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Heinz, Zürich: Herr Knutti, Die Klima-Konferenz bringt doch nichts ausser warme Luft. Das ganz Blabla wird eh nicht umgesetzt. Macht Sie das nicht hässig?
Reto Knutti: Wir machen Wisssenschaft, nicht Politik. Aber natürlich hoffen wir, dass die Politik und Gesellschaft unsere Arbeit ernst nehmen.
Sandra Bangeter: Sehr geehrter Herr Knutti: Sind Sie ein Grüner?
Reto Knutti: Ich bin weder links noch rechts noch grün. Wissenschaft hat nicht mit Ideologie, Glauben und Parteien zu tun, sondern mit Fakten.
Simon Keller, Luzern: Hallo Herr Knutti. Was halten Sie vom Ablasshandel über Klimarappen? Kann man sich eine weisse Weste kaufen?
Reto Knutti: Man kann sich nicht eine weisse Weste kaufen. Aber es braucht Anreize, um etwas zu tun, und der Anreiz mit der grössten Wirkung ist das Geld...
Gabriel Winteler, Zürich: Warum soll ich mich als Konsument ökologisch korrekt verhalten und dafür mehr Geld ausgeben, wenn die Grossmächte nichts tun wollen? Es ist leider auch beim Klima so: Alles wird auf dem Buckel der Kleinen ausgetragen.
Reto Knutti: Das Klimaproblem ist global, aber die Lösungen sind lokal. Alle müssen etwas tun, ob gross oder klein. Um diesen global deal geht es in Kopenhagen.
Mercurio Giovanni Gamprin: Hat der Mayakalender also doch Recht mit den NATURKATASTROPHEN im Jahre 2012? Wenn das so weitergeht, kann ich mir das gut vorstellen... oder lieg ich falsch?
Reto Knutti: An solche Weltuntergangsszenarien glaube ich nicht. Wir sind hier nicht beim Hellseher...
Steiner Reto Zürich: guten tag herr knutti, was sagen sie eigentlich zur klimagate-affäre? das ist ja unglaublich, was dort so berichtet wird und bestätigt meine vermutungen betreffend der klimalüge... danke für ihre antwort im voraus!
Reto Knutti: Schlussfolgerungen sind hier fehl am Platz. Ob die Anschuldigungen zutreffen, muss eine Untersuchung zeigen, Blogs und Webseiten und Zitate aus Emails ohne Kontext sind dazu nicht hilfreich. Der Konsens der Klimaforschung basiert auf Tausenden von Wissenschaftlern und Studien und wird durch dies nicht in Frage gestellt.
Geiser Thomas, Kloten: Herr Knutti, Es ist Interessant das die Wissenschaften sich nicht einig sind, warum überhaupt, an was fehlt es?
Reto Knutti: In den Kernfragen ist sich die Wissenschaft schon lange einig. Aber es gibt zu viele Leute mit persönlichen oder finanziellen Interessen, die das nicht wahrhaben wollen.
Weinberg, Michi Heuried: Herr Knutti, Kann die Schweiz wirklich was ausrichten? Unser CO2-Ausstoss ist doch minim!
Reto Knutti: Kann ich mit 10 Franken an eine Hilfsorganisation etwas ausrichten? Nein, aber wenn alle 10 Franken spenden dann schon.
Heinz, Zürich: Sie machen also Wissenschaft. Gerade in Klima-Fragen müssen Sie sich sicher dauernd rechtfertigen. Viele Menschen halten die Klima-Erwärmung für Humbug. Was tun Sie dagegen?
Reto Knutti: Wir werden oft kritisiert, das gehört dazu. Was uns aber wirklich interessiert ist, das Klima zu verstehen, nicht was andere über uns denken.
Sandra Bangeter: Und noch eine Anschlussfrage: Sie sind kein Grüner. Wie sieht ihr ökologischer Fussabdruck aus? Verzichten Sie aufs Auto? Fliegen Sie nicht?
Reto Knutti: Ich habe kein Auto. Auf das Fliegen kann ich beruflich nicht ganz verzichten, aber wir immerhin kompensieren wir alle Flüge über myclimate.
Hasler Roman Gelterkinden: Zur letzten Eiszeit war der CO2-Gehalt der Luft ca. 12-mal so hoch wie heute. Wie verträgt sich das mit der Behauptung, das Klima erwärme sich wegen dem CO2-Gehalt?
Reto Knutti: Ihre Aussage ist falsch. In der Eiszeit war das CO2 bei 180 ppm, vorindustriell bei 280 ppm, heute bei etwa 380 ppm.
Tschudi, Ruedi, Effretikon: Ich habe gelesen, dass 2/3 der letzten 10000 Jahre wärmer waren als heute. Stimmt das? Seit wann überwiegt der von menschengemachte Effekt bei der neuesten Klimaerwärmung? 150 Jahre? 30 Jahre?
Reto Knutti: Das Klima ist durch viele Einflüsse bestimmt, z.B. Veränderungen der Erdbahn. Der Mensch überwiegt erst in den letzten 50-100 Jahren.
Roman N., Heriswil: Denken Sie, dass die Sonnenenergie die Zukunft ist? Wo sehen Sie das grösste Potenzial bei alternativen Energien?
Reto Knutti: Es gibt keine Technologie, die das Problem allein löst. Das Problem bei Sonnenenergie ist, dass die Sonne nicht immer scheint, und diese Lücken müssen aufgefangen werden.
Sandra Bangeter: Herr Knutti, obschon Sie sagen, dass sie nicht politisch sind: Tut denn die Politik genug für die Umwelt?
Reto Knutti: Was heisst genau? Wenn 2 Grad Erwärmung das Ziel ist, dann tun wir nicht genug.
Hasler Roman, Gelterkinden: Sind das jetzt echte oder gefälschte Daten? Wo sind Ihre Quellen?
Reto Knutti: Welche Daten?
Dirk, Emmen: Herr Knutti: Die Natur / das Ökosystem produziert jährlich das mehrfache (20-30 fache) was der Mensch jährlich künstlich an CO2 produziert und der Einfluss der Sponnenflecken auf das globale Klima ist auch nicht vollends geklärt: Glauben Sie wirklich, dass das ganze nicht ein gross Angelegter Schwindel ist, wenn man uns erzählt, wir wären an der ganzen Erwärmung schuld? Immerhin Arbeiten 100000ende für Klimagruppen und Medien...
Reto Knutti: Wenn der Salat wächst, nimmt er CO2 auf, wenn er verfault oder wir ihn essen wird das CO2 wieder abgegeben: ein Gleichgewicht. Aber was wir verbrennen, das kommt zusätzlich in die Luft.
Lilian Schweizer, Aarau: Sie, Herr Knutti, schade ich dem Klima als Raucherin?
Reto Knutti: Nein, aber Ihrer Lunge vielleicht...
Lilian Schweizer, Aarau: Nicht, dass dies eine Entschuldigung wäre, heute nichts zu unternehmen: Aber können wir wirklich etwas gegen die Schäden ausrichten bzw diese rückgängig machen? Und wie soll das gehen, wenn sich Politik, Wirtschaft, Industrie noch immer dagegen sträuben?
Reto Knutti: Etwa die Hälfte der Erwärmung können wir verhindern, wenn wir jetzt handeln. Wie das geht, fragen Sie besser die Wirtschaft und Politik, nicht mich.
Kernen Thomas, Saanenmöser: Lieber Reto. In ländlichen Gebieten ohne wirtschaftlich funktionierenden OeV müssen leider zuviele Autokilometer gemacht werden. Machen diese CO2-Ausstosse einen grossen Anteil aus oder sind die eher marginal? Liebe Grüsse aus dem Saanenland. Thomas
Reto Knutti: Lieber Thomas, Der CO2- Anteil des Verkehrs, der Industrie und der Gebäude ist in der CH je ein Drittel.
Hasler Roman Gelterkinden: Bezüglich des CO2- Gehaltes wärend der letzten Eiszeit.
Reto Knutti: Die CO2-Mengen während der Eiszeit können an Eisbohrkernen gemessen werden und sind sehr genau. Fragen Sie die Leute an der Uni Bern, die machen das.
Senn Jakob, Aarau: Stimmt es, dass die Klimaerwärmung eine Erfindung der Linken ist? Ich habe zuverlässige Quellen.
Reto Knutti: Nein, die Wissenschaft kümmert sich nicht um links oder rechts, sondern um Fakten.
Tschudi, Ruedi, Effretikon: Ich habe die realen Temperaturen mit den Prognosen aus dem 1. IPCC-Bericht (1990) verglichen. Wir sind unter dem best case Szenario. Dem Klima geht es also besser, als im besten Szenario erwartet. Welche Fortschritte hat man in den letzten 20 Jahren bei den Klimamodellen erreicht oder wieso soll ich heute an die Klimamodelle glauben, wenn die Klimamodelle die letzten 20 Jahre versagt haben.
Reto Knutti: Sie sollten sich an neuen Daten orientieren. Seit 1990 sind die Computer z.B. eine Million mal schneller geworden, wir wissen heute mehr als 1990.
Klarenberg, Paul, Bern: In der Weltwoche ist zu lesen, dass es in den Jahren zwischen 900 und 1300 wärmer war als heute. Können Ihre Simulationen so etwas erklären?
Reto Knutti: Ja, die Sonnenaktivität und Vulkanausbrüche können das erklären.
Remo Eggimann, Recherswil: Was sagen Sie zu den Vorwürfen, dass alle Statistiken von der Präsentation von Al Gore manipuliert sein sollen?
Reto Knutti: Al Gore hat seine Daten zum grössten Teil aus IPCC. Der Vorwurf ist nicht gerechtfertigt.
Praveen Thigilalagan, Bern: Lieber Herr Knutti, Glauben Sie an einen Maya-Kalender ?
Reto Knutti: Ich kenne den Maya-Kalender nicht.
Hasler Roman, Gelterkinden: Forschungen in Tibet haben ergeben, dass sich das Klima immer wieder sprunghaft erwärmt. Wieso sollte jetzt der Mensch daran schuld sein, oder anders gesagt, wer war früher daran schuld?
Reto Knutti: Ob es früher wärmer war oder nicht, ist ohne Betrachtung der Ursachen nicht eine sinnvolle Frage. Wenn die Sonne damals aktiver war, kann das gut sein, heute ist aber der Mensch die Ursache.
Michael Meier: Wie misst man heute die Durchschnittstemperatur, die früher geherrscht hat?
Reto Knutti: Bis etwa 1850 gibt es Thermometer, davor arbeitet man mit Baumringen, Eisbohrkernen, Sedimenten, Pollen etc. die das Klima (ungefähr) aufzeichnen.
H.R. Bär Hergiswil NW: Könnte es nicht auch sein, dass sich die Erdachse in sich ein wenig gedreht hat, oder die Erde näher zur Sonne bewegt hat! Früher gab es eine Eiszeit, dafür kein CO2! Die Erde hat sich anschliessend auch erwärmt, ohne Milliarden, ohne Politik! Danke
Reto Knutti: Die Erdbahn ändert sich, das kann man sehr gut berechnen, aber nur auf Perioden von 20000 und mehr Jahren. Für kurzfristige Trends ist das irrelevant.
Dirk, Emmen: Leider haben Sie meine Frage nicht zufriedenstellend beantwortet: Meine behauptung: Wir tragen auf keinen fall soviel zur CO2 Produktion bei, wie uns vorgemacht wird. Und auch der effektive Einfluss auf das Klima des CO2 ist äusserst fraglich: Sonneneruptionen / Sonnenflecken prägen unsere Planetentemparatur in einen viel grösseren Maasse! Bitte um ihre Stellungsnahme!
Reto Knutti: die Sonnenaktivität hat in den letzten 50 Jahren abgenommen, nicht zugenommen. Der Einfluss der Sonne ist etwa 10x kleiner als derjenige des Menschen.
De Micheli Marco Zürich, Ich halte den Klimawandel auch für eine grosse Bedrohung, dafür gibt es zu viele Indikatoren und Fakten. Doch zwei Gegenargumente beachte ich dennoch: Die Erde soll sich zur Zeit ja wieder abkühlen, was auch Wissenschaftler stutzig macht . Und in längeren Zeiträumen bertrachtet habe es schon immer Klimaschwankungen gegeben. Was ist Ihre Meinung dazu?
Reto Knutti: Die Frage ist, was die Ursache der Schwankung war. Es gab Eiszeiten, die Ursache dafür ist die Erdbahn. Heute ist die Ursache der Mensch. Kurzfristige Schwankungen sagen nichts über langfristigen Trends aus. Wenn es morgen schneit, behaupten Sie auch nicht, dass die Eiszeit kommt.
Cajacob Michael Bern: Wie kann es möglich sein, dass die CO2 nur 1 Teil von 3800 Teilen der Luft ist und trotzdem eine Erwärmung
Reto Knutti: Mit einem Gramm Zyankali können Sie Dutzende von Menschen umbringen, mit einer kleinen Atombombe noch mehr. Eine kleine Menge heisst nicht eine kleine Wirkung.
Klarenberg, Paul, Bern: Einer der unsichersten Faktoren für die Klimaerwärmung scheint die Bewölkung zu sein. Was meinen Sie dazu?
Reto Knutti: Unsicherheiten in der Bevölkerungsentwicklung werden in den Klimaszenarien berücksichtigt.
Tschudi, Ruedi, Effretikon: Können die Klimamodelle heute die Wolken simulieren?
Reto Knutti: Ja, sie werden besser, allerdings sind die Unsicherheiten beträchtlich. Wolken sind vielleicht das schwierigste in den Klimamodellen.
Tschudi, Ruedi, Effretikon: Wieso kam es zur kleinen Eiszeit? Ist man bei den Gründen sicher oder sind es Vermutungen?
Reto Knutti: Die Sonnenaktivität war zu dieser Zeit kleiner (Maunder Minimum).
H.R. Bär Hergiswil NW: Wenn sich die Erdbahn in 20000 Jahren verändert, wo stehen wir temperaturmässig in 20000, 40000 und 100000 Jahren?
Reto Knutti: Ohne menschlichen Einfluss gäbe es wahrschenlich in 50000 bis 100000 Jahren eine Eiszeit. Mit dem Menschen nicht.
Paul Frei, St. Gallen: Kann man nicht sowieso davon ausgehen, dass alle Öl/Gas/Kohle verbrannt wird und somit sowieso ein gewisser CO2-Level erreicht wird? Ist es daher nicht besser, wenn man technische Lösungen sucht, welche die Sonneneinstrahlung regulieren?
Reto Knutti: Es gibt noch für min. 200 Jahre Kohle, so viel dürfen wir nicht verbrennen. Das Regulieren der Einstrahlung der Sonne ist problematisch, weil es den langwelligen Effekt des CO2 mit kurzwelligem kompensiert und so den Wasserkreislauf ändert. Das ist, wie wenn man die Mäuse mit Katzen bekämpft, und dann hat man plötzlich zu viele Katzen. Wir müssen die Ursache bekämpfen.
Gabriel Winteler, Zürich: Ich finde, Sie flüchten sich in Allgemeinplätze wie die Politiker. Das haben Sie als Forscher doch gar nicht nöitg!
Reto Knutti: Was meinen sie mit Allgemeinplätze? Ich flüchte nirgendswo hin...
Christen Alois, Uetendorf: Wie gross ist der CO2-Austoss der Schweiz am weltweiten Ausstoss?
Reto Knutti: Klein, aber das ist kein Grund nichts zu tun. Das Problem ist nur lösbar, wenn alle mitmachen.
Klarenberg, Paul, Bern: Geht uns in der Schweiz die Wasserkraft aus in 30 Jahren?
Reto Knutti: Nein, aber es wird mehr Regen geben im Winter und weniger im Sommer, und gleichzeitig brauchen wir mehr Strom im Sommer für Klimaanlagen. Das ist ungünstig.
Charles Meisterhans, Zürich: Irgendwie macht mir die Klimaerwärmung recht Angst. Soll ich überhaupt Kinder auf die Welt stellen, wenn die oder meine Kindeskinder schwer unter den Folgen leiden werden? Das ist eine ernstgemeinte Frage!
Reto Knutti: Es gibt viele Gründe warum man Angst haben kann vor der Zukunft: Kriege, Wirtschaftskrisen, Umweltprobleme, etc. Jede Person muss selber entscheiden wie sie damit umgeht und ob sie Kinder haben will.
Tschudi, Ruedi, Effretikon: Können die Klimamodelle die Sonnenaktivität simulieren (z. Bsp. Maunder Minimum)? Vielen Dank für Ihre Antworten.
Reto Knutti: Die Sonnenaktivität selber simulieren die Modelle nicht, aber wenn wir ihnen die solare Einstrahlung vorgeben, können sie berechnen, was das Klima des Maunder Minimums war. Das klappt recht gut.
Guentergux Ann Zürich: Ich bin dieses Jahr nach Hawaii geflogen, fahr sonst aber immer Velo. Bin ich jetzt schon eine Umweltsünderin?
Reto Knutti: Ein Kilometer Flug verursacht – pro Passagier! – etwa gleich viel CO2 wie ein Kilometer Auto. Ihre Hawaii-Reise entspricht also über 18000 km Autofahren..
Michael Meier: Was ist das Szenario, falls alle verbleibenden Öl und Gasreserven in den nächsten 50 Jahren verbrannt werden
Reto Knutti: Es gibt noch sehr viel Kohle, die kann in flüssige Brennstoffe umgewandelt werden. Umweltmässig höchst problematisch allerdings.
Cajacob Michael Bern: Warum erzählt man dem Volk, dass der Meeresspiegel steigen würde? Das ist absoluter Humbug! Und was halten sie vom Mailserver, der in den US gehackt wurde wo nachzulesen ist, wie absichtlich Klimadaten gefälscht wurden und das im Auftrag der Regierung!? Danke für die Antwort
Reto Knutti: Den Anstieg des Meeresspiegels kann man heute schon messen (20cm seit 1850). Die Gründe sind einfach: warmes Wasser dehnt sich aus, und die Gletscher schmelzen. Zum Thema CRU habe ich vorher schon geantwortet.
Thomas Rüti Affoltern: Der Klimawandel wird durch die Politik instrumentalisiert, ist es nicht einfach so, dass der Wachstum der Bevölkerung und Ausbeutung der Ressourcen das Problem ist und nicht die Erwährmung!?
Reto Knutti: Die Erwärmung ist tatsächlich nicht das grosse Problem, aber die daraus folgenden Auswirkungen auf Wasserkreislauf, Extremereignisse, Nahrungsmittel, Gletcher, etc.
Paul Frei, St. Gallen: Ist es Ihrer Meinung nach mit heutigen Technologien möglich, unseren Lebensstandart zu halten und gleichzeitigi die Erwärmung auf ein Minimum zu reduzieren oder ist noch Forschung nötig?
Reto Knutti: Ein grosser Teil der Technologie existiert, aber noch nicht genug, es gibt also noch viel zu tun. Aber es wäre schön, wenn wir auch noch etwas umdenken würden und nicht nur auf Technologie vertrauen.
Ben Meyer, Luzern: Wie könnte die Bevölkerung weg kommen von stark subjektiv geprägten Theorien und opportunistischen Meinungen, wie sie hier im Chat angetönt werden? Ich glaube nämlich, dass wir so Volksentscheide treffen werden, die uns den Ast absägen, auf dem wir sitzen...
Reto Knutti: Vielleicht ist die Demokratie nicht immer die ideale Form... Es braucht mehr Leute, die sich informieren, und weniger, die nur an ihre eigenen Interessen denken.
Stefan Schöni, Grosshöchstetten: Ist die Klimaerwärmung nur auf den grossen CO2-Ausstoss der Weltbevölkerung zurückzuführen oder gibt es auch natürliche Einflüsse, welche das Klima beeinflussen? Nach der letzten Eiszeit hat sich das Klima auch verändert und damals stiessen (fast) keine von Menschenhand erzeugten Gase in die Atmosphäre.
Reto Knutti: Viele Faktoren beinflussen das Klima, aber die letzten 50-100 Jahre sind vom Menschen dominiert.
Thomas Rüti Affoltern: Wäre es nicht auch sinnvoll, das Bevölkerungswachstum gering zu halten? China ist ja auch überbevölkert und kann den Energiehunger nicht decken.
Reto Knutti: Vielleicht schon. Wie sich das in einem freien Land realisieren lässt, ist eine andere Frage. Sicher ist aber, dass die grössten CO2-Mengen nicht dort ausgestossen werden, wo die Bevölkerung am meisten wächst, im Gegenteil.
Tschudi, Ruedi, Effretikon: Ein bekannter Klimawissenschaftler hat sich beschwert (E-Mail, Climategate), dass die Temperaturen stagniert sind und man das nicht erklären kann. Ist es mit ihren Simulationen ähnlich gegangen oder haben Sie den Temperaturverlauf der letzten 10 Jahre korrekt voraussagen können.?
Reto Knutti: Die Klimamodelle sagen den langfristigen Trend voraus. Kurzfristige Schwankungen sind wie das Wetter zufällig und können kaum vorausgesagt werden.
Klarenberg, Paul, Bern: Wie hoch müsste das Skigebiet sein, wo Sie sich ein Chalet leisten würden?
Reto Knutti: Ich habe kein Chalet und werde wohl auch keines haben ;-)
Klarenberg, Paul, Bern: Wie gut kennen Sie Bjørn Lomborg?
Reto Knutti: Ich kenne seine Arbeit, aber ihn nicht persönlich. Das Chatfenster ist etwas klein, um zu seinen Ideen Stellung zu nehmen.
Michael Meier: anders gefragt, was ist das worst-case Szenario, fossile Brennstoffe sind nicht unendlich zu einem machbaren Preis vorhanden?
Reto Knutti: Nicht unendlich, aber es gibt viel Kohle. Wenn wir alles Verfügbare verbrennen, würde die global Temperatur vielleicht um 10 Grad steigen.
peter wellington, winti: Guten Tag Herr Prof. , habe gehört, dass wenn das Klima in 50-100 J. oder so 1 Grad oder bisschen mehr zunimmt, dass das enorme Auswirkungen hat. Das ist doch eine niedrige Zahl, es ist ja nicht 20 Grad wärmer oder so. 2. Warum soll es dann mehr Dürre und Überschwemmungen geben? Das sind ja zwei entgegengesetzte Dinge..
Reto Knutti: Die Erwärmung seit 1900 beträgt weniger als ein Grad, schauen Sie sich mal die Auswirkungen an (Gletscher, Extremereignisse, Meeresspiegel, eisfreie Arktis). 1 Grad ist viel. Der Wasserkreislauf wird intensiver. Es regnet lange nicht (so wie im Hitzesommer 2003) und dann zu viel in kurzer Zeit (2005, 2007). Das schliesst sich nicht aus.
H.R. Bär Hergiswil NW: Gehen wir davon aus, dass dieses Thema des Klimawandels «gelöst» ist, was für ein Szenario wird und als nächstes aufgetischt?
Reto Knutti: Das Klimaproblem wird noch in 100 Jahren nicht gelöst sein.
peter wellington, winti: Frau von Bundesrat Leuenberger fährt einen Fiat Ritmo eine richtige Drecksschleuder, ist das ok, wenn Leuenberger Wasser predigt und Wein trinkt?
Reto Knutti: Fragen Sich doch Frau Leuenberger!
Heinz Moser, St. Gallen: wie kann sich die bevölkerung noch eine objektive meinung über dieses thema bilden, wenn doch ziemlich offensichtlich ist, dass auch in diesem Bereich eine gewisse Lobby am Werk ist? (kein Angriff gegen Sie, global gesehen)
Reto Knutti: Kommen Sie an einen Vortrag von mir, oder lesen Sie die Berichte von proclim.ch. Direkte Infos aus erster Hand.
Stefan Müller, Zürich: Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis, dass der Mensch schuld an der angeblichen «Klimaerwärmung» ist. Dazu wurde es in den letzten 10 Jahren nicht wärmer. Warum wird das verleugnet?
Reto Knutti: Wurde schon beantwortet. Kurzfristige Schwankungen haben nichts mit langfristigen Trends zu tun.
H.R. Bär Hergiswil NW: Drehen wir meine letzte Frage um. Ich gehe davon aus, dass in der Eiszeit die Menschen keinen Einfluss auf das Klima nahmen und trotzdem hat sich die Erde danach massiv erwärmt. Wie kann dies erklärt werden?
Reto Knutti: Die Erdbahn hat sich verändert, und damit die Sonneneinstrahlung. Dazu kommen viele Rückkopplungen die die Wirkung verstärken.
Rechsteiner, Küdde, Zürich: für mich scheint die wahrscheinlichkeit, dass die welt in den nächsten jahren soviel co2 einsparen wird, als unrealistisch. wachsende bevölkerung, schwellenländer, welche den standard von uns übernehmen wollen, eigeninteressen der verschiedenen regierungen und und und.... sehen sie das auch so düster? wie können sie sich täglich motivieren für ihre arbeit?
Reto Knutti: Ich bin nicht Prophet. Meine Motivation ist, das Klima zu verstehen und die beste mögliche Information für die Gesellschaft und Politik zu liefern. Ich bin nicht ein Greenpeace-Aktivist der die Welt retten will.
Tschudi, Ruedi, Effretikon: Dr. Lindzen (MIT) meint es komme zu keiner Zunahme von Extremereignissen, im Gegenteil, da der Temperaturunterschied zwischen den Polen und dem Aequator abnimmt. Was meinen Sie dazu?
Reto Knutti: Die meisten Arbeiten von Lindzen wurden widerlegt.
Cajacob Michael Bern: Wie kann es sein dass die Co2 Kurve und die Klimakurve absolut unterschiedlich sind. Es sind keine Zusammenhang festzustellen! Mehr kann ich mir vorstellen dass die «Klimatheorie» zugunsten der Co2 Steuer sehr praktisch ist. Was hat es mit den komischen Lichtern in Norwegen auf sich die in den letzten Tagen gesichtet wurden?
Reto Knutti: Betrachten Sie einmal CO2 und Temperatur über lange Zeitskalen (100 bis 1 Mio Jahre), der Zusammenhang ist eindeutig. Die Lichter in Norwegen haben wahrscheinlich mit dem Klima nichts zu tun.
Rechsteiner, Küdde, Zürich: sind energiesparlampen nicht ein tropfen auf den heissen stein? die einsparung sei so klein und schafft neue probleme mit der entsorgung: quecksilber darin. darum kann man sie auch nicht normal mit dem kehricht entsorgen....
Reto Knutti: Viele kleine Tropfen geben auch viel Wasser. In allen Bereichen sind Einsparungen nötig und möglich.
Thomas Rüti Affoltern: Sind Sie nicht auch der Meinung das die Klimaerwährmung ein Politisches Instrument ist, um einfach den entwickelten Nationen Geld abziehen zu können. Schliesslich war Grönland so bezeichnet worden, weil die Insel bei der Entdeckung Grün war und Viehzucht betrieben werden konnte. Im übrigen gab es schon immer Klimaerwährmungen.
Reto Knutti: Nein, es sind ja gerade die Forscher der Industrienationen, die die Arbeiten dazu schreiben.
Rechsteiner, Küdde, Zürich: die banken konnten mit ihren risikomodellen die finanzkrise nicht voraussagen, warum sollten die klimaforscher mit ihren komplexeren modellen besser sein?
Reto Knutti: In der Physik gibt es Grundgesetze. Wenn Sie die Herdplatte anstellen, wird das Wasser immer warm, nie kalt. Der Stein fällt immer auf den Boden, nie in den Himmel. Die Finanz versucht das Verhalten des Menschen vorauszusahen, aber der Mensch ist nicht rational, er handelt nicht nach einem Grundgesetz.
Blättler Werner Zürich: Wann spätestens werden die Auswirkungen der Klimaerwärmung so gut erkennbar, dass niemand mehr das Problem negieren kann?
Reto Knutti: Aus meiner Sicht heute, aber andere sehen das nicht so...
Heimsel Rudolf aarau: Herr Knutti, kennen Sie den Dr. Mörner? Wenn ja, was sagen Sie zu den Malediven..da wurde anhand der Daten von der IPCC propheizeit, dass das meer jedes Jahr um mind. 4cm steigt (1990). Heute sollte also der Meeresspiegel dort um 4 höher sein..dies ist aber nicht der Fall. Im Gegenteil, der Meeresspiegel ist gesunken. Bitte um Stellungnahme, danke!
Reto Knutti: Der Meeresspiegel steigt global, aber lokal kann das stark variieren, je nach dem wo das Wasser sich am meisten erwärmt hat und wie sich Windrichtungen ändern.
Rechsteiner, Küdde, Zürich: man sollte beim fleisch sparen, vorallem beim rindfleisch. sind andere fleischsorten unbedenklicher? wie stehts um schwein, hühner und sonstiges fleisch?
Reto Knutti: Fragen Sie bitte die Agrarleute. Sicher ist aber, dass alles Fleisch viel Energie und Wasser braucht und CO2 produziert.
Beat Wälti: Als Naturwissenschafter ist Ihnen bekannt, dass über 90% des gesamten in der Atmosphäre vorhandenen Co2 aus den Ozeanen stammt. Wie kommen sie also dazu, eine eventuelle Erwärmung dem menschlichen Verhalten zu zuschreiben?
Reto Knutti: Wurde schon diskutiert, das CO2 kommt vom Ozean in die Luft und wird anderswo wieder aufgenommen, ein geschlossener Kreislauf im Gleichgewicht. Das zusätzliche CO2 durch die Verbrennung stört das Gleichgewicht.
Tschudi, Ruedi, Effretikon: Wieviel Grad Celsius sind wir noch unter dem klimatischen Optimum? Hat man das wirklich so genannt, weil es beim «klimatischen Optimum» angenehm zu leben ist?
Reto Knutti: Es gibt keine Temperatur, die ein klimatisches Optimum für alle Orte bedeutet. An einigen Orten ist es immer zu kalt, an anderen zu warm. Was für Kartoffeln opimal ist, ist fürs Baden im See vielleicht nicht optimal.
Suremann Marco, Uster: Was denken Sie, wie wird die Schweiz konkret von der Kimaerwärmung betroffen sein? Die Gletscher werden uns ja wohl nicht überschwemmen, oder was könnte sonst noch auf uns zustossen?
Reto Knutti: Das habe ich kürzlich im Blick zusammengefasst: http://www.blick.ch/news/klima/so-schlimm-kanns-fuer-die-schweiz-werden-135256
Thomas Rüti Affoltern: Angenommen, es gäbe tatsächlich eine Klimaerwährmung, würde das denn nicht bedeuten, dass mehr Feuchtigkeit in die Atmosphäre kommt und so Trockengebiete mehr Regen erhalten. Man kann die Klimaerwährmung doch auch als Vorteil ansehen. Die Katastrophen enstehen ja nur wegen der hohen Bevölkerungsdichte.
Reto Knutti: Die nassen Gebiete werden vereinfacht gesagt mehr Wasser erhalten und die trockenen weniger. Leider.
Klarenberg, Paul, Bern: Zeigen Ihre Modelle auch eine Umkehr des Golfstroms?
Reto Knutti: Nein, die meisten Modelle zeigen eine Abnahme bis 50% der atlantischen Tiefenwasser-Zirkulation bis ins Jahr 2100, aber keine abruptes Abstellen.
Heimsel Rudolf aarau: entschuldigen Sie, ich meinte 80cm. Schreibfehler..
Reto Knutti: Leider sehe ich die Originalfrage dazu nicht.
Rechsteiner, Küdde, Zürich: wo kann man am besten co2sparen? weniger fliegen, weniger autofahren, heizung runter, weniger fleisch, saisonales gemüse-und früchte... habe ich was wichtiges vergessen?
Reto Knutti: Haus isolieren, neue Fenster, Oelheizung austauschen, kleineres Auto oder öV, Stromsparlampen, Standby ausschalten,...
Rechsteiner, Küdde, Zürich: was meinen sie zur atomenergie? eine alternative, bis die alternative enerigeerzeugung kostengünstig und im grossen masse verfügbar ist? oder zu gefährlich, siehe tschernobyl?
Reto Knutti: Uran ist nicht unlimitiert, eine langfristige Lösung kann es also nicht sein, aber es könnte als Uebergangslösung nötig sein. Die Akzeptanz ist aus bekannten Gründen aber klein.
Ben Meyer, Luzern: Wo gibt es überall athmosphärische oder maritime Rückkopplungsmechanismen?
Reto Knutti: Das braucht mehr als drei Zeilen... Fast ueberall: Wolken, Schnee, Wasserdampft, CO2 Aufnahme des Ozeans, etc.
talamona daniel, st.gallen: Ist es nicht ein Irrsinn, dass in Zukunft Emissionsrechte gekauft werden müssen ? Lieber dieses Geld nehmen und in alternative Energiequellen investieren, als Emissionsrechte zu kaufen..?!:
Reto Knutti: Die Idee wäre, dass die Länder merken, dass es billiger ist, in neue Technologie und Energie zu investieren, als Emissionsrechte zu kaufen.
De Micheli Marco Zürich, Ich halte den Klimawandel auch für eine grosse Bedrohung, dafür gibt es zu viele Indikatoren und Fakten. Doch zwei Gegenargumente beache ich dennoch: Die Erde soll sich zur Zeit ja wieder abkühlen, was auch Wissenschaftler stutzig macht. Langfristige Trends eines solch komplexen Systems mit dermassen vielen Faktoren vorzussagen, ist doch höchst unsicher und schwierig. Ändert sich ein gewichtiger Einflussfaktor von 500, können sämtliche Prognosen ungültig werden.
Reto Knutti: Natürlich gibt es Unsicherheiten, aber die werden in den Voraussagen auch einbezogen. Unsicherheit ist nicht ein Grund, nicht zu handeln.
Cajacob Michael Bern: Die Dicke der Eisdecken in Grönland und Antarktis nimmt zu und ihre höchsten Punkte kühlen ab. Das Meereseis um die Antarktis nahm 2007 eine Rekordfläche ein. Die Temperaturen im arktischen Gebiet erreichen aktuell gerade einmal das Niveau der natürlichen Erwärmung der frühen 40er Jahre und waren schon während früherer Zeiten höher (frei von Meereseis).
Reto Knutti: Wenn es wärmer ist, schneit es mehr oben auf dem Eischild, aber es verliert Eis am Rand. Netto verlieren Grönland und die Antarktis.
Rechsteiner, Küdde, Zürich: werden die eisbären aussterben, wenn es so weiter geht? gewisse leute behaupten, dass die population in den letzten jahren zugenommen hat.
Reto Knutti: Fragen Sie einen Biologen. Der Eisbär ist zu einem unglücklichen Symbol geworden, und wird von vielen missbraucht. Es gibt bessere wissenschaftliche Argumente als denr Eisbären.
Esterer, Philipp, Zürich: Hat die Sonneneinstrahlung nicht wesentlich mehr Einfluss auf die Temperatur als Co2 ?
Reto Knutti: Nein, der Einfluss der Sonne ist heute etwa 10x kleiner als derjenige von CO2.
Oliver, L. Reinach BL: Der Klimawandel ist ein Mythos. Es ist bei uns im Durchschnitt kälter als im Mittelalter. Es gab hin und wiedermal wärmere und dann kältere Perioden.
Reto Knutti: Rauchen ist nicht ungesund, früher sind die Nichtraucher auch gestorben, oder? Ohne Betrachtung der Ursachen für eine ev. frühere Warmphase ist Ihre Aussage sinnlos.
Rechsteiner, Küdde, Zürich: wie kann man messen, wieviel co2 ein land produziert? scheint mir irgenwie unmessbar. wie genau sind diese zahlen?
Reto Knutti: Jedes Land hat Emissionsstatistiken. Wir wissen genau wie viel Oel wir importieren.
H.R. Bär Hergiswil NW: Hoffe, Sie verstehen Spass! Wenn an der ETH einmal die Forschungsabteilung infolge Klimaerwärmung eingefroren wird, dann können sie sich problemlos als Verkäufer aktiv werden. Sie haben auf jede Frage eine Antwort. Richtig oder falsch, man glaubt es! Man soll auch in ungewissen Zeiten den Humor nicht verlieren!
Reto Knutti: Im Herzen bin ich Forscher und nicht Verkäufer, aber was macht man nicht alles für die Blick-Leser ;-)
Moor, Oliver, Zürich: Herr Knutti, was sagen sie zum Hackingskandal, wo heraus kam, dass die führenden IPCC Wissenschaftler bewusst Daten verfälscht oder weggelassen haben damit das untergangsscenario wirklichkeit wird?
Reto Knutti: Wurde voher diskutiert.
Moor, Oliver, Zürich: Herr Knutti, wie kommt das CO2 in die oberen Schichten wenn es schwerer als Luft ist?
Reto Knutti: Die Luft ist durch Turbulenz gut durchmischt.
Rechsteiner, Küdde, Zürich: gewisse leute in der schweiz sehen in den minaretten eine grössere gefahr als in der klimaerwärmung.... lach
Reto Knutti: Ja, leider.
Tschudi, Ruedi, Effretikon: Was halten Sie von der Behauptung von Dr Spencer (Miterfinder Temperaturmessung mit Satellit): «Tropical intraseasonal Oscillation show strong negative feedback.» 2008?
Reto Knutti: Die Arbeiten von Spencer wurden fast alle in wissenschaftlichen Arbeiten widerlegt.
Ben Meyer, Luzern: Die Lichter in Norwegen: http://www.20min.ch/community/stories/story/18646290
Reto Knutti: Wie gesagt, das hat nichts mit dem Klima zu tun.
Hansruedi Zuber, Ins: Ich esse häufig viele Zwiebeln und flattiere dadurch frischfröhlich in der Gegend rum. Bin ich auch schuld an der Klimakatasrophe?
Reto Knutti: Ich esse auch gerne Zwiebeln!
Meier, Chris, Zürich: Guten Tag Herr Knuti, die ganze Welt spricht von Klimaerwärmung und Umweltverschmutzung und dass man dagegen was tun muss. Da frage ich mich dann, wieso man solche unnötige Abkommen schafft, wie das Kyotoprotokoll. Wo grosse Industriestaaten anderen Nicht-Industriestaaten, die Zertifikate abkaufen können, dass sie uneingeschränkt weiter ihren Dreck in die Luft lassen können. Es wäre mal an der Zeit, richtige Massnahmen zu treffen und nicht nur immer davon zu sprechen.
Reto Knutti: Was die richtigen Massnahmen sind, ist eine schwierige Frage. Da streiten sich die Politiker jetzt zwei Wochen lang in Kopenhagen...
Steiner, David Bern: Weshalb wird der ganze Klimagate Skandal wo Daten gefälscht wurden, um eine scheinbar nicht vorhandene Erwärmung herzustellen, niemals offen diskutiert? Versuchen hier nicht ein paar Wissenschaftler sich Aufträge zu verschaffen, die sie nur bekommen wenn der ganze Klimaschwindel aufrecht erhalten wird? Weshalb fliegen all die Politiker und sogenannte Experten mit Fliegern in der Welt herum, wenn doch das C02 so gefährlich sein soll und heute die technischen Mittel existieren, um alles über Videokonferenzen abzuhandeln? Weshalb benötigen alle Teilnehmer des Klimagipfels so viele Limousinen, welche einen sehr hohen C02 Austoss haben, dass selbst aus Deutschland solche geholt werden müssen?
Reto Knutti: Wurde vorher schon diskutiert.
Joe Bond, Olten: Oel und Kohle, die heute verbrannt werden, waren ja auch einmal organisches Material, welches CO2 aufgenommen hat. Wieso soll nun die Erde aus dem Gleichgewicht kommen, wenn dieses CO2 wieder freigesetzt wird?
Reto Knutti: Ja, aber es wurde über Jahrmillionen eingelagert, und heute in Jahrzehnten freigesetzt. Wenn wir jetzt ein paar Mio Jahre warten, ist es auch wieder weg.
Tschudi, Ruedi, Effretikon: Gibt es noch eine signifikante Abweichung zwischen satellitengestützen Temperaturmessung und landbasierten?
Reto Knutti: Innerhalb der Messungenauigkeit sind die verschiedenen Datensätze konsistent.
Thomas Rüti Affoltern: Herr Knuti, ist ETH-Klimaforscher ein geschützter Titel? Denn ich habe berechtigte Zweifel an Ihren Aussagen und würde mich auch gerne Klimaforscher nennen.
Reto Knutti: Fragen Sie die Juristen. Klimaforscher können Sie sich nennen, ETH Professor wahrscheinlich nicht...
Suchi, Martin, Zürich: : All diese «Energiesparmassnahmen» kosten enorm Geld! (neus Auto, neue Heizungen, neue Geräte usw.) Wer profitiert davon? => Wirtschaft! Alles einfach ein Versuch, die «Krise» zu überwinden! Jetzt wird alles auf die sog. Klimaerwärmung geschoben! >= Temp. schwankungen (auch lanfristig) hat es immer gegeben und wird es immer geben. Oder liege ich da völlig falsch?
Reto Knutti: Massnahmen kosten Geld, aber es ist günstiger, jetzt das Problem zu lösen, als später für die Schäden zu bezahlen.
Heinz Moser, St. Gallen: wie stehen sie zum thema entwicklungsländer. sprich dürfen wir diesen vorschreiben, wieviel sie die umwelt belasten dürfen? immerhin hat die westliche welt doch viel fortschritt den fossilen brennstoffen zu verdanken und würde ihnen die gleiche chance verbieten.
Reto Knutti: Das ist eine der grossen Fragen in Kopenhagen. Muss das Klimaproblem aufgrund der historischen Verantwortung von den Industriestaaten gelöst werden, und wie viel dürfen die Entwicklungsländer auch noch ausstossen? Und wer bezahlt für die Schäden?
Reto Knutti: Liebe LeserInnen, Danke für die spannenden Fragen, leider konnte ich nicht schneller schreiben... Ich hoffe es hat Spass gemacht! Reto Knutti
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Leidenschaftlicher Klimaforscher: Prof. Reto Knutti (36). (zvg)