Klima-Gipfel: 280 – 380! – 450?

  • Publiziert: 03.12.2007, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Michael Scharenberg

BALI – Auf Bali diskutieren jetzt die Experten über die Klimaerwärmung. Obs was bringt? Das wird sich an drei CO2-Zahlen zeigen: 280 – 380 – 450.

«Nun reden sie wieder», könnte man mit Max Frisch über diese Mega-Konferenz sagen. Wie schon 1997 in Kyoto. Aber obs dem Klima nützt? Klar ist jetzt nur soviel: Mit ihren Tausenden von Flugkilometern haben die Telnehmer schon mal eine Menge CO2 in die Atmosphäre gejagt.«Es wird viel getagt. Aber es dämmert wenig!», sagte schon Frischs Schriftsteller-Kollege Kurt Tucholsky. Dabei müsste wirklich dem letzten dämmern, was das Stündchen geschlagen hat. Dazu reichen drei Zahlen: 280 – 380 – 450. 280: So viele Anteile CO2 gabs vor der Industrialiserung in der Atmoshäre pro 1 Million Gesamtpartikel. Das war normal. Und sorgte für eine gute Durchschnittstemperatur von rund 15 Grad auf unserer Erde. 380: Diesen Wert haben wir heute erreicht. Schlimm genug. Die Polkappen schmelzen, die Gletscher gehen zurück. 450: Wenn dieser Wert erreicht ist, gerät das Klima ausser Kontrolle. So sehr, dass sich die Wissenschaftler das gar nicht konkret ausmalen wollen.Zukunftsmusik? Weit gefehlt! Da die Menschen derzeit pro Jahr 2 Einheiten zusätzlich in die Luft jagen, man rechne, wären wir in 35 Jahren so weit. Das haben Wissenschaftler der renommierten Princeton University in den USA berechnet..Dass es doch nicht so schlimm kommt, darum gehts jetzt in Bali. Die Kyoto-Klima-Vereinbarung läuft 2012 aus. Für die Zeit danach brauchts neue Leitplanken. In Bali sollen dafür erste Pflöcke eingeschlagen werden.Obs gelingt? Wir werden sehen. Das Schwarzpeter-Spiel stimmt pessimistisch: Die Europäer stehen recht gut da. Und zeigen auf die Amerikaner. Die sind derzeit tatsächlich die schlimmsten CO2-Banausen. Sie geloben aber Besserung und zeigen auf die Chinesen und die Inder. Was tun? Unter Wissenschaftlern ist klar, dass mit einem Paket von 15 Massnahmen aus vier Bereichen die Kurve gekratzt werden könnte: Energie-Effizienz dank Sparlampen zum Beispiel; Technologie, um CO2 unter der Erde zu deponieren; CO2-tiefe Energie wie AKWs; erneuerbare Energien wie Wind und Sonne. Aber wir müssen uns beeilen. Und am besten heute schon anfangen.blick.ch wird laufend über den Bali-Gipfel berichten.

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