell tippen wie sprechen. In ca 5 Minuten muss ich abstellen.


Hans Meiser, Zürich: Guten Tag -- Wie stehen Sie zu Al Gores Dokumentarfilm «An Inconvenient Truth"? Decken sich Ihre Erkenntnisse und Erwartungen mit den seinen weitgehend?

Thomas Stocker: Lieber Herr Meiser
Ausgezeichneter Film, zeigt die Fakten, wenige aber für die Schlussfolgerungen nicht relevante Vereinfachungen. Schauen Sie ihn an!
MfG, TS

Thomas Antolini, Zürich: Sind die (angeblichen) Anstrengungen der westlichen Industrienationen – die Grossverbraucher – nicht nur reine Augenwischerei gegenüber dem eigenen Volk!? Dem öffentlichen Druck ausgesetzt, werden doch einfach die Umweltbelastenden Produktionsstäten in «Drittweltländer» verschoben, wo der selbe «Dreck» einfach wo anders die Luft, das Wasser etc. verpesstet. Im Prinzip sind wir doch GLOBAL genau gleich wie vorher. Müssten die Ansätze nicht ganz wo anders angepackt werden!?

Thomas Stocker: Lieber Herr Antolini
Kyoto war ein erster wichtiger Schritt. Es ist fast wie beim laufen lernen. Nun muss es aber weiter gehen, sonst ist es tatsächlich so, wie sie sagen.
MfG, TS

Markus Böni, Gossau: Grüezi Herr Stocker, müsste man aktive Vulkane mit einem Katalysator erfinden?

Thomas Stocker: Lieber Herr Böni
Ich glaube das löst das Problem nicht – Vulkane sind nicht zuverlässige Partner.
MfG, TS

Paul, Kölliken: Hallo Herr Stocker, wann kann ich Palmen oder andere tropische Vegetationen in meinem Garten beobachten?

Thomas Stocker: Lieber Paul,
Im Tessin bereits Alltag!
MfG, TS

Susanna Feller, Belp: Sehr geehrter Herr Stocker, soll ich mein Wintersportgeschäft weiterführen? Oder ist es von Vorteil eine neue Nische zu suchen? Kann es sein, dass meine Existenz schon jetzt bedroht ist? schöne kalte tage mit viel Schnee wünsch ich mir und verbleibe mit freundlichen Grüssen. susanna feller

Thomas Stocker: Liebe Frau Feller
Weiterführen, doch vielleicht etwas diversifizieren schadet nicht.
MfG, TS

Albanovic, Blerim Littau: Nützt es etwas wenn ich weniger Grilliere? Oder soll man da nur noch mit Holz oder Gas?

Thomas Stocker: Lieber Herr Blerim
Grillieren Sie weiter – das mache ich auch gerne. Holz (Holzkohle) ist natürlich viel besser, das dies ein nachwachsender Brennstoff ist.
MfG, TS

Sandra,Aarau: Könnte in Zukunft auch eine neue Eiszeit bevorstehen? Habe mal gehört, dass es vor der letzten Eiszeit auch solche Wetterschwankungen gab. gruss

Thomas Stocker: Liebe Sandra
Die nächste Eiszeit wird in etwa 25000 Jahren erwartet.
MfG, TS

Jenny, Christian Zürich: Sehr geehrter Herr Professor Stocker. Als Laie glaube ich die Globale Klimaerwärmung wie folgt zu spühren: Ich empfinde je länger je mehr, dass unsere 4 Jahreszeiten in einen Sommer und einen Winter verschmelzen. So z.B. im letzten Jahr, als es nie richtig Frühling wurde sondern im April noch einmal kräftig schneite. Oder aber in diesem Jahr gab es auch keinen wirklichen Herbst, sondern es blieb lange sommerlich warm, bis plötzlich die Kälte kam. Ist diese Betrachtung korrekt?

Thomas Stocker: Lieber Herr Jenny
Die Jahreszeiten verschieben sich tatsächlich, doch braucht man dazu genaue Messungen. Was sie spüren sind einerseits natürliche Variationen, dann aber auch die Rekordtemperaturen der letzten Jahre.
MfG, TS

Marco Jörg, Aristau:: Ich finde es Wahnsinn welche Unsummen wir in der Schweiz und in Deutschland für den Klima- und Umweltschutz investieren. Aber wenn ich sehe was in nur 500km Entfernung in östlicher Richtung abgeht, bin ich nicht mehr bereit, so viel für den Schutz unserer Erde zu investieren.

Thomas Stocker: Lieber Herr Jörg
Die Summen sind verschwindend gering, aber ich gehe mit Ihnen einig, dass andere Länder langfristig ebenfalls in die Verantwortung genommen werden müssen. Relevant ist jedoch was wir bisher ausgestossen haben, und da sind wir «dem Osten» weit voraus.
MfG, TS

Mia Gerter, A.: Meiner Meinung nach ist es unmöglich, diesen Vorgang aufzuhalten. Wie soll man Milliarden von Menschen dazu bewegen auf das Auto zu verzichten, wenn die ÖV so teuer sind... Das ist nicht der einzige Grund. Ich glaube nicht, dass jeder genug zurückstecken kann, um die Klimaerwärmung zu stoppen. Sehen wir das einzig positive: Es wird wärmere Sommer geben... :)

Thomas Stocker: Liebe Frau Gerter
Nein, es ist in der Hand der Gesellschaft, eine globale Erwärmung von 2°C oder aber 4 oder 6°C zu haben im Jahre 2100.
MfG, TS

Johannes Tobler, Zürich: Herr Stocker, wollen Sie die Gesellschaft mit Ihren abstrusen Massnahmen (weniger Flugreisen, etc.) zurück in die Armut bringen?

Thomas Stocker: Lieber Herr Tobler
Ich sehe den Zusammenhang von weniger Flugreisen und Armut nicht, sorry!
MfG, TS

Thomas Stocker: Liebe Chatter
Vielen Dank für die intersssanten Fragen. Bleiben Sie am Ball und machen Sie Klimaschutz – er braucht jeden einzelnen dazu!
Schönen Tag,
Thomas Stocker

play Thomas Stocker sieht für die Schweiz wilde Klimazeiten kommen. (Toini Lindroos)

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