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Unglücksrabe vom Dienst, Umweltmuffel, Amateur: Auf Rasmussen (45), erst seit April Regierungschef in Dänemark, prasselt die Kritik nach dem Scheitern des Gipfels nur so nieder: Der für die Menschheit so wichtige Gipfel hatte den schlechtesten Verhandlungsleiter aller Zeiten.
Bundesrat Moritz Leuenberger, der das traurige Finale in Kopenhagen miterlebte, sagt dem SonntagsBlick, die dänische Präsidentschaft habe «etwas grobschlächtig gewikingert». Das war so ziemlich die freundlichste aller Wertungen.
Rasmussen schlief bei Diskussionen ein, provozierte die Entwicklungsländer mit Arroganz und verhedderte sich in Verfahrensfragen.
Erst stellte Rasmussen, frei von Kenntnissen der Uno-Verfahrensregeln, einfach «Konsens» unter den 193 beteiligten Staaten fest. Folge: ein Tornado der Entrüstung. Samstagvormittag war der Däne so fertig, dass er die Konferenz scheitern lassen wollte: «Ich stelle fest, dass es keine Einigung geben kann.» Grossbritanniens Klima-Minister Ed Miliband bewahrte die Konferenz mit einer Notlösung vor dem Fiasko und strafte Rasmussen mit Blicken, die zum Glück nicht töten können.
Tagelang hatte Rasmussen die Delegierten der Entwicklungsländer mit seinem Sarkasmus in Rage gebracht. Am Samstagmorgen gab Rasmussen die Präsidentschaft entnervt vorzeitig ab: «Bin müde, es ist genug!»
Bis nach Weihnachten will er sich nicht mehr im Büro blicken lassen.