Klima-Erwärmung Das droht der Schweiz: Hochwasser und Dürren

ZÜRICH – Fünf Schweizer Klima-Experten betonten gestern im BLICK: Die Schweiz macht zuwenig. Aber was blüht der Schweiz, wenn wir die Klima-Erwärmung nicht in den Griff bekommen?

  • Publiziert: 08.12.2009, Aktualisiert: 14.01.2012
  • Von Michael Scharenberg

Klar ist für Professor Reto Knutti von der ETH Zürich dieses: Die Klima-Erwärmung ist da. Sie ist von Menschen verursacht. Hauptsünder sind die Treibhausgase wie das CO2. Das nächste Ziel: den globalen Temperaturanstieg auf 2 Grad Celsius zu begrenzen. Und was ist, wenn wir nichts unternehmen? Reto Knutti: «Dann drohen uns Konsequenzen. Ganz konkret. Auch in der Schweiz.»

Die fünf schlimmsten Folgen erläutert er im Folgenden:

1. Zu viel Wasser im Frühling, zu wenig im Sommer
Jeder kann es mit eigenen Augen sehen: Die Gletscher schmelzen, die Schneebedeckung nimmt ab, der Permafrost im Hochgebirge taut auf. Die Folge: Niederschlag im Winter wird nicht mehr als Schnee und Eis im Gletscher gespeichert. Sondern fliesst sofort ab.

Damit gibt es zu viel Wasser im Frühling, mit Überschwemmungen. Und zu wenig Wasser im Sommer, weil keine Gletscher mehr da sind, um das Wasser zu speichern. Das fehlt den Bauern und der Stromwirtschaft, weil die Kühlwassermenge für Kernkraftwerke nicht mehr ausreicht. Die Veränderungen in Eis und Schnee haben natürlich auch direkte Konsequenzen für den Tourismus.

2. Tiere und Pflanzen leiden
Die Schweiz könnte versteppen, wie Spanien. Einige Tier- und Pflanzenarten werden in ihrer Verbreitung eingeschränkt, vor allem in den Alpen.

3. Zunahme von Katastrophen
Die Erwärmung führt zu immer extremeren Wettersituationen. Die Regenmenge im Sommer nimmt ab. Hitzesommer wie in 2003 werden oft vorkommen. Gleichzeitig gibt es eine Tendenz zu mehr Starkniederschlägen, das heisst, wenn es einmal regnet, dann wie eine Sintflut. Beispiele sind die Hochwasserereignisse 1999, 2005 und 2007. Mit verheerenden Hangrutschen und Murgängen.

4. Probleme für die Landwirtschaft
Eine schwache Erwärmung wirkt sich zwar in vielen Fällen positiv auf die Landwirtschaft aus. Eine hohe Erwärmung mit Hitzeperioden und Dürren wie im Sommer 2003 hat jedoch massiven Schäden für die Landwirtschaft zur Folge.

5. Teure Schadensfälle
Durch die Häufung von Extremereignissen kombiniert mit einer unvorsichtigen Planung von Infrastruktur (Gebäude zu nahe am Wasser) kommt es zu einem massiven Anstieg der Schäden an Gebäuden und Transportwegen. Noch schlechter für uns: Die Versicherungsleistungen müssen am Ende wir alle zahlen.

play Professor Reto Knutti warnt vor der Klimaerwärmung. Sie könnte für die Schweiz schlimme Folgen haben. (zvg)

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