Lichterlöschen von Novartis bis UBS Alle machen mit!

  • Publiziert: 01.12.2007, Aktualisiert: 20.01.2012
  • von Susanne Mühlemann und Matthias Pfander
play Licht aus am Paradeplatz Zürich: UBS und CS löschen die Beleuchtung an ihren Hauptsitzen.

Von Ascona über Zürich bis nach Basel: immer mehr Firmen, Städte und Privatpersonen solidarisieren sich mit der Klima-Aktion. Auch globale Konzerne sind dabei.

In den Chefetagen der Grosskonzerne hat man die Zeichen der Zeit erkannt. «Ein verantwortungsvoller Umgang mit den natürlichen Ressourcen ist nicht nur für das Unternehmen, sondern auch für die Weltgemeinschaft und künftige Generationen von entscheidender Bedeutung», sagt Novartis-Chef Daniel Vasella (54). Der Basler Pharmamulti plant für den 8. Dezember um 20 Uhr ein fünfminütiges Lichterlöschen in firmeneigenen Gebäuden. In welchen, wird erst noch ausgetestet. Im Einsatz für eine sozial- und umweltverträgliche Geschäftstätigkeit sieht das Pharma-Unternehmen einen entscheidenden Erfolgsfaktor. Unter anderem folgt Novartis den Vorgaben des Kioto-Protokolls. Zu den wichtigsten Initiativen gehört eine Überholung des Fahrzeugparks, um die CO2-Emissionen bis 2010 gegenüber 2005 um 10 Prozent zu drosseln.

Die Finanzindustrie steht dem Basler Multi in nichts nach. Am 8. Dezember um 20 Uhr ist auch am Zürcher Paradeplatz das grosse Lichterlöschen angesagt. Die Credit Suisse wird ihre Weihnachts- und Bürobeleuchtung am Hauptsitz ausschalten. Die CS hat in diesem Jahr bereits bei vergleichbaren Aktionen in London und Sydney teilgenommen. «Wir tragen die Aktion mit, weil Nachhaltigkeit und Klimaschutz wichtig sind für den wirtschaftlichen Erfolg der Credit Suisse», sagt Sprecher Alex Biscaro. Die Bank gehört zu den grössten Ökostrom-Bezügern und ist als erstes Grossunternehmen in der Schweiz schon seit 2006 CO2-neutral.

Die Konkurrenz lässt sich auch nicht zweimal bitten. Die UBS wird ihre Gebäude am Paradeplatz und das Schanzengraben-Hochhaus verdunkeln, die Aussenbeleuchtung, Vitrinen- und Logo-Lichter werden ausschaltet. Die Grossbank nimmt den Klimawandel ernst. Die UBS-Konzernleitung hat bereits 2006 beschlossen, die CO2-Emissionen im Konzern bis 2012 auf ein Niveau zu senken, das vierzig Prozent unter jenem von 2004 liegt.
Nicht nur die globalen, auch die lokalen Player beschäftigt der Klimawandel. Die Regionalbanken-Gruppe Raiffeisen wird am 8. Dezember die Bürobeleuchtung und die Schriftzüge an den Filialen löschen. Chef Pierin Vincenz (51) sagt: «Raiffeisen fühlt sich der Um- und Nachwelt verpflichtet. Deshalb ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, bei dieser sympathischen Aktion mitzumachen.»

Der Telekom-Riese Swisscom will seine Energieeffizienz bis 2010 um 17 Prozent erhöhen und 5700 Tonnen weniger CO2 freisetzen als im Jahr 2002. «Der Umwelt Sorge zu tragen gehört zur Firmenkultur: Wir setzen auf erneuerbare Energien, steigern die Energieeffizienz und reduzieren unseren Brenn- und Treibstoffverbrauch», und so hat sich Swisscom-Präsident Anton Scherrer (65) auch für «Licht aus!» entschieden.

Genau wie die Verantwortlichen beim Schweizer Fern-sehen. Auf dem Dach des SF Hochhauses am Leutschenbach werden die Logo-Lichter gelöscht.
Die Botschaft klingt auch auf Italienisch gut: Luce spenta! Die Tessiner Hauptstadt Bellinzona löscht am 8. Dezember für fünf Minuten die Beleuchtung ihrer Wahrzeichen, der mittelalterlichen Burgen Castelgrande, Montebello, Sasso Corbaro, wie auch an Denkmälern wie der Chiesa della Collegiata. Auf der berühmtesten Piazza der Schweiz wirds ebenfalls dunkel. Ascona löscht die schönste Weihnachtsbeleuchtung des Tessins: 84360 Lämpchen an Girlanden und Bäumen entlang der Seepromenade werden ausgeknipst.

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