Klima-Konferenz Das müssen Sie wissen

  • Publiziert: 07.12.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Michael Scharenberg

ZÜRICH – Heute gehts los: Klimakonferenz in Kopenhagen. Bis zum 18. Dezember. Worum gehts? Welche Rolle spielt die Schweiz? Das müssen Sie wissen.

Klimakonferenzen hat es ja schon viele gegeben. Warum gilt Kopenhagen als so wichtig?
Die heute geltenden Verpflichtungen gemäss Kyoto-Vertrag laufen 2012 aus. Es braucht einen Nachfolgevertrag. Und es braucht neue Ziele. Die Durchschnittstemperatur auf der Welt darf sich höchstens um 2 Grad erhöhen. Sonst kippt unser Klima. Das sehen auch Schweizer Klimaforscher so.

Was ist das zentrale Ziel?
Die Reduktion der CO2-Emissionen. Denn Kohlendioxid stossen wir am meisten aus, es ist daher das wichtigste Treibhausgas.

Was muss die Kopenhagen-Konferenz bringen?
Die Staatengemeinschaft müsste sich auf Reduktionsziele und Finanzierungsmechanismen einigen: Wissenschaftler halten für die Zeit bis 2020 40 Prozent für nötig, bis 2050 85 bis 90 Prozent. Dies gegenüber 1990.

Wird das in Kopenhagen erreicht?
Wahrscheinlich nicht. Die grössten CO2-Sünder, wie China und die USA, aber auch Australien, wollen sich nicht festlegen. Oder ihre Ziele reichen nicht annähernd. Immerhin: In China entsteht das grösste Solarkraftwerk der Welt.

Welche Position hat die Schweiz?
Bundesrat Moritz Leuenberger hat versprochen, dass die Schweiz bis 2020 ihren CO2-Ausstoss um mindestens 20 Prozent reduzieren will. Die Hälfte davon allerdings mit dem «Kauf» von Reduktionen im Ausland.

Reicht das für das 2-Grad-Ziel?
Nein. Das hat eine neue Studie des Potsdamer Klima-Instituts gezeigt. Aber schon die 20 Prozent werden von der Wirtschaft abgelehnt.

Was sind die schlimmsten Folgen des Klima-Wandels?
Das ist im Einzelnen noch gar nicht abzusehen. Klar ist: mehr Hitzewellen wie 2003; Abschmelzen der Polkappen und der Grönlandgletscher; steigender Meeresspiegel; mehr Dürren und Überschwemmungen; Rückgang der Gletscher auch in den Alpen und im Himalaya. Das führt zu Wassermangel in den Flüssen.

Abgesehen von einem neuen Klima-Vertrag: Was wäre zu tun?
Grundsätzlich muss dieses passieren: Wir müssen Energie effizienter einsetzen und damit einsparen. Die begrenzten Energiequellen müssen durch erneuerbare Energien wie Sonne und Wind ersetzen.

Unser heutiger Lebensstil ist jedenfalls nicht nachhaltig, ein Rechenbeispiel: Klimaverträglich sind 0,5 bis 1,0 Tonne CO2-Ausstoss pro Person und Jahr. Das überschreiten wir massiv (12 t/ Kopf und Jahr). Schon ein Ferienflug nach Spanien produziert Emissionen von 0,5 Tonnen CO2 pro Passagier.

Was fordern Sie von der Klima-Konferenz?

Wie können Sie direkt Einfluss auf den Klima-Gipfel nehmen? Machen Sie mit bei der Greenpeace-Aktion «You-turn the Earth» («Gib der Erde den richtigen Dreh!»). Schicken Sie der Umweltorganisation Ihr Klima-Statement: Was sollen die Politiker in Kopenhagen Ihrer Meinung nach beschliessen? Greenpeace wird der Schweizer Delegation in Kopenhagen die gesammelten Statements überreichen. Blick.ch veröffentlicht exklusiv eine Auswahl.

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